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Gegen Faktenimmunität helfen keine Fakten

Nach einer aktuellen Einschätzung der Disinformation Review zeigt sich inzwischen schon, wie Russland auf die Debatte um Fake-News reagiert. Es gehe dem Westen darum, "alternative" Nachrichtenquellen und das Recht auf freie Meinungsäußerung einzudämmen. Zudem werde in Russland behauptet, es gebe keine unabhängigen Medien im Westen. Die jüngst vom EU-Parlament beschlossene Resolution gegen Anti-EU-Propaganda werde als Ausdruck von Russophobie gewertet.

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Sind Initiativen wie das angeblich vorgeschlagene "Abwehrzentrum gegen Desinformation" daher legitime Mittel eines demokratischen Rechtsstaates, um sich gegen anti-westliche Propaganda zu wehren? Oder riecht das schon nach "Zensur", wie es der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall, befürchtet? Nach Ansicht Überalls kann eine solche Behörde nicht darüber entscheiden, "was wahr ist und was nicht".

Wie kommt man aus seiner Filterblase?

Allerdings bringt es zum Teil wenig, wenn deutschsprachige Medien versuchen, Gerüchte richtigzustellen und wahrheitsgemäß zu berichten. Wie der Fall Lisa gezeigt hat, beziehen bestimmte Bevölkerungsgruppen, in diesem Fall Russlanddeutsche, ihre Informationen häufig aus muttersprachlichen Medien. Wenn diese staatlich kontrolliert werden, ist eine wahrheitsgemäße Berichterstattung nicht unbedingt zu erwarten.

Doch auch viele deutsche Bürger ohne einen ausländischen Hintergrund leben in einer Filterblase oder sogenannten Echokammer. Für sie gelten die neutralen und unabhängigen Medien als "Lügenpresse" oder "Systempresse". Menschen mit einer solchen Weltsicht ist mit Richtigstellungen von Gerüchten schwer beizukommen. Ein Gesinnungswandel, wie ihn jüngst ein österreichischer Facebook-Nutzer schilderte, ist wohl eher die Ausnahme: "Es ist erstaunlich, wie sich das eigene Weltbild verändert wenn man nicht nur Strache, Unzensuriert.at und Wochenblick abonniert hat, sondern Personen aus anderen Richtungen mit in seine Informationsquellen aufnimmt."

Es droht eine Fake-News-Schlammschlacht

Das der FPÖ nahestehende Portal Unzensiert.at will den Spieß sogar umdrehen und veröffentlicht selbst eine Fake News Wochenschau. Die Wochenschau solle zeigen, "wie manipulativ und basierend auf falschen Unterstellungen, Behauptungen oder gar Fakten die Mainstream-Medien regelmäßig 'berichten'". Ein solches Vorgehen zeigt das Dilemma: Wie soll Facebook reagieren, wenn ein Medium beispielsweise über interne Streitigkeiten in der AfD berichtet, dafür aber keine öffentlich überprüfbare Quelle liefert? Ist das schon eine Falschmeldung, die gelöscht werden muss? Oder sind bestimmte "Qualitätsmedien" davon ausgenommen?

Zudem lässt sich bei bestimmten Themen eine gewisse Faktenimmunität beobachten. Manche Medien sind offenbar bereits resistent gegen Tatsachen, sowie bestimmte Bakterien gegen Antibiotika. Wie lässt sich sonst erklären, dass immer wieder zur Weihnachtszeit vor der schleichenden Islamisierung Deutschlands gewarnt wird, weil Weihnachtsmärkte nicht mehr Weihnachtsmärkte und Martinszüge nicht mehr Martinszüge genannt werden dürfen. So oft können "Abwehrstellen gegen Desinformation" wie das Bildblog gar nicht diese Falschmeldungen richtigstellen.

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quineloe 06. Jan 2017

Dieses dümmliche Argument wurde bereits vor 85 Jahren widerlegt http://www.ourbaku.com...

TomSc 04. Jan 2017

Dort kommen die gesponserten Videovorschläge durch 2 Adblocker durch, und sind momentan...

Yash 04. Jan 2017

Das Internet war definitiv angenehmer als es fast nur Nerds benutzt haben.

plutoniumsulfat 03. Jan 2017

Riskant wäre das höchstens bei zwei Parteien und...nicht führen können? Schlimmer kann...

Palerider 03. Jan 2017

Du vergißt das diese 'Stimmen' Bürger sind - nur nutzen zu wenige Bürger ihre Stimme also...


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