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Bundestagswahl: Wie das Internet die Wahl entscheidet

Langweiliges TV-Duell, nichtssagende Werbeplakate, peinliche Fernsehspots: Der Wahlkampf 2013 scheint sich in nichts von seinen Vorgängern zu unterscheiden. Doch für das Internet trifft dies ganz und gar nicht zu.

Artikel veröffentlicht am ,
Nicht nur die Piraten haben das Problem: Viele Klicks und Likes bedeuten noch keine Wählerstimmen.
Nicht nur die Piraten haben das Problem: Viele Klicks und Likes bedeuten noch keine Wählerstimmen. (Bild: Friedhelm Greis)

Die rasante Entwicklung der sozialen Medien und der mobilen Anwendungen seit 2009 zwingt die Parteien dazu, ihren Wahlkampf im Netz nach neuen Regeln zu gestalten. Das Internet soll auf ganz unterschiedliche Weise dazu beitragen, die Wahl zu entscheiden. Auf den ersten Blick ist dabei häufig gar nicht zu erkennen, in welcher Form die Parteien in ihre Websites investiert haben. Genaue Zahlen geben die Wahlkampfmanager nicht preis, doch ist von allen befragten Parteien zu hören, dass "deutlich mehr Geld für Online als 2009" ausgegeben wird, wie zum Beispiel Robert Heinrich von den Grünen auf Golem.de-Anfrage sagte.

Inhalt:
  1. Bundestagswahl: Wie das Internet die Wahl entscheidet
  2. Wahlkampf nach Obama-Vorbild - und viel Satire

Grund für eine neue Programmierung der Seiten ist zum einen die stärkere Verbreitung mobiler Endgeräte. "Responsive Design" lautet bei der CDU beispielsweise die Antwort darauf, dass immer mehr Nutzer per Smartphone oder Tablet im Internet surfen. Mit "Responsive Design" wird die ausgegebene Seite unabhängig von Apps auf das jeweilige Endgerät angepasst. Aber auch um die barrierefreie Darstellung der Seiten haben sich die Parteien bemüht. So ist bei der CDU inzwischen jeder Beitrag mit einer Vorlesefunktion ausgestattet, selbst das 128-seitige Wahlprogramm. Optisch passen sich die Seiten ebenfalls den neuen Nutzergewohnheiten an. Die Grünen-Kampagne "Zwei Minuten" ist auf eine Tablet-Darstellung zugeschnitten, die FDP-Wahlseite ganz in Kacheloptik gehalten.

Facebook-Seiten nach dem Stopfgansprinzip

Doch anders als in früheren Jahren ist die eigene Website nur noch eine von vielen Plattformen im Netz, auf denen die Parteien Präsenz zeigen müssen. So hatten die Piraten erst drei Wochen vor der Wahl 2009, am 6. September, einen Facebook-Account angelegt. In diesem Jahr liegen sie mit rund 83.000 Fans deutlich vor den Bundestagsparteien, die im Laufe des Jahres 2009 oder kurz vorher dem sozialen Netzwerk beigetreten waren. "Der wichtigste Baustein in der diesjährigen Onlinekampagne ist der Social-Media-Bereich mit Facebook, Twitter und Youtube", sagt CDU-Wahlkampfmanager Oliver Rösler Golem.de. So nutzen alle Parteien ihre Facebook-Profile, um sie nach dem Stopfgansprinzip frei von ästhetischen Ansprüchen mit Werbebotschaften zuzupflastern.

Selbstverständlich sind auch alle Bundestagskandidaten angehalten, eigene Artikel zu verfassen. Sie dokumentieren auf Facebook und Twitter fleißig ihre Aktivitäten, die in früheren Jahren nicht einmal der Lokalzeitung eine Notiz wert gewesen wären. Erstaunlich ist der Facebook-Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD). Obwohl die Euro-Gegner erst seit März bei Facebook aktiv sind, haben sie mit mehr als 60.000 Fans die etablierten Parteien deutlich abgehängt.

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Unter den Spitzenpolitikern hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit mehr als 350.000 Fans die meisten Facebook-Unterstützer und liegt damit deutlich vor ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück mit knapp 50.000 Fans. Beide schreiben inzwischen eigene Beiträge, wobei sich die Postings von Angela Merkel an Schlichtheit gegenseitig zu übertreffen versuchen: "Danke für Ihre Unterstützung!", "Ich freue mich auf einen großartigen Fußballabend. Eines ist sicher: Deutschland gewinnt. Und das ist gut.", schreibt die Kanzlerin unter "/am". Steinbrücks Eigenbeitrag zum digitalen Wahlkampf sieht so aus, dass handschriftliche Zettel fotografiert und gepostet werden.

Für die Spitzenkandidaten gelten vermutlich die Social-Media-Anleitungen nicht, die die Parteien in ihren Wahlkampfhandbüchern verfasst haben. Stark nachgefragt waren Schulungen zum Umgang mit Facebook oder Twitter, die beispielsweise auf Parteitagen angeboten wurden. Mit kritischen Postings zu den Beiträgen haben alle Parteien zu kämpfen. Wobei generell nur solche Beiträge gelöscht werden, die aus juristischen Gründen beanstandet werden können. Dabei gilt offenbar das Prinzip: Die Befürworter "liken", die Kritiker posten.

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Wahlkampf nach Obama-Vorbild - und viel Satire 
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GodsBoss 13. Okt 2013

Oder deine Ansichten stehen der NPD näher, als du denkst. ;-) Ich denke aber, es liegt...

Bouncy 13. Sep 2013

Doch. Und ich glaube eher heise.de als dir :p

Dadie 12. Sep 2013

Tut mir Leid, habe mich an diese Stelle natürlich etwas populistisch ausgedrückt. Meine...

Ork 12. Sep 2013

Ich finde es auch überraschend, wie es die NPD, die AfD und die REPs es vor die CDU...

tundracomp 11. Sep 2013

Die Shortcut Tasten in der Beschreibungstexten sind ja auch alle für den IE :-D Alt+J...


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