Abo
  • Services:

Bundestagswahl 2017: Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher

Die große Koalition ist bei der Bundestagswahl 2017 abgestraft worden. Als mögliche Koalition dürfte nur Schwarz-Gelb-Grün infrage kommen. Was für die Netzpolitik nicht das Schlechteste wäre. Die Piraten stürzen noch tiefer ab.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Wähler haben offenbar genug von Schwarz-Rot.
Die Wähler haben offenbar genug von Schwarz-Rot. (Bild: Jens Schlüter/Getty Images)

Union und SPD haben nach vier Jahren Regierungskoalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2017 deutliche Verluste hinnehmen müssen. Nach ihrem knappen Scheitern im Jahr 2013 zieht die FDP erneut sowie die AfD erstmals in den Bundestag ein. Grüne und Linke können nach vier Jahren Opposition ihren Stimmenanteil leicht verbessern. Als mögliches Regierungsbündnis käme rechnerisch wieder eine kaum noch "groß" zu nennende Koalition zwischen Union und SPD infrage. Wahrscheinlicher dürfte eine sogenannte Jamaika-Koalition zwischen Union, Grünen und FDP sein.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Berlin
  2. OKI EUROPE LIMITED, Branch Office Düsseldorf, Düsseldorf

Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge kommt die Union auf 33,0 Prozent der Zweitstimmen, das bedeutet einen deutlichen Verlust von 8,6 Prozent. Dabei gab die CSU verhältnismäßig noch mehr Stimmen ab als die CDU. Auch die SPD büßte viele Stimmen ein und kam mit 20,5 Prozent auf das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag vor vier Jahren konnte die FDP mit 10,7 Prozent ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Grüne und Linke konnten ihren Stimmenanteil nur leicht erhöhen und kommen auf 8,9 beziehungsweise 9,2 Prozent.

Piraten verlieren 80 Prozent der Stimmen

Am stärksten legte hingegen die als nationalkonservativ bis rechtsextrem eingeschätzte AfD zu, die mit 12,6 Prozent auf Anhieb als drittstärkste Kraft den Einzug in den Bundestag schaffte. Damit sind im kommenden Bundestag sieben Parteien in sechs Fraktionen vertreten, so viele wie seit 1953 nicht mehr.

Noch tiefer in die politische Bedeutungslosigkeit sind die Piraten verschwunden. Sie verloren im Vergleich zu 2013 mehr als 80 Prozent ihrer Zweitstimmen und liegen mit einem Anteil von 0,4 Prozent noch deutlich unter der Tierschutzpartei.

Dem Ergebnis zufolge dürfte Merkel für die kommenden vier Jahre wieder zur Bundeskanzlerin gewählt werden. Eine Fortsetzung der großen Koalition, die im vergangenen Bundestag über 80 Prozent der Sitze verfügte, scheint aber fraglich. Angesichts ihres desaströsen Abschneidens dürften die Sozialdemokraten eher bestrebt sein, sich aus der Opposition heraus zu regenerieren. Führende Mitglieder wie Parteivize Manuela Schwesig oder Fraktionschef Thomas Oppermann haben sich dafür ausgesprochen.

Aus netzpolitischer Sicht wäre eine Jamaika-Koalition einer Neuauflage von Schwarz-Rot sicherlich vorzuziehen (siehe Analyse). Allerdings sind sich Parteien wie CSU, Grüne und FDP teilweise in herzlicher Abneigung verbunden. Sollten die als schwierig zu erwartenden Koalitionsverhandlungen scheitern, könnte es zu Neuwahlen kommen.

Nachtrag vom 25. September 2017, 8:32 Uhr

Wir haben das vorläufige amtliche Endergebnis ergänzt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 119,90€

Trollversteher 29. Sep 2017

Und der nächste Kampfbegriff - blablabla "Neoliberales System", blalabla - wenn Du ein...

Trollversteher 29. Sep 2017

List sich für mich so, als würdest Du juristische Begrifflichkeiten ("Verbrecher") und...

plutoniumsulfat 27. Sep 2017

Es ist zumindest nicht unmöglich, das rauszubekommen. Ansonsten kann man auch mal fragen...

mnementh 27. Sep 2017

Bei der Bundestagswahl werden die Direktkandidaten (Erststimme) im jeweilgen Wahlkreis...

cuthbert34 26. Sep 2017

Heute morgen habe ich ein Interview mit dem Landesvorsitzenden in Sachsen-Anhalt Hr...


Folgen Sie uns
       


Bright Memory Episode 1 - 10 Minuten Gameplay

Wir zeigen die ersten 10 Minuten von Bright Memory, dem actionreichen Indie-Ego-Shooter mit spektakulären Schwertkampf-Einlagen.

Bright Memory Episode 1 - 10 Minuten Gameplay Video aufrufen
Geforce RTX 2060 im Test: Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber
Geforce RTX 2060 im Test
Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber

Mit der Geforce RTX 2060 hat Nvidia die bisher günstigste Grafikkarte mit Turing-Architektur veröffentlicht. Für 370 Euro erhalten Spieler genug Leistung für 1080p oder 1440p und sogar für Raytracing, bei vollen Schatten- oder Textur-Details wird es aber in seltenen Fällen ruckelig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte Geforce GTX 1660 Ti soll 1.536 Shader haben
  2. Geforce RTX 2060 Founder's Edition kostet 370 Euro
  3. Turing-Architektur Nvidia stellt schnelle Geforce RTX für Notebooks vor

Schwerlastverkehr: Oberleitung - aber richtig!
Schwerlastverkehr
Oberleitung - aber richtig!

Der Schwerlast- und Lieferverkehr soll stärker elektrifiziert werden. Dafür sollen kilometerweise Oberleitungen entstehen. Dass Geld auf diese Weise in LKW statt in die Bahn zu stecken, ist aber völlig irrsinnig!
Ein IMHO von Sebastian Grüner

  1. Softwarefehler Lime-Tretroller werfen Fahrer ab
  2. Hyundai Das Elektroauto soll automatisiert parken und laden
  3. Kalifornien Ab 2029 müssen Stadtbusse elektrisch fahren

Elektroauto: Eine Branche vor der Zerreißprobe
Elektroauto
Eine Branche vor der Zerreißprobe

2019 wird ein spannendes Jahr für die Elektromobilität. Politik und Autoindustrie stehen in diesem Jahr vor Entwicklungen, die über die Zukunft bestimmen. Doch noch ist die Richtung unklar.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Monowheel Z-One One Die Elektro-Vespa auf einem Rad
  2. 2nd Life Ausgemusterte Bus-Akkus speichern jetzt Solarenergie
  3. Weniger Aufwand Elektroautos sollen in Deutschland 114.000 Jobs kosten

    •  /