Das "sichere Whatsapp" der Bundeswehr: Wie der Bwmessenger Behörden verändern soll

Bald können Behörden mit dem Bundesmessenger Open Source und auf Matrix-Basis chatten. Der Produktmanager erzählt uns, wie es dazu kam und wie es weitergeht.

Ein Interview von veröffentlicht am
Behörden-Mitarbeiter können bald per Matrix über den Behördenmessenger kommunizieren.
Behörden-Mitarbeiter können bald per Matrix über den Behördenmessenger kommunizieren. (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)

Der Bwmessenger wird auch das "sichere Whatsapp für die Bundeswehr" genannt und basiert auf der Open-Source-Lösung Matrix. Kein Wunder, dass sich schnell auch Behörden aus Bund, Ländern und Kommunen für den Messenger interessierten. Die BWI GmbH, das IT-Systemhaus der Bundeswehr stellt deshalb den Bwmessenger als zivile Version unter dem Namen Bundesmessenger für öffentliche Anwender wie Bund, Länder und Kommunen zur Verfügung.

Inhalt:
  1. Das "sichere Whatsapp" der Bundeswehr: Wie der Bwmessenger Behörden verändern soll
  2. Bundesmessenger: Beta im Dezember
  3. Bundesmessenger: "Wir wollen so sicher wie Signal werden"

Golem.de sprach mit Björn Reiners, dem Produktmanager Messenger bei der BWI GmbH, dem IT-Systemhaus der Bundeswehr. Er ist zuständig für sicheres Messaging im Kontext des Bwmessengers und des Bundesmessengers.

Der Messenger könnte bald die Kommunikation in etlichen Behörden verändern. Dabei will die BWI auch auf das neue Verschlüsselungsprotokoll Messaging Layer Security (MLS) setzen, das mehr Sicherheit in der Gruppenkommunikation bieten soll und für Interoperabilität zwischen verschiedenen Messengern sorgen könnte.

Golem.de: Mit der Coronapandemie zog der Bwmessenger in der Bundeswehr ein. Wie kam es vom Bwmessenger zur Idee des Bundesmessengers?

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Björn Reiners: Wir hatten die Idee zum Bwmessenger auf Matrix-Basis zeitnah umgesetzt und mittlerweile nutzen den Messenger Zehntausende Angehörige der Bundeswehr. Relativ schnell bekundeten dann auch erste Behörden Interesse an unserem Messenger.

Die Software sollte angepasst auch Bund, Ländern und Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Dabei sind die Anforderungen natürlich - wie auch bei der Bundeswehr - enorm hoch: Wir müssen Qualität, Sicherheit und Stabilität auf Enterprise- beziehungsweise Behördenniveau liefern. Sprich, es reicht nicht, einfach den Code auf Github zu veröffentlichen und die Nutzer darum zu bitten, etwaige Probleme zu melden.

Stattdessen wird der Quellcode für Backend und Apps ohne bundeswehrspezifische Funktionen auf der Open-Code-Plattform des Bundesinnenministeriums veröffentlicht. Dort kann die Entwicklung verfolgt und der Code eingesehen werden, denn der Bundesmessenger ist Open Source.

Golem.de: Werden die Server für den Bundesmessenger dann auch von der BWI betrieben?

Reiners: Nein, jede Behörde muss ihre eigene Infrastruktur einrichten und pflegen: Sprich, sie braucht einen eigenen Matrix-Server. Unser Ziel ist es, den Behörden die Installation mit einem vereinfachten Cloud Deployment so einfach wie möglich zu machen.

Dazu setzen wir auf die Deutsche Verwaltungscloud-Strategie, mit der gemeinsame Standards und offene Schnittstellen für Cloudlösungen der öffentlichen Verwaltung geschaffen werden. Cloud meint hier also nicht die großen Hyperscaler, sondern Standards auf Basis von Docker und Kubernetes, mit denen die Dienste erstellt beziehungsweise verwaltet werden können.

Bestenfalls lässt sich das Bundesmessenger-Backend dann mit einem Befehl über den Kubernetes-Manager Helm installieren und einrichten. Die einzelnen Komponenten wie Nginx, das Push-Gateway Sygnal oder der Matrix-Server Synapse werden dann über vordefinierte Container zusammengebaut. Der Vorteil daran ist aber nicht nur die einfache Verwaltung, sondern auch das leichte Hoch- und Runterskalieren, je nachdem, wie viele Ressourcen gebraucht werden.

Das ist natürlich auch für die Bundeswehr interessant, weil sich mit dem Set-up sehr schnell eine Kommunikationsinfrastruktur hochziehen lässt, beispielsweise für einen Einsatz.

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Bundesmessenger: Beta im Dezember 
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amagol 19. Nov 2022 / Themenstart

Kommt drauf an fuer welche Parameter man optimiert. Wenn 99% Auslieferung innerhalb von...

darfnichtwahrsein 18. Nov 2022 / Themenstart

Wenn auch nicht ganz ernst gemeint, kann man das so übersetzen?

Termuellinator 10. Nov 2022 / Themenstart

Und dann Electron als Beispiel auffuehren...na danke ;)

Waswei... 08. Nov 2022 / Themenstart

Scheint so, dass Du weder über die Nutzungsvorgaben des Messengers noch die Abläufe bei...

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