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BVG: Berlin plant autonome Busflotte bis 2035

BVG , Hamburger Hochbahn und MVG schließen sich zusammen, um 2.000 selbstfahrende Linienbusse in drei deutschen Metropolen einzusetzen.
/ Andreas Donath
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Autonom fahrender Bus der Berliner Verkehrsbetriebe von 2021 (Bild: BVG)
Autonom fahrender Bus der Berliner Verkehrsbetriebe von 2021 Bild: BVG

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ihre Pläne für den Einsatz autonomer Busse(öffnet im neuen Fenster) konkretisiert. Bis zum Jahr 2035 sollen Hunderte selbstfahrende Linienbusse durch die Hauptstadt rollen. Diese Initiative wird gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben aus Hamburg und München vorangetrieben.

Die drei Unternehmen gaben am Mittwoch eine strategische Allianz bekannt. Neben der BVG sind die Hamburger Hochbahn und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) an dem Vorhaben beteiligt. Gemeinsam planen sie den Einsatz von bis zu 2.000 autonomen Linienbussen in allen drei Städten. Die BVG sammelte bereits in der Vergangenheit Erfahrungen mit autonomen Bussen und führte verschiedene Testprojekte durch.

Ein BVG-Sprecher erläuterte, dass die Unternehmen zunächst gemeinsame Konzepte für Design und Größe der Fahrzeuge entwickeln werden. Dabei müsse auch die Marktverfügbarkeit verschiedener Modelle berücksichtigt werden. Die genauen technischen Spezifikationen stehen noch nicht fest.

Das Projekt zielt darauf ab, das öffentliche Verkehrsangebot wirtschaftlich zu erweitern. Gleichzeitig soll es sich den Herausforderungen des demografischen und technologischen Wandels stellen. "In Zukunft soll jeder die Mobilität bekommen, die er benötigt" , so der Sprecher.

Mobilitätswende durch neue Technologien

BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk sieht autonomes Fahren als Kernbestandteil der zukünftigen Mobilität. Er betonte in früheren Interviews, dass moderne technische Möglichkeiten genutzt werden müssten. Besonders autonomes Fahren und On-Demand-Lösungen könnten eine Rolle spielen.

Falk bezeichnet autonomes Fahren als Schlüsseltechnologie für den Nahverkehr. Diese könne dazu beitragen, dass der öffentliche Transport näher an das Gefühl eines eigenen Autos herankomme. Dadurch könnten möglicherweise mehr Menschen auf einen privaten Pkw verzichten.

Die BVG strebt an, bis 2027 eine Zulassung für autonom fahrende Fahrzeuge zu erhalten . Diese Genehmigung wäre Voraussetzung für den geplanten großflächigen Einsatz. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für autonome Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr entwickeln sich derzeit noch.

Die Kooperation zwischen den drei Verkehrsunternehmen geht über autonomes Fahren hinaus. Geplant ist auch eine gemeinsame App für die Nahverkehrsnutzung. Diese Vereinheitlichung soll den rund sieben Millionen Einwohnern in den drei Metropolen ein nahtloses Kundenerlebnis bieten.

Autonom fahrende Züge sind in Berlin nichts Neues

Die BVG setzte teilautonome Züge bereits in den 1980er Jahren in Berlin im Regelbetrieb(öffnet im neuen Fenster) ein. Von 1985 bis 1993 fuhren Züge der U-Bahn-Linie U4 zwischen den Stationen Nollendorfplatz und Innsbrucker Platz automatisch. Auch seinerzeit saßen vorne noch Fahrer in den Zügen, sie waren aber schon damals nur zur Beobachtung im Führerstand. Die U-Bahnzüge waren auch mit Personal besetzt, um die Fahrgäste zu beruhigen. Ende 1993 wurde der vollautomatische Betrieb der Züge auf der U4 eingestellt.


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