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Bundeswehr Inspekteur: Digitalisierung des Funks ist "kriegsentscheidend"

Generalleutnant Christian Freuding unterstreicht die Bedeutung des neuen Digitalfunks im Krieg. Beim Funken treten drei Sekunden Verzögerung auf. Die Übermittlung eines digitalen Lagebilds kann bis 20 Minuten dauern.
/ Achim Sawall
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Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Breuer, übergab am 1. Oktober 2025 die Dienstgeschäfte an den neuen Inspekteur, Generalleutnant Christian Freuding (links im Bild). (Bild: Bundeswehr/Maximilian Schulz)
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Breuer, übergab am 1. Oktober 2025 die Dienstgeschäfte an den neuen Inspekteur, Generalleutnant Christian Freuding (links im Bild). Bild: Bundeswehr/Maximilian Schulz

Die Digitalisierung der Kommunikation ist laut Generalleutnant Christian Freuding, "kriegsentscheidend" . Das sagte der Inspekteur des Heeres am 25. November 2025 der Deutsche Presse-Agentur (dpa). Es gehe um "Fahren, Funken, Schießen, mit funktionierenden Sprach- und mit funktionierenden Datenanwendungen" , erklärte er.

"Wir haben große Fortschritte erzielt im Moment, insbesondere im Bereich der Sprache. Bei Digital sind wir noch nicht so weit, wie wir es sein wollen und müssen" , betonte der Generalleutnant.

Es sei nach Militärangaben klar, dass es auf Jahre hinaus einen Mischbetrieb des alten und des geplanten neuen Systems geben werde, auch weil Altbestände von Fahrzeugen nicht mehr umgerüstet würden.

Leiter des Sonderstabs Ukraine im Bundesverteidigungsministerium

Beim Projekt Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO) gehe es nicht nur um digitale Funkgeräte, sondern um ein digitales Führungs- und Informationssystem für Landstreitkräfte. Mehr als 200 verschiedene Fahrzeugtypen sollen auf abhörsichere, abstrahlgeschützte und kryptografiefähige Funkgeräte umgerüstet werden. Zu dem System gehören ein Gefechtsführungssystem mit Karten und Daten und eine Schnittstelle, über die unbemannte Systeme und Mobiltelefone eingebunden werden können.

Freuding erlangte breite Bekanntheit als Leiter des Sonderstabs Ukraine im Bundesverteidigungsministerium. In dieser Rolle war er nach dem russischen Überfall im Jahr 2022 der zentrale Koordinator für die militärische Unterstützung der Ukraine durch Deutschland.

System ist praktisch nicht nutzbar

Die Bundeswehr hält nach Berichten über Probleme mit der Digitalisierung an der Umrüstung einer ersten Division bis Ende 2027 fest. Bis dahin sollten auch ungefähr 10.000 Fahrzeuge mit dem neuen System bestückt sein, sagte Freuding. "Das ist das Ziel. Die Industrie hat uns auch zugesichert, dass wir bis Ende 2027 die Division 25 ausgerüstet bekommen – und daran werden wir die Industrie auch messen" , sagte er. Dabei gehe es um 16.000 Fahrzeuge und militärische Plattformen in der Bundeswehr. Neben einem extrem kompliziertem Einbau gibt es auch Probleme mit der Software. Beim Funken treten immer drei Sekunden Verzögerung auf. Die Übermittlung eines digitalen Lagebilds kann zehn bis 20 Minuten dauern.


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