Abo
  • Services:

Bundestrojaner: BKA will bald Messengerdienste hacken können

Bislang kann das Bundeskriminalamt nur Skype für Windows überwachen. Doch schon in diesem Jahr soll die Eigenentwicklung für das Hacken von Smartphone-Apps abgeschlossen sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Bundestrojaner soll bis Ende des Jahres auch in Smartphone eindringen können.
Der Bundestrojaner soll bis Ende des Jahres auch in Smartphone eindringen können. (Bild: Tim Pritlove)

Das Bundeskriminalamt (BKA) will bis Ende dieses Jahres die verschlüsselte Kommunikation von Smartphone-Nutzern überwachen können. Das geht aus einem geheimen Bericht für den Bundestag hervor, den Netzpolitik.org veröffentlichte. Demnach hat das BKA im dritten Quartal 2016 mit der Weiterentwicklung seiner Software zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) begonnen. "Diese soll nach aktueller Planung in 2017 abgeschlossen werden (einschließlich Softwareprüfung und betrieblicher Freigabe)", heißt es in dem Bericht vom Mai 2017.

Stellenmarkt
  1. Stiegelmeyer GmbH & Co. KG, Herford
  2. Dataport, verschiedene Standorte

Die bisherige Version des Bundestrojaners versteht sich offenbar nur mit Windows. Nach Angaben von Ermittlern fehlen zahlreiche wichtige Funktionen, etwa die Möglichkeit, die Ende-zu-Ende-verschlüsselten Whatsapp-Chats abhören zu können.

Externe Prüfung von Finspy

Medienberichten zufolge hatte das BKA im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro für "zusätzliche operative IT-Systeme" beantragt, das Geld sollte jedoch nicht komplett in die Trojaner-Entwicklung fließen.

Widersprüchliche Angaben gibt es hingegen, was die Prüfung der externen Spähsoftware von Finfisher betrifft. Während das Bundesinnenministerium vor wenigen Tagen noch behauptete, die Prüfung durch einen externen Anbieter sei noch nicht abgeschlossen, heißt es in dem Dokument des BKA: "Die durch das BKA im Oktober 2012 zum Zwecke der Redundanz, z.B. für den Entdeckungsfall der eingesetzten Software, zusätzlich beschaffte kommerzielle Quellen-TKÜ-Software 'Finspy' wurde nach erfolgter Überarbeitung durch die Herstellerfirma im Zeitraum Juni 2016 bis Februar 2017 durch ein externes Softwareprüflabor einer erneuten Quellcodeprüfung hinsichtlich ihrer Konformität mit der SLB unterzogen." Wobei mit SLB die Standardisierte Leistungsbeschreibung gemeint ist.

Nicht nur BKA darf Quellen-TKÜ nutzen

Dem Dokument zufolge wertet das BKA nun die Prüfberichte aus und prüft die Funktionen der Software. "Nach positivem Abschluss der funktionalen Tests und Bestätigung der vollständigen SLB-Konformität auf Grundlage der Ergebnisse der Softwareprüfung ist die Freigabe des Einsatzes durch das Bundesministerium des Innern geplant", heißt es weiter. Demnach könnten bis Ende des Jahres dem BKA zwei verschiedene Programme zur Quellen-TKÜ zur Verfügung stehen.

Das BKA hatte den Trojaner in den vergangenen Jahren selbst entwickelt, weil die kommerziell erhältlichen Lösungen die rechtlichen Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts nicht erfüllten. Das Gericht hatte im Jahr 2008 in einem Urteil hohe Hürden sowohl für den Einsatz eines solchen Trojaners als auch für den Funktionsumfang festgelegt.

Ende Juni hatte die große Koalition im Bundestag den großflächigen Einsatz der Quellen-TKÜ bei der Strafverfolgung beschlossen. Die Polizei darf künftig mithilfe von gehackten Smartphones oder Computern eine verschlüsselte Kommunikation bei Ermittlungen zu 38 Straftaten überwachen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  2. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  3. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

mcnesium 21. Jul 2017

jones1024 gewinnt

markab 21. Jul 2017

Steganographie und Kryptographie sind verschiedene Sachen: Das Funktionsprinzip der...

Voutare 21. Jul 2017

Na ja, gilt ja nicht für alle Linux nutzende oder Technikhöriger oder ... Eine der Grunde...

AngryFrog 21. Jul 2017

Physisch. Sprich, du bist irgendwo in der Öffentlichkeit und wenn du eh schon unter...

Nobunaga 20. Jul 2017

Ohhh hat man was von Trump, Erdoan und Putin gelernt. Das ist doch ein Schlag in...


Folgen Sie uns
       


Mac Mini mit eGPU - Test

Der Mac Mini hat zwar sechs CPU-Kerne und viel Speicher, aber nur eine integrierte Intel-GPU. Dank Thunderbolt 3 können wir aber eine externe Grafikkarte anschließen, was für Videoschnitt interessant ist.

Mac Mini mit eGPU - Test Video aufrufen
Raspberry Pi: Spieglein, Spieglein, werde smart!
Raspberry Pi
Spieglein, Spieglein, werde smart!

Ein Spiegel, ein ausrangierter Monitor und ein Raspberry Pi sind die grundlegenden Bauteile, mit denen man sich selbst einen Smart Mirror basteln kann. Je nach Interesse können dort dann das Wetter, Fahrpläne, Nachrichten oder auch stimmungsvolle Bilder angezeigt werden.
Eine Anleitung von Christopher Bichl

  1. IoT mit LoRa und Raspberry Pi Die DNA des Internet der Dinge
  2. Bewegungssensor auswerten Mit Wackeln programmieren lernen
  3. Raspberry Pi Cam Babycam mit wenig Aufwand selbst bauen

Chromebook Spin 13 im Alltagstest: Tolles Notebook mit Software-Bremse
Chromebook Spin 13 im Alltagstest
Tolles Notebook mit Software-Bremse

Bei Chromebooks denken viele an billige, knarzende Laptops - das Spin 13 von Acer ist anders. Wir haben es einen Monat lang verwendet - und uns am Ende gefragt, ob der veranschlagte Preis für ein Notebook mit Chrome OS wirklich gerechtfertigt ist.
Ein Test von Tobias Költzsch


    Mac Mini mit eGPU im Test: Externe Grafik macht den Mini zum Pro
    Mac Mini mit eGPU im Test
    Externe Grafik macht den Mini zum Pro

    Der Mac Mini mit Hexacore-CPU eignet sich zwar gut für Xcode. Wer eine GPU-Beschleunigung braucht, muss aber zum iMac (Pro) greifen - oder eine externe Grafikkarte anschließen. Per eGPU ausgerüstet wird der Mac Mini viel schneller und auch preislich kann sich das lohnen.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Apple Mac Mini (Late 2018) im Test Tolles teures Teil - aber für wen?
    2. Apple Mac Mini wird grau und schnell
    3. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

      •  /