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Internetausfall: Großer Schaden für die deutschen Konzerne

Die SPD-Politikerin Nancy Faeser erklärte in der Debatte: "Würde das Internet einen einzigen Tag ausfallen, entstünde in Deutschland geschätzt ein Schaden für die deutsche Volkswirtschaft von 7 Milliarden Euro." Es gehe darum, eine multinationale Strategie zu entwickeln, um den Schutz dieser kritischen Infrastruktur besser aufstellen.

Jan Köstering (Linke) betonte, man müsse über EU und Nato hinausdenken: "Wenn wir also über Kabeldiplomatie reden, dann darf es nicht um Bündnisse gehen. Regierungen müssen zu einer weltweiten Übereinkunft kommen, so wie es längst zum Schutz beispielsweise von Krankenhäusern und ziviler Infrastruktur geht." Vergleichbare Schutzregeln kenne man von Kulturgütern. Zahlreiche Grundsätze seien dazu in der Genfer Konvention verankert.

Internationale Ächtung der Angriffe gefordert

Auch Christoph Schmid (SPD) forderte, "die Bundesregierung dabei zu unterstützen, ihre Bemühungen zum besseren Schutz der kritischen Unterwasserinfrastruktur zu verstärken und international abzustimmen."Dafür seien "entsprechendes Material und Personal über den Tag hinaus" nötig.

Tobias Winkler (CSU) erklärte, es gehe um "technische Maßnahmen, aber auch um eine internationale Ächtung dieser Angriffe". Bei der Jahrestagung und der Parlamentarischen Versammlung der OSZE im vergangenen Jahr in Porto sei am Ende unter knapp 300 Abgeordneten aus mehr als 50 Teilnehmerstaaten der OSZE eine Mehrheit dafür erzielt worden, "Angriffe auf Unterseekabel und weitere Anlagen kritischer Infrastruktur als inakzeptable und unrechtmäßige Handlungen" anzuerkennen.

Konventionen und Völkerrecht werden nicht mehr eingehalten

Doch in aktuellen Kriegen spielen Konventionen und Völkerrecht kaum noch eine Rolle: Im März 2022 erfolgte der weltweit erste militärische Angriff auf ein laufendes Atomkraftwerk durch russische Truppen in der Ukraine. Seit Beginn des israelischen Krieges gegen Gaza im Oktober 2023 kam es an fast allen großen Kliniken im Gazastreifen zu militärischen Operationen, Belagerungen und Beschuss. US-Präsident Donald Trump drohte am 7. April 2026 im Zuge des Ultimatums zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz auf Truth Social: "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wieder zurückkehren."

Immer wieder gab es in der Ostsee Sabotageakte an Seekabeln. Schiffe mit Verbindungen zu Russland sollen dabei mehrfach vorsätzlich mit Schiffsankern Seekabel zerstört haben. Seit 2025 gab es mindestens fünf größere Vorfälle, bei denen Russland-nahe Schiffe Glasfaserkabel in der Ostsee beschädigten.

Hyperscaler als Hauptfinanzierer

Doch der Einfluss der Regierungen schwindet: Direkt im Staatsbesitz befinden sich heute nur noch etwa 25 bis 30 Prozent der weltweiten Seekabelinfrastruktur. Glasfaserseekabel werden von europäischen Telekommunikationskonzernen wie Vodafone, Orange, Telefónica oder Telecom Italia sowie den US-Hyperscalern Google, Meta, Microsoft und Amazon errichtet und betrieben, die seit Jahren bei fast jedem Projekt als Hauptfinanzierer auftreten. Die Billionen-Konzerne haben die finanziellen Mittel, um Seekabel mit Sensorik abzusichern und schnell zu reparieren.

Angesichts der ökonomischen Bedeutung dauere die Reparatur von Glasfaserseekabeln bisweilen zu lange, sagte die Generalsekretärin der Internationalen Fernmeldeunion der Uno (ITU), Doreen Bogdan-Martin, am 26. Februar 2025 auf dem International Submarine Cable Resilience Summit in Abuja in Nigeria.

Die ITU teilte mit: "Mehr als 99 Prozent des internationalen Datenverkehrs werden über ein Netzwerk von etwa 500 Unterseetelekommunikationskabeln übertragen, das sich über mehr als 1,7 Millionen Kilometer weltweit erstreckt."


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