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Bungie, Sega, Niantic: Microsoft zeigt seine Übernahme-Wunschliste

Vor Activision Blizzard wollte Microsoft andere Spielestudios aufkaufen. Vor Gericht wurden nun die Kandidaten bekannt.
/ Daniel Ziegener
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Microsoft hatte eine lange Wunschliste. (Bild: Bing Image Creator/Golem.de)
Microsoft hatte eine lange Wunschliste. Bild: Bing Image Creator/Golem.de

Im Streit mit der FTC um die Übernahme des Spieleentwicklers Activision Blizzard sind interne Microsoft-Dokumente bekannt geworden, die mehr über die Übernahmestrategie des Konzerns verraten. Darunter ist auch eine Beobachtungsliste mit Unternehmen, an denen Microsoft ebenfalls interessiert war. Auf der tauchen unter anderem Bungie, Sega und der Pokémon-Go-Entwickler Niantic auf.

In einer E-Mail, die The Verge vorliegt(öffnet im neuen Fenster) , wandte sich Xbox-Chef Phil Spencer im November 2020 an Microsoft-CEO Satya Nadella und Microsofts Finanzchefin Amy Hood und bat um die Genehmigung, wegen einer möglichen Übernahme der Spielestudios auf Sega zuzugehen. Sega verfüge über "ein ausgewogenes Portfolio von Spielen in verschiedenen Segmenten mit globaler geografischer Anziehung" und könne Microsoft dabei behilflich sein, "Xbox Game Pass sowohl auf als auch außerhalb der Konsole zu beschleunigen" , so Spencer.

Auch Halo-Entwickler Bungie, den eine lange Geschichte mit Microsoft verbindet, stand auf der Liste. Eine Übernahme von Bungie würde die "Sicherung von wertvollem geistigen Eigentum, Destiny und seiner Community und die Integration seiner Entwicklungs- und Live-Ops-Infrastruktur in die Xbox Game Studios" umfassen. Destiny sei einer der Titel mit den meisten Spielstunden im Game Pass.

Bungie wurde mittlerweile für 3,6 Milliarden US-Dollar von Microsofts Konkurrenten Sony übernommen , wo die Multiplayer-Experten wohl schon zur Unterstützung bei der Entwicklung des Mehrspieler-Modus von The Last of Us Part 2 herangezogen wurden. Während Bungie selbst an seinem neuen Spiel Marathon arbeitet, verblieben die Rechte für Halo bei Microsoft .

Bevor die Übernahmepläne bezüglich Activision Blizzard konkret wurden, befand sich Microsoft außerdem lange Zeit in Gesprächen mit dem Browser- und Mobilegame-Entwickler Zynga, sagte Phil Spencer. "Am Ende dachten wir, dass wir für unsere Chance etwas brauchen, das sogar noch größer ist als Zynga, wenn man bedenkt, wie klein unser Startplatz im mobilen Geschäft ist" , so Spencer. Letztendlich wurde Zynga Anfang 2022 für 12,7 Milliarden US-Dollar von Take Two übernommen .

Außerdem auf der Liste: Hitman-Entwickler IO Interactive, die früher zu Google gehörenden Augmented-Reality-Spezialisten Niantic, das Indiestudio Super Giant Games, das mit Hades einen Hit landen konnte , und den Mobilegame-Entwickler Playtrix. Laut Spenders E-Mail waren priorisierte Übernahmeziele für die Märkte in Europa und Nordamerika Unternehmen im Bereich für PC- und Mobilegames.


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