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Wahlkampf nach Obama-Vorbild - und viel Satire

SPD organisiert Tür-zu-Tür-Besuche

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Auf einen gänzlich anderen Nutzen des Internets setzt die SPD. Nach Angaben von Wahlkampfmanager Alexander Bercht begleiteten die Sozialdemokraten dazu intensiv den Wahlkampf von US-Präsident Barack Obama und schauten sich auch in Frankreich und den Niederlanden einiges ab. Um die geplanten fünf Millionen Haustürbesuche bei Wählern zu organisieren, hat die SPD das Portal Mitmachen.spd.de entwickelt. "Das ist die mitteleuropäische Umsetzung von dem, was wir aus den Obama-Wahlkämpfen kennen", sagte Bercht Golem.de.

In den vergangenen zwei Jahren habe die Partei in das Portal "ziemlich viel Geld investiert" und eigene Programmierarbeit hineingesteckt. So würden einzelnen Wahlkreisen nun Straßenzüge zugeordnet, die man den SPD-Teams für den Tür-zu-Tür-Wahlkampf zuteilen könne. Allerdings habe man das Obama-Konzept den hiesigen "politkulturellen Verhältnissen" und den Datenschutzrichtlinien anpassen müssen. Wie "Big Data" inzwischen den US-Wahlkampf beeinflusst, hat jüngst ein Wahlkampf-Experte in Berlin enthüllt.

Selbstverständlich gibt es auch in diesem Wahlkampf einige neue Internetformate. Während vor zehn Jahren noch Kandidaten-Chats populär waren, startete die SPD nun mit Steinbrück stolz die erste Twitter-Townhall (#fragpeer) in Deutschland, wobei der Kanzlerkandidat zu Beginn freimütig einräumte, beim Twittern nicht selbst die Antworten in die Tasten tippen zu können. Für die mobilen Nutzer entwickelte die CDU eine Merkel-App, die es Smartphone- und Tablet-Besitzern ermöglicht, "die Plakate der CDU zum Sprechen zu bringen". Ein einfacher QR-Code, um auf die Youtube-Videos zu verlinken, reicht inzwischen wohl nicht mehr aus. Eher konventionell ist dagegen von der SPD die Anti-Regierungsseite "Schwarzgelbblog", die zwischenzeitlich allerdings eingeschlafen war und auf der wochenlang nichts passierte.

Nicht nur liken, sondern auch wählen

Das gilt zum Teil auch für die Satire- und Persiflageblogs, die vor allem auf Tumblr die Parteien und den Wahlkampf durch den Kakao ziehen. Während das Anti-FDP-Blog Gutgemachtfdp und die Pofalla-Seite pofallabeendetdinge inzwischen ebenfalls beendet wurden, lädt die CDU-Plakataktion mit der Merkel-Raute weiter geradezu zu satirischer Verfremdung ein. Fast 90 Persiflagen finden sich inzwischen auf der Seite Merkelraute.tumblr.com. Nicht auszuschließen, dass sich die nächsten Wahlkämpfe bei den Parteien stärker von Facebook nach Tumblr verlagern. Schon jetzt lassen die Piraten einen Teil ihrer Kampagne (Wirstellendasmalinfrage.tumblr.com/) über die Blogging-Plattform laufen, die im Mai von Yahoo für 1,1 Milliarden Dollar gekauft worden war. Die SPD dokumentiert auf ihrer Tumblr-Seite die Wahlkampfaktivitäten der Mitglieder.

Ob sich der Internetaufwand der Parteien gelohnt hat und welche Instrumente den größten Erfolg bringen, lässt sich vermutlich nur schwer feststellen. Verglichen mit dem ganzen Wahlkampfapparat sind die 14 Onlinemitarbeiter bei der SPD und die 20 Onliner bei der CDU nur ein kleines Team. Sollten die Sozialdemokraten aber mit ihrem Mitmachtool tatsächlich mehr als 17.000 Unterstützer mobilisieren können, wie es auf der Seite heißt, könnte dies der Partei noch zusätzlichen Schwung für die letzten Wahlkampftage geben. Für alle Parteien gilt aber, was die Piraten inzwischen auf ihre Plakate schreiben: "Nicht nur liken, sondern: wählen gehen."

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GodsBoss 13. Okt 2013

Oder deine Ansichten stehen der NPD näher, als du denkst. ;-) Ich denke aber, es liegt...

Bouncy 13. Sep 2013

Doch. Und ich glaube eher heise.de als dir :p

Dadie 12. Sep 2013

Tut mir Leid, habe mich an diese Stelle natürlich etwas populistisch ausgedrückt. Meine...

Ork 12. Sep 2013

Ich finde es auch überraschend, wie es die NPD, die AfD und die REPs es vor die CDU...

tundracomp 11. Sep 2013

Die Shortcut Tasten in der Beschreibungstexten sind ja auch alle für den IE :-D Alt+J...


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