Bundesweites Netz: United Internet hat Interesse an künftigen 5G-Auktionen

United-Internet-Chef Ralph Dommermuth will sein Mobilfunknetz nicht nur in Ballungsgebieten aufbauen. "Wir haben das Ziel, ein bundesweites Netz zu bauen" , sagte Dommermuth der Tageszeitung Die Welt(öffnet im neuen Fenster) . Das bedeute, dass das Unternehmen nach den jetzt zur Auktion stehenden Kapazitätsfrequenzen bei der nächsten Versteigerung auch Flächenfrequenzen erwerben müsse. "Und das ist auch unser Plan."
Zu Auktion stehen derzeit kurzwellige Frequenzen, die zwar eine hohe Datenübertragungsrate ermöglichen, aber nur eine geringe Reichweite haben. Daher eignen sie sich vor allem für Ballungsgebiete. Langwellige Frequenzen für 5G werden erst in einigen Jahren versteigert.
Der United-Internet-Chef weist Vorwürfe zurück, er nehme nur an der Versteigerung teil, um von seinen Konkurrenten bessere Konditionen für deren Netze zu bekommen. Derzeit nutzen die Kunden des MVNO (Mobile Virtual Network Operator) die Netze von Vodafone und Telefónica.
"Wir pokern nicht"
"Wir pokern bei der 5G-Auktion nicht" , sagte Dommermuth. "Das würde auch nicht funktionieren. Sobald Sie sagen, dass Sie sich an der Auktion beteiligen, dürfen Sie mit niemandem mehr reden." Experten sind sich dennoch nicht sicher , ob der MVNO sich nicht doch noch von der laufenden 5G-Auktion zurückziehe. United Internet habe in seinen Verhandlungen mit Netzbetreibern in der Vergangenheit auch nie angedeutet, ein eigenes Netz zu bauen, sofern es keine besseren Konditionen bekomme, sagte Dommermuth.
Ein eigenes Netz sei auch wirtschaftlich sinnvoll. Jedes Jahr bezahle der Konzern rund 600 Millionen Euro Miete für Mobilfunkvorleistungen an die Wettbewerber, weil seine Kunden deren Netze nutzten. Dieser Betrag steige jedes Jahr, parallel zum Kundenwachstum. "Irgendwann erreicht man hier Summen, bei denen sich ein eigenes Netz rechnet" , sagte Dommermuth.



