• IT-Karriere:
  • Services:

Mehr Stressresistenz? Besser wäre: weniger Stress

Die Vorstöße sieht Arbeitspsychologin Gerlmaier allerdings nicht nur positiv. Zwar rücke Gesundheitsprävention tendenziell stärker in den Fokus, aber die Unternehmen konzentrierten sich häufig auf die falschen Maßnahmen.

Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI, Leipzig
  2. MBDA Deutschland, Schrobenhausen

"Viele Firmen erkennen, dass sie aufgrund von Burnout Ausfälle haben - und versuchen, die sinkende Leistungsfähigkeit über Resilienztrainings zu kompensieren", sagt die Wissenschaftlerin aus dem Fachbereich Arbeitszeit und -organisation an der Universität Duisburg-Essen. Statt die Ursachen zu beheben, müssten Mitarbeiter also zusehen, mit dem Druck umzugehen zu lernen - ein Denkfehler seitens der Unternehmen, kritisiert Gerlmaier.

Denn: "Meist ist der Stress systembedingt und durch die Projektbudgetierung determiniert." So ist laut der Arbeitspsychologin gerade in der IT häufig abzusehen, dass Beschäftigte mit ihren Arbeitszeiten nicht hinkommen. Denn neue Lösungswege zu finden, unvorhersehbare Probleme zu beheben, das sei zeitlich schwierig zu kalkulieren.

Bei Golla ist die Situation vor dem Zusammenbruch ähnlich: nicht zu bewältigen, wie er sagt. Der gelernte Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung übernimmt das Agenturprojekt wenige Tage vor der Deadline, ohne Einarbeitungszeit - und auch ohne Team. "Wie sich am ersten Tag herausstellte, hatten alle auf dem Projekt gekündigt", sagt Golla. Er ist auf sich allein gestellt, fühlt sich unter falschen Versprechungen ins Unternehmen gelockt.

Möglichst schnell und möglichst eigenständig abliefern: Vor allem Freelancer dürften Gollas Erfahrungen teilen. Externe Fachkräfte sind oft besonders beansprucht, zeigen Gerlmaiers Studien. Die Ursache: "Freelancer steigen häufig als Feuerwehr in Katastrophenprojekte ein", sagt die Arbeitspsychologin.

"Wenn Unternehmen mit der Deadline nicht klarkommen, holen sie sich fachliche Unterstützung von außen, die dann ohne Einarbeitung und Kenntnis der Vorgeschichte unter Hochdruck oft 60 Stunden die Woche im Einsatz ist." Auf Dauer sei das gesundheitsgefährdend, warnt Gerlmaier, selbst wenn der Job an sich Spaß mache.

Schlafstörungen als Warnsignal

Bemerkbar macht sich die Belastung körperlich und seelisch: Vor allem Schlafstörungen gelten für viele psychische Erkrankungen als Warnsignal. Auf Dauer beeinträchtigen sie laut Studien nicht nur die Konzentration, sondern verursachen auch körperliche Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen und Bluthochdruck.

Auch Golla lassen die Gedanken ans Büro in den Tagen vor seinem Nervenzusammenbruch nicht mehr schlafen. Die Erschöpfung macht ihn dünnhäutig, er reagiert zunehmend gereizt: permanent im "roten Bereich", wie er es selbst beschreibt.

Am Tiefpunkt ist auch sein Selbstvertrauen verschwunden. Keine Chance, selbst dem geringsten Druck standzuhalten, erzählt Golla im Rückblick. "Irgendwann konnte ich mir nicht mehr vorstellen, dass irgendetwas fertig wird." Deadlines konnte er nicht mehr nennen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Burnout im IT-Job: Mit den Haien schwimmenDer Weg aus dem Burnout 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

isaccdr 16. Sep 2020 / Themenstart

Gegen Rückenschmerzen muss man nicht 10 Stunden Sport pro Woche machen. Es hilft gezielt...

maxule 16. Sep 2020 / Themenstart

zumal andere Mitarbeiter gekündigt haben.

TheNX 15. Sep 2020 / Themenstart

Hast völlig recht, da kann ich nichts dagegen sagen. Nur als Anmerkung dazu, dass es...

buggy 15. Sep 2020 / Themenstart

Wir haben mehrfache probleme run um IT -Netzwerke wohin man immer schaut. Die mehrheit...

.02 Cents 15. Sep 2020 / Themenstart

Ich bin dabei, dass die Aussagen des Vorposters ein wenig in Richtung "Victim Shaming...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Geforce RTX 3080: Wir legen die Karten offen
Geforce RTX 3080
Wir legen die Karten offen

Am 16. September 2020 geht der Test der Geforce RTX 3080 online. Wir zeigen vorab, welche Grafikkarten und welche Spiele wir einsetzen werden.

  1. Ethereum-Mining Nvidias Ampere-Karten könnten Crypto-Boom auslösen
  2. Gaming Warum DLSS das bessere 8K ist
  3. Nvidia Ampere Geforce RTX 3000 verdoppeln Gaming-Leistung

Immortals Fenyx Rising angespielt: Göttliches Gaga-Gegenstück zu Assassin's Creed
Immortals Fenyx Rising angespielt
Göttliches Gaga-Gegenstück zu Assassin's Creed

Abenteuer im antiken Griechenland mal anders! Golem.de hat das für Dezember 2020 geplante Immortals ausprobiert und zeigt Gameplay im Video.
Von Peter Steinlechner


    Stellenanzeige: Golem.de sucht CvD (m/w/d)
    Stellenanzeige
    Golem.de sucht CvD (m/w/d)

    Du bist News-Junkie, Techie, Organisationstalent und brennst für den Onlinejournalismus? Dann unterstütze die Redaktion von Golem.de als CvD.

    1. Stellenanzeige Golem.de sucht Verstärkung für die Redaktion
    2. Shifoo Golem.de startet Betatest seiner Karriere-Coaching-Plattform
    3. In eigener Sache Die 24-kernige Golem Workstation ist da

      •  /