BYD, Aito und Li Auto: Chinas SUV-Hersteller lassen Autos auf drei Rädern fahren
Chinesische E-SUV-Hersteller wie BYD, Aito und Li Auto haben einen Antrieb entwickelt, der die Weiterfahrt auf drei Rädern erlaubt, wie Car News China berichtet(öffnet im neuen Fenster).
BYD hat mit dem Denza B8 Flash Charge Edition(öffnet im neuen Fenster) ein Beispiel geliefert. Das neue Disus-P Ultra-Fahrwerk hebt ein einzelnes Rad vollständig vom Untergrund ab, während das Fahrzeug mit niedrigem Tempo weiterfährt; begrenzt auf 15 km/h. BYD nennt drei Anwendungsfälle: Notbetrieb auf drei Rädern, unwegsames Terrain und Reifenwechsel ohne Wagenheber. Letzteres funktioniert, indem das System das entsprechende Rad in die Luft hebt – laut BYD in unter einer Minute; in der Demonstration dauerte ein vollständiger Reifenwechsel 1 Minute und 56 Sekunden. Die Hubkraft soll bis zu neun Tonnen betragen. Die Preise für den Denza B8 starten bei 419.800 Yuan, umgerechnet rund 53.000 Euro, wie Futurezone berichtet(öffnet im neuen Fenster).
Huawei-Partner Aito kündigte Vergleichbares für den überarbeiteten M9 an(öffnet im neuen Fenster). Videos zeigen(öffnet im neuen Fenster), wie der SUV einen Vorderreifen anhebt und dabei stabil geradeaus fährt. Huawei bezeichnet das als Teil eines vollaktiven Fahrwerks, das Straßenverhältnisse vorausschauend verarbeitet. Der neue M9 ist ab 499.800 Yuan vorbestellbar, etwa 63.100 Euro. Li Auto wiederum hat den L9 Livis mit einem Hydraulikfahrwerk ausgestattet(öffnet im neuen Fenster), das alle vier Räder unabhängig voneinander regelt – ohne konventionellen Querstabilisator. Die Reaktionszeit soll im Millisekundenbereich liegen.
Hydraulik gegen Elektromagnet
Die technischen Ansätze unterscheiden sich stark. Li Auto und Aito setzen auf vollaktive Hydrauliksysteme. BYD verwendet beim Yangwang U7 dagegen das elektromagnetische Disus-Z-System(öffnet im neuen Fenster), das ohne Hydraulikflüssigkeit auskommt. Jeder Ansatz bringt andere Kompromisse bei Reaktionsgeschwindigkeit, Bauraum und Kosten mit sich.
Aktives Fahrwerk wird alltäglicher
Was bislang Luxusfahrzeugen vorbehalten war, wird in Chinas oberer SUV-Klasse gerade zur Standarddisziplin. Rad-Heben, Karosserie-Nivellierung, hindernisüberquerendes Fahren: mehrere Hersteller steuern gleichzeitig auf dasselbe Funktionsspektrum zu, nur mit unterschiedlicher Umsetzung.
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