Bußgeld: Vodafone droht Strafe wegen Betrug an Kunden durch Partner

Es soll auch einen Versuch gegeben haben, Vodafone auf 900.000 Euro zu erpressen.

Artikel veröffentlicht am ,
Vodafone kämpft gegen Betrug durch Partneragenturen.
Vodafone kämpft gegen Betrug durch Partneragenturen. (Bild: GABRIEL BOUYS/AFP via Getty Images)

Vodafone droht angesichts mutmaßlicher Betrugsfälle in Partneragenturen ein hohes Bußgeld. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf interne Informationen. Franchisepartner von Vodafone nutzten anscheinend Software-Sicherheitslücken, um Produkte ohne Zustimmung der Kunden zu buchen und dafür Provisionen zu kassieren.

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In einem von Vodafone bereitgestellten System sei es bis im vergangenen Jahr zeitweilig möglich gewesen, ohne Passworteingabe auf Kundendaten zuzugreifen. Das räumte das Unternehmen auf Anfrage laut Spiegel ein. Ein weiteres internes Softwaresystem entspreche ebenfalls "nicht den Sicherheitsanforderungen von Vodafone" und werde aktuell überarbeitet.

Zu den Betrugsopfern zählen auch ältere Kunden und Menschen mit Schwerbehinderung. Vodafone teilte mit, das Unternehmen dulde "weder Betrug noch sonstiges Fehlverhalten" und gehe "mit aller Konsequenz dagegen vor".

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) kann bei Verstößen gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ein Bußgeld von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens verhängen. Bei Vodafone in Deutschland entspräche das rund 460 Millionen Euro. Nach Informationen des Spiegels ermittelt der BfDI gegen Vodafone. Der Konzern teilte mit, dass Vodafone keine "Verantwortung für kriminelle Machenschaften möglicher Partneragenten" trage. Zudem stehe man mit dem BfDI im regelmäßigen Austausch und habe Ende Juni fristgerecht eine Meldung über einen Datenschutzverstoß eingereicht. Der BfDI äußert sich nicht zu laufenden Ermittlungen.

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Die Vorwürfe gegen das Unternehmen gehen laut Spiegel auf einen ehemaligen Shop-Manager einer Vodafone-Verkaufsstelle zurück. Vodafone teilte mit, dass das Unternehmen für die Hilfe des Ex-Verkäufers dankbar sei. Andererseits bestehe er für seine getätigte Arbeit auf ein Honorar von mehr als 900.000 Euro und weigere sich, vor Bezahlung weitere Angaben zu angedeuteten Vergehen zu machen. Weil er auch mit "Veröffentlichungen" gedroht habe, erklärte der Konzern, habe Vodafone im Sommer schließlich Strafanzeige wegen versuchter Erpressung, der unerlaubten Weitergabe von Kundendaten und Geschäftsgeheimnissen an Dritte erstattet. Der Informant weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

15 Strafanzeigen gestellt und 53 Ladenlokale geschlossen

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf sagte Golem.de auf Anfrage, dass man weiterhin eine Reihe von Vorfällen bei externen Vertriebspartnern des Unternehmens untersuche, die Vodafone zu Teilen durch einen Whistleblower zugetragen wurden und sich größtenteils auf eine bestimmte Vertriebsregion beziehen. "Bislang haben wir 15 Strafanzeigen gestellt, uns von 10 Partnern getrennt und 53 Ladenlokale geschlossen. Mit den von uns identifizierten, betroffenen Kunden haben wir etwaige Unstimmigkeiten im direkten Dialog geklärt", betonte Petendorf.

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Betrügerische Handlungen gegen das Unternehmen und gegen Kunden seien nachgewiesen worden. Vertragsabschlüsse wurden ohne Zustimmung der Kunden und teils mit hoher krimineller Energie vorgenommen. Doch die Mehrheit der von dem Whistleblower übermittelten Hinweise hätten sich am Ende nicht als wahr erwiesen.

Provisionsmaßnahmen wurden laut Petendorf überarbeitet und Kontrollsysteme verschärft. "Weiterhin bauen wir derzeit an unterschiedlichen Stellen zusätzliche Ressourcen auf, um unsere Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen zu verstärken", sagte Petendorf.

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Dr. Fritz Prengel 18. Sep 2021

Haha ja, die Clowns von Vodafone laufen bei uns hier im Haus auch regelmäßig rum. 'Sie...

Potrimpo 17. Sep 2021

"keine Verantwortung für kriminelle Handlungen" ist einfach ein Hinweis, dass die...

traktor72 17. Sep 2021

...und rechnet sich offensichtlich... Hier ist der Gesetzgeber gefragt...müsste man mal...

FeuerTeuer1 17. Sep 2021

Ja, die sind leider schon länger da unterwegs. Die Telekom hatte Anfang 2000 den großen...



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