Bus Simulator angespielt: Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle

Öffentlicher Nahverkehr auf Basis der Unreal Engine 4: Im Bus Simulator können Spieler ein Transportunternehmen aufbauen, selbst durch eine Stadt fahren oder Tickets kontrollieren. Auf Windows-PC gibt's das schon länger, Golem.de hat nun vorab die Konsolenversion ausprobiert.

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Artwork des Bus Simulator
Artwork des Bus Simulator (Bild: Astragon Entertainment)

Uns reicht es! Am liebsten würden wir den Fahrgast, der gerade sein 2-Euro-Ticket mit einem Hunderter bezahlen will, einfach stehen lassen - um mit 200 Stundenkilometern durch Seaside Valley zu rasen und eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen. Machen wir natürlich nicht, sondern geben brav Wechselgeld, setzen vor Verlassen der Haltestelle vorschriftsmäßig den Blinker und rumpeln dann mit unserem Citaro K von Mercedes-Benz weiter auf unserer Route.

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Das alles machen wir in Bus Simulator auf der Playstation 4. Das Programm soll gemeinsam mit einer weiteren Version für die Xbox One noch im ersten Halbjahr 2019 erscheinen, beide Fassungen sind Portierungen des seit Herbst 2018 für Windows-PC erhältlichen Bus Simulator 18 (die Konsolenvariante trägt offiziell keine Nummer). Das Programm entsteht beim österreichischen Entwicklerstudio Stillalive auf Basis der Unreal Engine 4.

Anders als im legendären Omnibussimulator (OMSI) geht es im Bus Simulator nicht um die möglichst schraubengenaue Nachbildung der Wirklichkeit. Zwar sind etwa die Fahrerkabinen der acht Busse von Herstellern wie Setra und Iveco originalgetreu nachgebildet. Das Fahrverhalten ist aber etwas vereinfacht, so dass wir vom ersten Moment an prima mit dem Gamepad der Konsole als Lenkradersatz klarkommen.

Beim Fahren müssen wir auf Hindernisse wie Schlaglöcher und Bodenschwellen achten, Privatautos verhalten sich aber relativ unproblematisch und vor allem voraussehbar - auf Rowdies oder ungeduldige Drängler müssen wir nicht aufpassen.

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Beim Bus Simulator fahren wir durch den fiktiven europäischen Ort Seaside Valley, dessen Viertel ganz unterschiedliche Herausforderungen stellen. In der Altstadt müssen wir mit dem Gelenkbus schon sehr aufpassen, nicht ständig über den Bordstein zu rumpeln oder gar an Häuserwänden entlangzuschrammen - beides richtet keinen echten Schaden an, kostet uns aber Geld.

Wesentlich entspannter können wir schon durch den Hafen oder das Industriegebiet rauschen. Die Grafik macht einen ganz ordentlichen Eindruck, unsere Passiere allerdings wirken sehr künstlich und auch die Umgebungen sind recht detailarm. Schön sind dagegen die Wettereffekte und der Nachtmodus.

In Bus Simulator geht es nicht nur um das Abklappern der Haltestellen. Im entsprechenden Modus können wir auch ein kleines Transportunternehmen aufbauen, indem wir im Auftrag der Stadt eigene Buslinien betreiben. Dazu können wir selbst die Haltestellen und die Linienführung festlegen und müssen dabei auch auf Details wie die Auslastung und Einnahmen durch Reklame an den Fahrzeugen achten. Sehr komplex geht es nicht zu, aber beim Anspielen hat diese Herausforderung durchaus für zusätzlich Motivation gesorgt.

Die Fahrkarten bitte...!

Die Hauptaufgabe liegt aber im Bedienen der Busse. Alles nötigen Einzelschritte haben wir anfangs in einem kurzen Tutorial gelernt: Blinker setzen mit den Schultertasten, Türen öffnen und schließen mit dem Rechteck auf dem Controller, aber auch das Bedienen der Rampe für Rollstuhlfahrer sowie den Verkauf der Fahrkarten.

Übrigens, in Sachen Fahrkarten: Der Bus Simulator bietet mehrere Multiplayermodi, in denen wir etwa mit anderen Fahrern zusammen die Strecken befahren und das gemeinsame Unternehmen aufbauen können. Wer mag, darf aber auch zusammen mit einem menschlichen Fahrer als Ticketkontrolleur antreten. Dann kann man sich frei im Bus bewegen und die Passagiere mittels eines Knopfdrucks nach ihrem Fahrausweis fragen. Schön für uns, wenn sie keinen haben: Dann werden nämlich sofort und ohne große Streitereien 120 Euro als erhöhtes Beförderungsentgelt auf unser Konto überwiesen.

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