Business Suite on Hana: SAP stellt R4 vor, das nicht so heißt

SAP hat seine Business Suite überarbeitet, die damit nun komplett auf SAPs In-Memory-Datenbank läuft und Unternehmen echtzeitfähig machen soll. Eigentlich Grund genug, das Ganze SAP R4 zu nennen, so SAP-Ko-Chef Jim Hagemann Snabe. Darauf aber verzichtet SAP, um deutlich zu machen, dass die Umstellung für IT-Abteilungen ein Leichtes sei.

Artikel veröffentlicht am ,
SAPs Führungsriege: Jim Hagemann Snabe (l.), Hasso Plattner und Bill McDermott (r.)
SAPs Führungsriege: Jim Hagemann Snabe (l.), Hasso Plattner und Bill McDermott (r.) (Bild: AFP/Getty Images)

SAPs Business Suite, die Software, mit der viele Unternehmen weltweit ihr Geschäft organisieren, läuft ab sofort auch auf SAPs In-Memory-Datenbank Hana. Indem Daten im Speicher statt auf der Festplatte gehalten werden, sollen die Antwortzeiten deutlich geringer werden. Im ersten Schritt wurde Hana dazu in Form eines zusätzlichen Appliance genutzt, um ausgewählte Abfragen in einem SAP-System zu beschleunigen. Im zweiten Schritt konnten SAP-Nutzer ihr Data-Warehouse durch Hana ersetzen. Schließlich ist es im dritten Schritt nun möglich, die gesamte SAP Business Suite auf Hana umzustellen.

Damit will SAP Unternehmen in die Lage versetzen, ihr Geschäft in Echtzeit zu analysieren, um so sehr schnell auf Veränderungen im Markt zu reagieren. So soll der beschleunigten Geschäftsentwicklung Rechnung getragen werden, da Produktzyklen immer kürzer würden und erfolgreiche neue Produkte sich immer schneller verbreiteten. Habe das Fernsehen noch 13 Jahre benötigt, um 50 Millionen Nutzer zu erreichen, so seien es bei Angry Birds nur noch 35 Tage gewesen, so SAP-Ko-Chef Jim Hagemann Snabe.

"Ein kleiner Schritt für die IT-Abteilung"

Jim Hagemann Snabe bezeichnet die Einführung der SAP Business Suite on Hana als historisch. Ein Monatsabschluss soll dank Hana nur noch eine Frage von Minuten, vielleicht Stunden sein, nicht von Tagen. Batch-Programme sind nicht mehr notwendig.

Dadurch sei die Einführung des neuen Systems für das Geschäft eines Unternehmens ein großer Schritt, für dessen IT-Abteilung aber nur ein kleiner, betont Snabe. Nur aus diesem Grund habe man sich bei SAP entschieden, das neue System nicht R4 zu nennen, denn das würde bei Kunden einen falschen Eindruck erzeugen.

Die SAP Business Suite on Hana kann laut SAP schrittweise eingeführt werden: Jedes Modul kann einzeln umgestellt werden, je nachdem, wo der Nutzen am größten ist. Dabei kann das bestehende System weitergenutzt werden. Wer auf die als Erweiterung zum vorhandenen System angebotenen Neuerungen wechselt, soll aber auch dann Vorteile haben, wenn weiterhin andere Datenbanken zum Einsatz kommen. Denn SAP will seine Business Suite wie zuvor auch für andere Datenbanksysteme anbieten.

Dabei soll die Umstellung einiges vereinfachen, denn durch den Verzicht auf Festplatten sei es nicht länger nötig, mit aggregierten Daten zu arbeiten und diese vorzuhalten, um vertretbare Antwortzeiten zu garantieren, erklärte Snabe. Stattdessen könne dank Hana direkt mit den Rohdaten gearbeitet werden, denn Milliarden Einträge könnten in Sekundenbruchteilen gelesen werden. Indizes seien nicht länger nötig, was bei manchen Kunden die Datenbankgröße halbiere.

Keine Extrakosten

Die Einführung der SAP Business Suite on Hana soll für Kunden nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Es fielen lediglich die Kosten für die Datenbank an, die Erweiterungen der Business Suite erhielten Kunden kostenlos. Die Lizenzkosten für Hana sollen in einer ähnlichen Größenordnung liegen wie bei anderen Datenbanken, obwohl das eigene Produkt der Konkurrenz überlegen sei, so Snabe.

SAP-Kunden zahlen zurzeit über SAP für eine Oracle-Datenbank 15 Prozent Aufschlag auf die Kosten der Business Suite. Rüsten sie ein Modul auf Hana um, zahlen sie diese 15 Prozent für Hana. Das Geld bleibt bei SAP und geht nicht mehr an Oracle.

Ab sofort verfügbar

Bei zehn Kunden ist die SAP Business Suite bereits mit Hana im Einsatz, darunter Bayer Material Science und Ferrero, während HSE24 nicht die gesamte Business Suite, aber einzelne Module nutzt. Kurt de Ruwe, CIO von Bayer Material Science, berichtet, dass Abfragen, die früher 30 Sekunden gedauert hätten, nur noch zwei bis drei Sekunden benötigten.

Der Home-Shopping-Sender HSE24 habe die Größe seiner Datenbank halbieren können, da bisher sehr viele Indizes genutzt worden seien, um für hohe Geschwindigkeit zu sorgen.

Bei der Umstellung der SAP Business Suite auf Hana hat SAP an vielen Stellen Optimierungen vorgenommen und teilweise recht alten Code ersetzt. Von diesen Änderungen profitieren auch die Kunden, die andere Datenbanken einsetzen. SAP hat nur neun Monate gebraucht, um die Business Suite auf Hana umzustellen und diese Optimierungen vorzunehmen. Sie basieren auf den Erkenntnissen, die in Zusammenarbeit mit den ersten Proof-of-Concept-Kunden gewonnen wurden.

Interessierte Kunden können ab sofort auf das neue System umstellen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


norinofu 16. Mai 2013

Ja, für HANA sind nur bestimmte Systeme freigegeben. Diese basieren alle auf der Xeon...

ghj 11. Jan 2013

Da liegt auch gleichzeitig dein Denkfehler. Genau das hat SAP getan. Standardsoftware...

The Howler 11. Jan 2013

Ich dachte genau dasselbe :) Das ist nicht einmal Äpfel mit Birnen verglichen, das ist...

developer 10. Jan 2013

Vor 2 / 3 Wochen hatte OpenERP noch groß sorry SAP auf der Pre Release Page ihrer ihrer...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Programmiersprache
Das ändert sich in Go 1.20

Im Februar erscheint Go in der Version 1.20. Wir geben eine Übersicht über die wichtigsten Neuerungen.
Von Tim Scheuermann

Programmiersprache: Das ändert sich in Go 1.20
Artikel
  1. Morgan Stanley: Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter
    Morgan Stanley
    Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter

    Wegen der Nutzung von Whatsapp hatten Finanzregulatoren 2022 mehrere Banken mit hohen Strafen belegt.

  2. Truppenversuch: Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter
    Truppenversuch
    Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter

    Beim Truppenversuch der modifizierten Hololens 2 für die US-Armee hat sich herausgestellt, dass die Soldaten an Kampfkraft einbüßen und die Brillen ablehnen.

  3. Nutzertest: Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz
    Nutzertest
    Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz

    Ein Kunde hat seine Hardware aufgerüstet, dennoch bekommt er statt 1 GBit/s nur 950 MBit/s im Download. Deutsche Glasfaser forscht nach.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • XFX RX 7900 XTX 1.199€ • WSV bei MM • Razer Viper V2 Pro 119,99€ • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM/Graka-Preisrutsch • Razer Gaming-Stuhl -41% • 3D-Drucker 249€ • Kingston SSD 1TB 49€ • Asus RTX 4080 1.399€[Werbung]
    •  /