Bundeswehr S/4Hana: SAP räumt "mangelnde Softwarequalität" ein

Bei der Bundeswehr verzögert sich nach der Funkdigitalisierung des Heeres ein weiteres wichtiges IT-Projekt. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sollte die Umstellung der SAP Business Suite für Verwaltung, Material und Logistik der Militärs auf das cloudbasierte SAP S/4Hana am 27. Oktober live gehen, muss aber auf das zweite Quartal 2026 verschoben werden. Laut einer vertraulichen Vorlage aus dem Bundesverteidigungsministerium gab es "abnahmeverhindernde Probleme" .
Der SAP-Vorstand habe bereits im August eine "mangelnde Softwarequalität" eingeräumt und die Verschiebung des Starts auf Frühjahr 2026 empfohlen. Das Wehrressort bestätigte die Verzögerungen bei S/4Hana. Da das alte System aber noch laufe, so eine Sprecherin auf Anfrage, sei die Einsatzbereitschaft der Truppe nicht gefährdet.
SAP stellt Wartung für die Software ein
Der Wechsel werde nötig, weil SAP die Wartung für die bisherigen Anwendungen 2027/2030 einstellt.
An dem Projekt wird seit Jahren gearbeitet. "Der Umstieg auf SAP S/4HANA ist derzeit eines der zentralen Digitalisierungsprojekte der Bundeswehr" , erklärte das IT-Systemhaus der Bundeswehr BWI bereits im Juli 2020(öffnet im neuen Fenster) . Mit den Standard-Anwendungs-Software-Produktfamilien (SASPF) der Bundeswehr betreibe die BWI eine der größten SAP-Systemlandschaften in ganz Europa. Über die integrierte SAP-ERP-Plattform (Enterprise Resource Planning) wird das Rechnungswesen, die Beschaffung, Logistik, Instandsetzung und Personalwirtschaft des Militärs abgewickelt. Über 60.000 Nutzer arbeiteten bei der Bundeswehr zu der Zeit mit dem SASPF-System.
Eine SAP-Sprecherin sagte Golem auf Anfrage: "Die Migration der bestehenden SAP-Systeme für das Personalwesen bei der Bundeswehr wurde planmäßig und erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt zur Migration der SAP-Logistiksysteme für die Bundeswehr ist ein strategisches Vorhaben für SAP." Die Anpassung des Zeitplans erfolge ausschließlich, um höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards sicherzustellen. Man arbeite in enger Abstimmung mit der Bundeswehr daran, eine sichere, leistungs- und zukunftsfähige Lösung bereitzustellen.



