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Bundestagsdebatte: Internationale Ächtung von Angriffen auf Seekabel gefordert

Der Weltmarkt kann seine Glasfaser-Seekabel nicht ohne internationale Abkommen schützen. Der Bundestag versucht, den Widerspruch in Kriegszeiten zu lösen.
/ Achim Sawall
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Der Bundestag debattiert über den technischen Schutz von Seekabeln. (Bild: Bundestag / Screenshot Golem)
Der Bundestag debattiert über den technischen Schutz von Seekabeln. Bild: Bundestag / Screenshot Golem
Inhalt
  1. Bundestagsdebatte: Internationale Ächtung von Angriffen auf Seekabel gefordert
  2. Internetausfall: Großer Schaden für die deutschen Konzerne

Weil Glasfaserseekabel zunehmend zum Ziel von Angriffen werden, haben Union und SPD am 6. Mai 2026 einen Antrag zur Kabeldiplomatie in den Bundestag eingebracht. Es ging um technischen Schutz der Seekabel und eine internationale Ächtung von Angriffen auf die Infrastruktur.

Der Abgeordnete Nicolas Zippelius (CDU) sagte(öffnet im neuen Fenster) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): "Wir brauchen bessere Fähigkeiten zur schnellen Erkennung, Reparatur und Wiederherstellung von Kabelschäden. Notwendig ist es zudem, zu prüfen, wie man im Seerecht die Rechte der betroffenen Staaten bei Kabelschäden stärken kann."

Sicherheitspolitisch relevante Infrastruktur

In dem Antrag wird gefordert(öffnet im neuen Fenster), dass die "Bundesregierung die Zusammenarbeit mit den EU-Institutionen, europäischen Partnern und strategischen internationalen Partnern" ausbauen solle. Zippelius sagte in der Bundestagsdebatte, Unterseekabel seien "als außen- und sicherheitspolitisch relevante Infrastruktur zu betrachten" und entsprechend nötig sei eine internationale Kooperation.

Der Informationsaustausch mit internationalen Partnern, insbesondere mit dem Indopazifik, müsse verbessert werden. Dabei solle geprüft werden, wie bestehende Informationsplattformen auf europäischer Ebene auch für Partner außerhalb der EU geöffnet werden könnten. "Zudem sind bestehende Vereinbarungen etwa auf G7-Ebene konsequent umzusetzen und im Nato-Rahmen bleibt die Beteiligung an Baltic Century zentral", erklärten die Antragssteller.

Die EU-Kommission stellt rund 270 Millionen Euro für die Sicherung und schnellere Reparatur beschädigter Seekabel bereit. Nach Angaben vom 5. Februar 2026 erfolgt dies im Rahmen einer neuen Toolbox für Kabelsicherheit mit einem Volumen von 347 Millionen Euro für strategische Seekabelprojekte.

Neue Unterseekabelroute über die Westarktispassage

Ein Jahr nach dem Start der Nato-Mission Baltic Sentry zum Schutz von Pipelines und Unterseekabeln in der Ostsee sagte der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, es werde auch eine neue Unterseekabelroute über die Westarktispassage um den arktischen Ozean in Betracht gezogen. Dies könnte unter anderem Deutschland mit den USA, Japan und Südkorea verbinden.

Im internationalen Recht bestünden Lücken beim Schutz und bei der Reparatur von Unterseekabeln, insbesondere auf hoher See. Zippelius betonte: "Auch hier braucht es Lösungen mit den internationalen Partnern, um ein effizienteres Vorgehen zu ermöglichen."


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