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Bundeswehr: Pistorius kündigt Aufbau eines Drohnen-Regiments an

Boris Pistorius kündigt das erste Drohnenregiment der Bundeswehr an: 600 Soldaten, Kamikazedrohnen und ein eigener Elektronik-Kampfverband.
/ Andreas Donath
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Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der Experimentalserie Land auf dem Truppenübungsplatz im Bergen (Bild: Bundeswehr/Janin Garzke)
Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der Experimentalserie Land auf dem Truppenübungsplatz im Bergen Bild: Bundeswehr/Janin Garzke

Die Bundeswehr soll bereits 2027 ein eigenes Drohnenregiment aufweisen(öffnet im neuen Fenster). Verteidigungsminister Boris Pistorius hat das Ziel auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen deutlich gemacht. Dem neuen Verband könnten bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten angehören.

Pistorius begründete den Schritt mit den veränderten Anforderungen moderner Kriegsführung. Wer sich zu Land behaupten wolle, müsse den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen. Aus dieser Erkenntnis zöge die Bundeswehr nun die notwendigen Schlüsse.

Das Regiment soll als selbstständiger Verband für unbemannte Systeme aufgestellt werden. Dabei gehe es nicht allein um fliegende Drohnen, erklärte der Minister. Auch unbemannte Landsysteme seien Teil des Aufgabenspektrums. Der Verband werde Fähigkeiten bündeln und die Entwicklung beschleunigen. Mögliche Reichweiten reichten von der Nächstdistanz bis hin zu 500 Kilometern. Eine eigene Kompanie für den elektromagnetischen Kampf sah Pistorius als besonders wichtig an.

Kamikazedrohnen als Teil der Ausrüstung

Zur geplanten Ausstattung dürften auch Kamikazedrohnen zählen, in der Fachsprache als loitering munition bezeichnet. Die Systeme befinden sich derzeit noch in der Erprobungsphase und sollen laut Planung im kommenden Jahr in den Truppenbetrieb übergehen.

Die Erprobung gilt als Teil eines breiteren Modernisierungsprozesses innerhalb der Bundeswehr. Beobachter verweisen dabei auf die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg, wo unbemannte Systeme inzwischen eine zentrale Rolle spielen. Welche konkreten Modelle letztlich beschafft werden, blieb zunächst offen.

Organisatorisch soll der Verband voraussichtlich der 10. Panzerdivision unterstellt werden. Dieser Großverband umfasst auch die Panzerbrigade 45, die zum Schutz der Nato-Ostflanke in Litauen stationiert ist. Eine offizielle Bestätigung dieser Zuordnung steht jedoch noch aus.

Die Stationierung deutscher Truppen in Litauen gilt als eines der sichtbarsten Zeichen der veränderten deutschen Sicherheitspolitik. Sie soll die Abschreckung gegenüber Russland stärken. Ob das Drohnenregiment dort ebenfalls zum Einsatz kommen wird, bleibt indes unklar.

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 hat die Bundesregierung erhebliche Mittel für die Modernisierung der Bundeswehr bereitgestellt. Der Bereich unbemannter Systeme galt dabei lange als Entwicklungslücke. Vertreter der Truppe hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass Deutschland im Drohnenbereich gegenüber anderen Nato-Partnern aufholen müsse. Die angekündigte Struktur könnte dazu beitragen, diesen Rückstand zu verringern. Bis zur vollen Einsatzbereitschaft des Verbandes werden jedoch noch einige Jahre vergehen.


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