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Bundesverkehrsminister: Schnieder will E-Autos für Geringverdiener bezahlbar machen

Nach französischem Vorbild könnte Deutschland eine einkommensabhängige Förderung für Elektroautos bekommen. Der Bundesverkehrsminister prüft das Modell.
/ Andreas Donath
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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (Bild: European Union, 1998 – 2025/Wikipedia)
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder Bild: European Union, 1998 – 2025/Wikipedia

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat sich offen für eine einkommensabhängige staatliche Förderung von E-Autos gezeigt. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung(öffnet im neuen Fenster) erklärte der Minister, die Bundesregierung prüfe verschiedene Optionen für Social Leasing. Frankreich diene dabei als mögliches Vorbild für eine sozial ausgerichtete Förderung.

Das Konzept des Social Leasing richtet sich an Menschen mit niedrigem Einkommen, die auf ein Fahrzeug angewiesen sind. Schnieder betonte, dass eine zielgerichtete Umsetzung sinnvoll sein könnte. Die Regierung beschäftige sich intensiv mit dem Thema und analysiere unterschiedliche Fördermodelle.

Frankreich führte im Januar 2024 ein staatlich subventioniertes Leasingprogramm ein, das sich speziell an weniger gut Verdienende richtete. Das Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron stieß auf deutlich größere Nachfrage als ursprünglich erwartet. Im September 2025 startete bereits eine neue Programmrunde .

Die Automobilindustrie unterstützt entsprechende Überlegungen. VW-Chef Oliver Blume sprach sich kürzlich für ein vergleichbares Angebot aus. Auch andere Branchenvertreter sehen Bedarf für zusätzliche Fördermaßnahmen im E-Auto-Segment.

Aktuelle Fördermaßnahmen und geplante Anreize

Die Bundesregierung hat die Befreiung von der Kfz-Steuer für E-Autos bis 2035 verlängert. Zudem werde der Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter vorangetrieben, so Schnieder. Der Minister begrüßte außerdem, dass zusätzliche Kaufanreize in Planung seien.

Die tatsächliche Nachfrage nach E-Autos fällt derzeit geringer aus als die Zulassungszahlen vermuten lassen. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres entfiel fast jede vierte Neuzulassung eines elektrischen Fahrzeugs auf sogenannte Eigenzulassungen durch Hersteller und Händler.

Diese Praxis wird häufig genutzt, um Absatzziele trotz schwacher Kundennachfrage zu erreichen. Die betreffenden Fahrzeuge gelangen meist zeitnah als Kurzzulassungen oder junge Gebrauchtwagen mit deutlichen Preisabschlägen auf den Markt. Die Eigenzulassungen verzerren somit die Statistiken zur tatsächlichen Marktnachfrage.

Die mangelnde Ladeinfrastruktur in Wohnvierteln erschwert vielen potenziellen Käufern den Umstieg auf E-Autos. Ohne regelmäßigen Zugang zu Lademöglichkeiten am Wohnort bleibt die Elektromobilität für viele Haushalte eine Herausforderung. Die Kosten für das öffentliche Laden werden ebenfalls als Hemmnis wahrgenommen.


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