Mit einer App durch ganz Deutschland reisen

Das heißt, die Linke befürchtet offenbar eine weitere Zunahme des Lkw-Verkehrs, wenn die Fahrzeuge künftig durch technische Systeme weniger Energie verbrauchen oder weniger Abgase ausstoßen. Irgendwelche Vorteile durch den vernetzten Verkehr nennt die Partei in ihrem Programm nicht. "Statt Profite für Uber und Co. wollen wir den regulierten Taxibetrieb als Teil des öffentlichen Verkehrs", fordert die Partei. Zwar spielt eine günstige und ökologische Mobilität für alle eine wichtige Rolle, doch diese soll eher durch den Ausbau des öffentlichen Fern- und Nahverkehrs als durch digitalisierten Individualverkehr erreicht werden.

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Das sieht die Union jedoch anders. "Gerade junge Menschen in Städten und Ballungsräumen setzen zunehmend auf verzahnte Konzepte, die individuelle und öffentliche Verkehrs- und Kommunikationssysteme miteinander verbinden. Durch die enormen Möglichkeiten der Digitalisierung wird es künftig zur Entstehung völlig neuer Mobilitätskonzepte kommen", heißt es in dem Programm. Mit einem deutschlandweit einheitlichen digitalen Ticket wollen CDU und CSU "Verkehrsverbünde intelligent vernetzen und in einem System zusammenführen". Das Ziel: "Es soll eine App und ein digitales Ticket geben, mit dem Fahrgäste überall in Deutschland fahren können."

Aneinanderreihung von Plattitüden

Diese Idee findet sich auch im Programm der Grünen: "Mit dem grünen Mobilpass schaffen wir die Möglichkeit, die eigene Reise durch ganz Deutschland genau wie das Pendeln zur Arbeit mit einer einzigen Smartcard oder App zu buchen und zu bezahlen - von Tür zu Tür." Gleichzeitig sollen anonym und analog verkaufte Fahrkarten erhältlich bleiben. Die Partei will ebenfalls die 130 Verkehrsverbünde in Deutschland miteinander verknüpfen.

Das verkehrspolitische Programm der SPD besteht aus einer Aneinanderreihung von Plattitüden. "Die Bürgerinnen und Bürger sollen mobil sein können." Oder: "Für die Wirtschaft bedeutet Mobilität einen wichtigen Standortfaktor." Oder: "Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) werden wir noch attraktiver machen." Von Vernetzung und Digitalisierung findet sich nichts. Die Partei will zumindest "einen verlässlichen Zeitplan erarbeiten, um Mobilität in Deutschland bis 2050 digital, schadstofffrei, barrierefrei und sicher zu gestalten". Das heißt, in ungefähr 33 Jahren muss dann das letzte Verbrennerauto im Museum abgestellt worden sein.

Zusammenfassung

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In den kommenden vier Jahren wird sich in der Entwicklung des Verkehrs einiges tun. Elektrische und automatisierte Autos werden zwar lange noch nicht die Straßen dominieren, jedoch wird deren Verbreitung nach und nach zunehmen. Ob bis zur voraussichtlich nächsten Bundestagswahl im Jahr 2021 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein werden, ist jedoch nicht ausgemacht. Wenn überhaupt, dann dürfte das dem Erfolg von Projekten wie dem Streetscooter der Deutschen Post und nicht der Politik zu verdanken sein.

Die bisherige Entwicklung zeigt: So lange es keine bezahlbaren Elektroautos mit größerer Reichweite gibt und die Ladeproblematik gelöst ist, nützen Kaufprämien wenig. Eine Quote wie in China dürfte hierzulande kaum durchzusetzen sein. Möglicherweise setzt sich die Elektrifizierung in den kommenden Jahren eher "von unten" durch, mit mehr elektrisch angetriebenen Fahrrädern, Rollern und kleinen Stadtautos wie dem E-Go.

Den Möglichkeiten der Politik sind daher Grenzen gesetzt, solange die technische Entwicklung bei der Akkutechnik keinen entscheidenden Fortschritt macht. Dass der künftige Koalitionsvertrag einen Termin für einen Verbrennerverbot enthalten wird, darf als ausgeschlossen gelten. Solange die Grünen die richtigen Weichen für den Einstieg in den emissionsfreien Verkehr stellen dürfen, sind sie am Ende sicherlich zufrieden.

In einer siebenteiligen Artikelserie untersucht Golem.de die Positionen der Parteien zu den wichtigsten Themen der Netzpolitik und Mobilität anhand der veröffentlichten Wahlprogramme. Dabei gehen wir neben den im Bundestag vertretenen Parteien auch auf die FDP und AfD ein, weil diese in zahlreichen Landtagen vertreten sind und den Umfragen zufolge in den Bundestag einziehen werden:

Überblick

Breitbandausbau / Glasfaser / 5G

IT-Sicherheit / Cybercrime

Autonomes Fahren / Elektromobilität / Vernetzter Verkehr

Datenschutz / Überwachung / Verbraucherschutz

Open-Data / E-Government / Open Source

Urheberrecht / Hasskommentare / Fake News

Die vollständigen Wahlprogramme sind jeweils als PDF unter folgenden Links abrufbar: CDU/CSU, CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD

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plutoniumsulfat 02. Sep 2017

Oder Linke und CDU. Oder CDU und Af...ach ne, das lässt sich erklären...

quineloe 01. Sep 2017

Wenn der Spendenstaubsauger FDP in die Regierung kommt, dann war's das für einen großen...

quineloe 01. Sep 2017

Wir machen einen Deal hier, ja? Du bekommst den Klempner ins Haus, hörst dafür aber auf...

thinksimple 01. Sep 2017

Ausserdem bleibt der Grüne dann öfters stehen um ne Kröte über die Strasse zuntragen.



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