BYD und Alpitronic: Die ersten Megawattlader für Pkw gehen an den Start
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Im Laufe des Jahres 2026 dürfte die Leistung an manchen Schnellladern in Deutschland auf Werte von 600 bis 1.000 Kilowatt steigen. So will der Ladenetzbetreiber Ionity einen ersten Ladepark im nordrhein-westfälischen Werne mit einem Megawattsystem ausrüsten. Der chinesische Autohersteller BYD rechnet mit den ersten "Blitzladern" noch im zweiten Quartal dieses Jahres. Dann soll es auch erste Pkw geben, die mit einem Megawatt laden können.
Ionity nahm vor wenigen Tagen im südfranzösischen Sorgues an der A7 bei Avignon sechs Ladepunkte mit Säulen des Typs HYC1000 von Alpitronic in Betrieb. In Werne sei die Inbetriebnahme in den kommenden Wochen geplant, teilte das Unternehmen mit(öffnet im neuen Fenster) .
Die Ausrüstung mit dem HYC1000 bedeutet jedoch nicht, dass die Säule tatsächlich ein Megawatt liefern wird. Zwar nutze das System von Alpitronic einen Schaltschrank mit einer Gesamtleistung von 1.000 Kilowatt (kW). Doch diese Leistung werde "je nach Auslastung entweder dynamisch auf mehrere Fahrzeuge verteilt oder bei Einzelbelegung mit bis zu 600 kW gebündelt an ein Fahrzeug abgegeben" .
Ladeleistungen nehmen stark zu
Bislang können Gleichstrom-Schnelllader beim sogenannten High Power Charging (HPC) maximale Leistungen von 350 bis 400 kW abgeben. Das reicht für praktisch alle verfügbaren Elektroautos mit 800-Volt-Systemen derzeit aus. So kann der neue BMW iX3 mit bis zu 400 kW laden, was aktuell der höchste Wert für ein Serienfahrzeug aus deutscher Produktion ist. Chinesische Hersteller wie Xpeng werben hingegen schon mit Ladeleistungen von bis zu 525 kW . BYD zeigte auf der IAA 2025 einen Blitzlader mit bis zu 1.000 kW .

Doch derzeit gibt es in Deutschland noch keine Möglichkeit, über das Limit von 400 kW an einer öffentlichen Säule zu laden. Auf Anfrage von Golem teilte Ionity mit, dass andere Ladenetzbetreiber zwar angekündigt hätten, ihre Säulen auf 600 kW aufzurüsten. "Nach den uns vorliegenden öffentlich zugänglichen Informationen sind HYC1000 Charger derzeit allerdings noch nicht an öffentlichen Standorten in Deutschland in Betrieb" , hieß es weiter.
Nach Angaben von Alpitronic ist es perspektivisch möglich, die Säulen auf 1.000 kW nachzurüsten. "Unsere Ladeinfrastruktur ist modular aufgebaut und somit skalierbar. Gemeinsam mit AMG/Mercedes haben wir im Rahmen der Rekordfahrten in Nardò einen Prototyp eingesetzt und daraus wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Hochleistungsladelösungen gewonnen," teilte der Südtiroler Hersteller auf Anfrage von Golem mit. Diese Erkenntnisse flössen in die Serienproduktion ein.
Schneller könnte BYD dieses Ziel erreichen.
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