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BYD: Hüpfen, schwimmen, Europas Automarkt erobern

BYD ist der neue Weltmarktführer bei Elektroautos . Der Hersteller hat seine Fähigkeiten auf einer Leistungsschau im chinesischen Zhengzhou gezeigt.
/ Dirk Kunde
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Der Yangwang U9 bei der Präsentation in Zhengzhou (Bild: Dirk Kunde)
Der Yangwang U9 bei der Präsentation in Zhengzhou Bild: Dirk Kunde
Inhalt
  1. BYD: Hüpfen, schwimmen, Europas Automarkt erobern
  2. Von der Batterie zum Auto
  3. Geschwindigkeitsrekord mit 496 km/h
  4. Marktanteile mit Hybrid gewinnen
  5. Fertigung in Europa

Es ist ein Erfolg, von dem deutsche Autohersteller nur träumen können: In wenigen Jahren hat BYD den bisherigen Branchenprimus Tesla von der Spitze der weltweiten Verkaufsstatistik verdrängt . Während der chinesische Hersteller im Jahr 2020 zunächst 131.000 vollelektrische Autos auslieferte, waren es 2025 schon 2,26 Millionen(öffnet im neuen Fenster) . Vor allem im Ausland konnte BYD die Verkäufe zuletzt stark steigern(öffnet im neuen Fenster) . Was hat sich BYD einfallen lassen, um die Spitzenposition in diesem Jahr zu behaupten oder sogar noch auszubauen?

Stella Li, BYD-Vizechefin, steigt im Rennanzug aus dem Yangwang U9, nachdem sie mit dem elektrischen Sportwagen auf die Bühne des Testzentrums im chinesischen Zhengzhou gefahren ist. Sie klopft dreimal auf die Scherentür, um sie zu schließen – eine von drei Möglichkeiten, um die Türen zu öffnen und zu schließen.

Als Li den Wagen zu Musik tanzen lässt, gibt es Jubel im Publikum. Das hydraulische Federungssystem versetzt den Wagen in Hüpfbewegung. In einem Video ist zu sehen, wie der Sportwagen in voller Fahrt über eine farbige Fläche springt, die ein Schlagloch sein könnte. Laut Hersteller springt der Wagen je nach Geschwindigkeit bis zu sechs Meter weit.

Natürlich wird das Kraftfahrtbundesamt keine springenden Autos in Deutschland zulassen, doch darum geht es Li nicht. Die Funktion soll etwas anderes belegen: "BYD ist der Smartphone-Hersteller in der Autoindustrie."

Man sieht sich als Technologieunternehmen, in dem Ingenieure die Richtung vorgeben. Von weltweit über 900.000 Mitarbeitern haben knapp 120.000 einen Ingenieursabschluss. In gleicher Zahl hält das Unternehmen Patente auf Entwicklungen.

Mit dem SUV baden gehen

Der Yangwang U8 kann im Wasser schwimmen. In bis zu 1,40 m tiefen, stehenden Gewässern kann sich der SUV bis zu 30 Minuten mit 3 km/h fortbewegen. Dabei agieren die vier Räder als Ruder und Schrauben.

Sobald Sensoren Wasser melden, schließen sich die Zugänge zum Verbrennungsmotor im Hybridantrieb. Auch die Fenster schließen sich. Das Schiebedach öffnet sich, falls die Insassen schnell raus müssen. Die Funktion ist nicht für Freizeitzwecke gedacht, sondern wenn es nach Überschwemmungen gilt, Menschenleben zu retten. Nach jeder Schwimmfahrt muss der Wagen in die Werkstatt zur Inspektion.

Für die Wüste getestet

Auf dem Testgelände steht auch ein Bauwerk, das auf den ersten Blick wie eine Skihalle aussieht. Doch tatsächlich ist es eine Sanddüne. Derselbe SUV bewältigt die 90 m lange Piste mit 28 Grad Steigung durch den Sand problemlos.

Bei diesen Anwendungen mögen deutsche Autobesitzer schmunzeln. Doch in anderen Regionen der Welt sind das Kaufkriterien.

BYD exportiert seine Fahrzeuge in 112 Länder. Im Jahr 2025 wurden laut Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) 1,05 Millionen Hybrid- und E-Autos außerhalb Chinas verkauft. In den Vereinigten Arabischen Emiraten waren es im dritten Quartal 2025 zwar nur 1.827 Autos, aber dort liegt das Wachstum bei 242 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

In Uruguay, Spanien und Italien ist BYD laut Daten des britischen Marktforschers Jato die Nummer Eins bei New Energy Vehicles (NEV). Darunter versteht man in China Autos mit Hybrid-, Brennstoffzellen- und batterieelektrischem Antrieb.


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