Die Reichweite einzelner Meditationskurse ist gering

Das Problem: Wer sich dann erschöpft fühlt und trotzdem arbeitet, ist weniger produktiv. Das kostet Unternehmen viel Geld. Einen Einblick gibt hier SAP. Jedes Jahr veröffentlicht der Software-Konzern einen betrieblichen Gesundheitskultur-Index (englisch: Business Health Culture Index, BHCI).

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Das Unternehmen gibt an, dass ein Prozentpunkt das Betriebsergebnis um etwa 100 Millionen Euro verändere. "Gesunde Mitarbeitende sind nicht nur Nice-to-have, sondern ein relevanter Business Case", betont Torsten Paul, Betriebsarzt und Direktor des Unternehmensbereichs Digital Health & Well-Being bei SAP. Das schließe auch die mentale Gesundheit ein.

Einige Beispiele, was SAP konkret macht: Der Software-Konzern beschäftigt unter anderem zwei Psychiater und mehrere Psychologen, es gibt ein Chatprogramm sowie eine Hilfshotline, die von einem externen Dienstleister betreut wird und die Mitarbeitende sowie deren Angehörige bei psychischen Problemen kontaktieren können.

In Coronazeiten liefen diese Kanäle heiß: Den Walldorfer Konzern erreichten 20 bis 30 Prozent mehr Anfragen von Mitarbeitenden. Diese Daten werden anonymisiert aggregiert, erklärt Paul. Man wisse daher, dass 2020 zwar mehr psychische Probleme gemeldet wurden, es sich dabei aber oft um leichtere Belastungen wie Stress handelte, etwa durch die Notbetreuung von Kindern.

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Vergangenen Herbst startete SAP deshalb eine Initiative für psychische Gesundheit. Ziel von Are you ok? sei es unter anderem, psychische Probleme zu destigmatisieren. Das Angebot beinhaltet auch eine Ausbildung zum Ersthelfenden für psychische Gesundheit (englisch: Mental Health First Aid). Die Nachfrage sei groß. "Wir haben lange Wartelisten", sagt Paul. Im April dieses Jahres bekamen alle Angestellten am firmeninternen sogenannten Gesundheitstag frei.

Zusätzliche Urlaubstage gab es auch bei Google. Wie viele Burnout-Fälle es bei den beiden Software-Konzernen seit Pandemiebeginn gab, darüber will aber keiner sprechen. "Wir haben dazu nichts mitzuteilen", lässt Google schriftlich verlauten.

Von ihren Angeboten versprechen sich die Firmen auch etwas

Ähnlich wie SAP bieten inzwischen viele Unternehmen ihren Mitarbeitenden Seminare zum Stressmanagement an, es gibt Vorträge zu Achtsamkeit und Resilienz oder gemeinsame Meditationskurse. Nicht ohne Grund.

ITler sind begehrt, da hofft man, im Wettbewerb mit so einem Angebot zu punkten. Und: "Die Performance- und die Caring-Komponente gehen natürlich miteinander einher", sagt Heike Baur-Wagner, systemische Beraterin beim Trainingsunternehmen Awaris. Heißt: Von den Seminaren versprechen sich Unternehmen resilientere und damit auch leistungsfähigere Mitarbeitende, die sich seltener und kürzer krankmelden.

Burn-out kommt nicht nur von Stress: Warum wir wirklich ausbrennen und wie wir zu uns selbst zurückfinden

Solche Angebote sieht Patricia Tegtmeier von der BAuA kritisch. Die Wirkweite einzelner Seminare sei gering. "Mit einem Kurs erreiche ich vielleicht zehn Mitarbeitende", sagt sie. Schlimmstenfalls hetze jemand zum Meditationsworkshop, für den er eigentlich gar keine Zeit hat, und fühle sich dann auch noch schlecht. Problemlösungen werden so nur auf einzelne Arbeitnehmer verlagert.

Meditation und Atemtechniken zu lernen, helfe zwar, Stress zu reduzieren. Tegtmeier appelliert aber, den psychischen Arbeitsschutz wesentlich höher ansetzen - etwa mit Regeln, die für alle Mitarbeitenden greifen. Zum Beispiel, bis wie viel Uhr noch konferiert wird oder Mails bearbeitet werden sollen.

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 ITler sind Troubleshooter''Plötzlich von 100 auf 0'' 
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velo 30. Jul 2021 / Themenstart

Sehe ich als großes Problem. Mich selbst stört das wahnsinnig und bei Kollegen hatte ich...

Adminator 29. Jul 2021 / Themenstart

Sowas hätt ich auch gern mal gemacht zwischen den zwei täglichen Schichten, aber der...

Netzweltler 29. Jul 2021 / Themenstart

Und jeder ist ersetzbar. Auch in der IT.

deutscher_michel 28. Jul 2021 / Themenstart

Wem es nicht passt, der kann ja immer kündigen und ein neuen Job suchen - da...

d0p3fish 27. Jul 2021 / Themenstart

Schade das es für mobil noch keine Lösung gibt

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