Abo
  • Services:

CDU stänkert gegen Fairnessabkommen

Sollte man solche Berichte nachträglich löschen, wenn sich die Aussagen als falsch herausgestellt haben? Sicherlich nicht. Schließlich dokumentieren sie für die Öffentlichkeit, wenn Politiker gelogen oder ihr Wahlversprechen gebrochen haben. Medien sollten sich jedoch möglichst sicher sein, dass eine Person wirklich etwas so gesagt hat. Verdrehen und verkürzen sie die Aussage so, dass deren Intention ins Gegenteil verkehrt wird, lässt sich hingegen von einer Fake-News sprechen. Aber wie will ein Unternehmen wie Facebook darüber entscheiden?

Stellenmarkt
  1. HMS Technology Center Ravensburg GmbH, Ravensburg
  2. TeamBank AG, Nürnberg

Die Parteizentralen selbst wirken derzeit eher ratlos, wie das passieren soll. So schlägt die SPD ein Fairnessabkommen vor und fordert darin, "dass sich Parteien von der Erstellung und Verbreitung sogenannter Fake-News distanzieren und dazu beitragen, dass solche Meldungen richtiggestellt werden". Alle Parteien sollten auch im digitalen Wahlkampf die Regeln des demokratischen Diskurses beachten. Die FDP sieht "allem voran die Betreiber der sozialen Netzwerke in der Verantwortung, gegen Fake-News vorzugehen". Zudem sollte der Verzicht darauf "Bestandteil eines Fairness-Abkommens der Parteien sein".

Halbe Mazedonische Kleinstadt lebte von Fake-News

CDU-Generalsekretär Peter Tauber bezeichnete den SPD-Vorschlag hingegen als "albern" und fügte hinzu: "Das ist also nur eine billige PR-Nummer der SPD, die ziemlich ärgerlich ist, weil damit der Eindruck erweckt wird, die Parteien in Deutschland würden zu solchen Maßnahmen greifen wollen." Auf Anfrage von Golem.de teilte die CDU-Parteizentrale mit: "Wir setzen darauf, dass Journalisten mit ihrer Arbeit dazu beitragen, Wahres und Falsches für die Leser klar unterscheidbar zu machen. Auch Plattformbetreiber von sozialen Netzwerken müssen ihrer Verantwortung nachkommen und auf Meldungen ihrer Nutzer entsprechend reagieren."

Wie das alles funktionieren soll, ist völlig unklar. So hat sich inzwischen herausgestellt, dass eine halbe Kleinstadt in Mazedonien während des US-Wahlkampfs von der Verbreitung von Fake-News lebte. Junge Männer suchten nach möglichst klickträchtigen Behauptungen und Gerüchten in sozialen Netzwerken und verbreiteten diese dann auf Pseudo-Medienseiten wie Uspoliticsnow.com, TrumpVision365.com, CentralNewsAmerica.com oder USConservativeToday.com. Aus Fakes wurden damit Fake-News.

Die große Angst vor Russland

Die politischen Hintergründe und Auswirkungen waren dabei völlig egal. Solchen Betreibern ist mit Fairness-Vereinbarungen der Parteien schwer beizukommen. Vielleicht verhindert die Sprachbarriere eine Wiederholung des Erfolgs. Zum anderen ist die Zielgruppe deutlich kleiner als im US-Wahlkampf, so dass sich weniger Geld verdienen lässt. Der Wahlkampf in Deutschland ist außerdem nicht so polarisiert und auf zwei Personen fokussiert wie in den USA.

Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass beispielsweise ein staatlicher Akteur inkognito solche Seiten mit Fake-News betreibt. Die Furcht bei Regierung und Parteien vor einer gezielten Desinformationskampagne Russlands ist derzeit groß. "Wir haben hier in der Vergangenheit immer wieder Anlass gehabt, über Medienarbeit russischer Medien, russischer Kanäle, auch russischer offizieller Vertreter zu sprechen. Der Fall Lisa ist nur ein Beispiel; dazu haben wir schon ausführlich gesprochen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert Anfang Dezember.

Man müsse die Bürger darauf hinweisen, dass es Desinformation und falsche Nachrichten gebe und "dass das möglicherweise Interessen dient, die nicht unbedingt die Interessen unseres freiheitlich-demokratischen Systems sind". Seibert empfahl die Lektüre der Disinformation Review des Europäischen Auswärtigen Dienstes, die nach eigenen Angaben pro-russische Falschmeldungen aufdecken will.

 Bundestagswahlkampf 2017: Die große Angst vor dem InternetGegen Faktenimmunität helfen keine Fakten 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)
  2. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)

quineloe 06. Jan 2017

Dieses dümmliche Argument wurde bereits vor 85 Jahren widerlegt http://www.ourbaku.com...

TomSc 04. Jan 2017

Dort kommen die gesponserten Videovorschläge durch 2 Adblocker durch, und sind momentan...

Yash 04. Jan 2017

Das Internet war definitiv angenehmer als es fast nur Nerds benutzt haben.

plutoniumsulfat 03. Jan 2017

Riskant wäre das höchstens bei zwei Parteien und...nicht führen können? Schlimmer kann...

Palerider 03. Jan 2017

Du vergißt das diese 'Stimmen' Bürger sind - nur nutzen zu wenige Bürger ihre Stimme also...


Folgen Sie uns
       


Red Dead Redemption 2 - Golem.de live

Wir reden gemeinsam mit unserer Community über das große Spiel 2018, Red Dead Redemption 2, nach dem Test.

Red Dead Redemption 2 - Golem.de live Video aufrufen
Red Dead Online angespielt: Schweigsam auf der Schindmähre
Red Dead Online angespielt
Schweigsam auf der Schindmähre

Der Multiplayermodus von Red Dead Redemption 2 schickt uns als ehemaligen Strafgefangenen in den offenen Wilden Westen. Golem.de hat den handlungsgetriebenen Einstieg angespielt - und einen ersten Onlineüberfall gemeinsam mit anderen Banditen unternommen.

  1. Spielbalance Updates für Red Dead Online und Battlefield 5 angekündigt
  2. Rockstar Games Red Dead Redemption 2 geht schrittweise online
  3. Games US-Spielemarkt erreicht Rekordumsätze

Google Nachtsicht im Test: Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel
Google Nachtsicht im Test
Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel

Gut einen Monat nach der Vorstellung der neuen Pixel-Smartphones hat Google die Kamerafunktion Nachtsicht vorgestellt. Mit dieser lassen sich tolle Nachtaufnahmen machen, die mit denen von Huaweis Nachtmodus vergleichbar sind - und dessen Qualität bei Selbstporträts deutlich übersteigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Pixel 3 Google patcht Probleme mit Speichermanagement
  2. Smartphone Google soll Pixel 3 Lite mit Kopfhörerbuchse planen
  3. Google Dem Pixel 3 XL wächst eine zweite Notch

Mars Insight: Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars
Mars Insight
Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars

Bei der Frage, wie es im Inneren des Mars aussieht, kann eine Raumsonde keine spektakuläre Landschaft gebrauchen. Eine möglichst langweilige Sandwüste wäre den beteiligten Wissenschaftlern am liebsten. Der Nasa-Livestream zeigte ab 20 Uhr MEZ, dass die Suche nach der perfekten Langeweile tatsächlich gelang.

  1. Astronomie Flüssiges Wasser auf dem Mars war Messfehler
  2. Mars Die Nasa gibt den Rover nicht auf
  3. Raumfahrt Terraforming des Mars ist mit heutiger Technik nicht möglich

    •  /