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BYD setzt auf Megawattlader

Auf Anfrage von Golem sagte Firmensprecher Hauke Schrieber, dass noch im Laufe des Jahres 2026 die ersten Megawattlader in Deutschland installiert werden sollten. Möglicherweise sei das noch im zweiten Quartal der Fall. Aktuell fehle noch die eichrechtliche Zulassung, sagte Deutschland-Chef Lars Bialkowski dem Portal Edison.Media(öffnet im neuen Fenster) . BYD will demnach die Säulen bei Händlergruppen installieren und könnte den Strom zu Beginn sogar teilweise kostenfrei abgeben.

Auch bei BYD gibt es bislang keine Fahrzeuge in der Modellpalette, die nur annähernd an 1.000 kW herankommen. Das soll sich ändern, wenn der Z9GT der Tochtermarke Denza in Europa auf den Markt kommt. Die Europaversion des Porsche-Taycan-Konkurrenten soll mit bis zu 1.000 kW laden können, später sollen auch hierzulande angebotene BYD-Modelle diese Ladeleistung erreichen.

CCS geht noch nicht bis 1.000 kW

Laut BYD steht bisher nicht fest, über welche Akkugröße der Z9GT verfügen soll. Bei der Präsentation auf der IAA nutzte BYD einen Tang L EV, der nach Berechnungen von Golem mit einer Akkukapazität von etwa 138 kWh ausgestattet war. Anders als in München verwendet BYD bei den neuen Ladesäulen den Ladestandard CCS für den europäischen Markt. Damit sollen Fahrzeuge anderer Hersteller die Ladesäulen nutzen können.

Allerdings ist CCS bislang noch nicht für 1.000 kW ausgelegt. In der aktuellen Revision des Standards wurde das Stromlimit von 500 auf 800 Ampere erhöht, was Leistungen von rund 700 kW ermöglicht. Damit lassen sich die geplanten 600 kW an den neuen Säulen erzielen.

Wie sinnvoll ist das Megawattladen für Pkw?

Generell stellt sich ohnehin die Frage, wie sinnvoll das Megawattladen im Pkw-Bereich ist . Laut BMW lässt sich mit dem neuen iX3 in zehn Minuten eine Reichweite zwischen 309 und 372 km nachladen. Bei Mercedes-Benz CLA sollen es ebenfalls 300 km in zehn Minuten sein. Das sind bei längeren Fahrten auf der Autobahn schon sehr gute Werte.

Anders sieht es wohl bei Supersportwagen wie dem geplanten AMG GT aus. Wenn Fahrer damit auf einer Rennstrecke unterwegs sind, sind kurze Ladepausen vermutlich ein Kaufkriterium. Denn bei hohen Dauergeschwindigkeiten auf der Rennstrecke dürfte der Akku schnell leer sein. Zudem reduziert sich der Bedarf für solche Megawattsäulen dann auf nur wenige Standorte.

Durch höhere Ladeleistungen nähert sich die Dauer für Ladevorgänge längerfristig der Dauer eines Tankvorgangs an. Das könnte den ein oder anderen Vielfahrer von der Anschaffung eines E-Autos überzeugen. Im Klein- und Kompaktwagenbereich dürften solche Ladeleistungen aber noch lange nicht erreicht werden. Das dürfte erst möglich werden, wenn einer der vielen angekündigten Wunderakkus tatsächlich einmal serienreif wird.


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