Bytedance: Tiktok gibt Spionage gegen Forbes-Journalisten zu

Aus dem Verdacht ist Gewissheit geworden: Tiktok hat zugegeben, dass eine interne Abteilung auf Nutzerdaten von Journalisten zugegriffen hat.

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Tiktok hat missliebige Journalisten ausspioniert.
Tiktok hat missliebige Journalisten ausspioniert. (Bild: Reuters)

Das Mutterunternehmen der Social-Media-App Tiktok, Bytedance, hat mehrere Journalisten des Nachrichtenmagazins Forbes ausspioniert. Bytedance gab Forbes zufolge zu, dass Nutzerdaten und IP-Adressen der Journalisten Emily Baker-White, Katharine Schwab und Richard Nieva abgerufen wurden, um festzustellen, ob sie sich mit Bytedance-Mitarbeitern getroffen haben.

Baker-White, Schwab und Nieva berichteten regelmäßig für Forbes über Tiktok und Bytedance. Bereits im Oktober 2022 äußerte das Magazin den Verdacht, dass das chinesische Unternehmen die Mitarbeiter ausspioniert habe.

Der Verdacht wurde durch eine interne Untersuchung bei Bytedance nun bestätigt. Demnach sollen Mitarbeiter der internen Untersuchungsabteilung ihre Kompetenzen überschritten und auf die Daten zugegriffen haben. Die Abteilung ist dafür da, das Verhalten der eigenen Mitarbeiter zu überprüfen und zu überwachen.

CEO bedauert Vorgehen

In einer internen E-Mail von Bytedance-CEO Rubo Liang, die das Unternehmen an Forbes weiterleitete, bedauerte er das Vorgehen. Der leitende Manager der internen Untersuchungsabteilung, Chris Lepitak, wurde entlassen. Der in China arbeitende leitende Manager Song Ye, dem Lepitak die Ergebnisse seiner Arbeit zugetragen hatte, trat zurück.

Ye sollte allerdings im Unternehmensgeflecht von Bytedance nur Liang selbst Meldung erstatten. Liang zufolge will er aber erst kürzlich von den Machenschaften erfahren haben. Der Chefjustiziar von Tiktok, Erich Andersen, erklärte, es sei normal, dass es in Unternehmen eine derartige Untersuchungsabteilung gebe, sie habe aber in diesem Fall ihre Macht missbraucht.

Die Enthüllungen kommen für Bytedance und Tiktok zu einer sehr ungünstigen Zeit. Der für westliche Märkte gedachte Ableger von Bytedances Social-Media-App steht schon lange in der Kritik dafür, dass Nutzerdaten möglicherweise in China abgegriffen werden könnten.

Mitte Dezember 2022 brachten sowohl Abgeordnete der Demokraten als auch der Republikaner Gesetzesentwürfe ein, die ein Verbot von Tiktok in den USA erwirken sollen. Hintergrund sind Befürchtungen, die mit dem Forbes-Fall nun eingetreten sind: dass Daten der Nutzer abgegriffen und ausgewertet werden. Auch der Chef des FBI, Chris Wray, warnte, dass Nutzerdaten bei Tiktok nicht sicher vor fremdem Zugriff seien.

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