Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Bungie: Marathon spaltet Spieler zum Start

Der Extraction-Shooter von Bungie startet mit positiven Bewertungen. Dennoch zeigen Reviews schnell die größten Kritikpunkte.
/ Peter Steinlechner
5 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Artwork von Marathon (Bild: Bungie)
Artwork von Marathon Bild: Bungie

Der Extraction-Shooter Marathon des zu Sony gehörenden Entwicklerstudios Bungie (Destiny) bietet kurz nach dem Start ein gemischtes Bild aus guten Spielerzahlen, ordentlichen Store-Bewertungen und zugleich deutlich hörbarer Kritik aus der Community. Besonders auf Steam wird deutlich, wo die Spieler Stärken und Schwächen des Titels sehen.

Laut SteamDB(öffnet im neuen Fenster) erreichte Marathon kurz nach Veröffentlichung einen Spitzenwert von rund 88.000 gleichzeitig aktiven Gamern. Zuletzt lag der Live-Wert bei gut 66.000 Spielern. Parallel dazu summieren sich auf Steam weltweit rund 13.000 Nutzerreviews, von denen rund 90 Prozent positiv ausfallen.

In vielen Steam-Rezensionen(öffnet im neuen Fenster) wird vor allem das Gunplay gelobt – eine klassische Stärke von Bungie. Ein Spieler schreibt etwa: "Das Gunplay ist gut. Darüber gibt es nichts zu diskutieren."

Ein anderer beschreibt seine Erfahrungen so: "Die ersten fünf Stunden habe ich nur auf die Fresse bekommen und das Spiel gehasst. Dann hat es Klick gemacht – und plötzlich macht es süchtig." Das ist typisch für Extraction-Shooter, aber untypisch für den Massenmarkt-Ansatz, den man von Bungie erwartet hätte.

Gleichzeitig ziehen sich bestimmte Kritikpunkte durch viele der am häufigsten bewerteten Reviews. Immer wieder bemängeln die Spieler eine unübersichtliche Benutzerführung etwa beim Inventar- und Loot-System. In einer vielbeachteten Rezension heißt es: "Die Benutzeroberfläche ist nicht nur unpoliert, sie ist einfach schlecht gestaltet."

Bungie sollte beim Umfang rasch nachbessern

Weitere Kritik richtet sich gegen die geringe Zahl an Karten und den starken Fokus auf Dreierteams. Auch Fragen zur Monetarisierung für das 40 Euro teure Spiel und fehlende Komfortfunktionen werden regelmäßig angesprochen.

Auf den Konsolen fällt das Bild etwas freundlicher aus. Im Playstation Store erreicht Marathon derzeit rund 4,8 von 5 Sternen bei mehreren Tausend Bewertungen. Ein großer Teil der Nutzer vergibt dort die Höchstwertung. Die Xbox-Fassung kommt auf 4,5 Sterne auf Basis von etwas mehr als 500 Bewertungen.

Auf Metacritic(öffnet im neuen Fenster) liegt der User-Score für die PS5-Version aktuell bei rund 4,5 Punkten, wobei mehr als die Hälfte der Nutzerwertungen negativ ausfallen. Ein stabiler Kritikerschnitt liegt bislang noch nicht vor, auch bei Opencritic(öffnet im neuen Fenster) ist das Bild noch im Aufbau.

Die erste Zwischenbilanz fällt deshalb zwiespältig aus. Von einem Flop kann zum Start kaum die Rede sein, dafür sind Spielerzahlen und Bewertungen zu solide. Gleichzeitig zeigt sich, dass Marathon polarisiert.

Viele Spieler sehen im Kern einen sehr guten Shooter, gleichzeitig aber auch Schwächen bei Interface, Zugänglichkeit und Umfang. Ob Bungie diese Probleme schnell genug adressiert, dürfte entscheidend dafür sein, ob sich der Titel langfristig etablieren kann oder in Schwierigkeiten gerät.


Relevante Themen