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Computersystem im Bundestag läuft wieder.
Computersystem im Bundestag läuft wieder. (Bild: Cezary Piwowarski/CC BY-SA 3.0)

Computersystem neu gestartet: Abgeordneter bezweifelt Sicherheit der Bundestagsrechner

Computersystem im Bundestag läuft wieder.
Computersystem im Bundestag läuft wieder. (Bild: Cezary Piwowarski/CC BY-SA 3.0)

Die Computersysteme des Bundestages laufen wieder. Das IT-System musste nach einer Hackerattacke neu aufgesetzt werden. Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz ist aber alles andere als zufrieden.

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Der Bundestag ist wieder online: Das Parlament hat sein Computersystem am Montag nach einer Generalüberholung neu gestartet. "Die Rechner werden nach und nach hochgefahren und bisher scheint das alles gut zu klappen", sagte eine Sprecherin des Bundestages. Das IT-System des Bundestages musste nach einem großen Hackerangriff überarbeitet werden, wie Mitte Mai bekanntgeworden war. Unbekannte hatten einen Trojaner in das System geschleust und Daten abgezweigt.

Hintergründe des Cyberangriffs weiterhin unklar

Die Hintergründe des Cyberangriffs sind weiterhin unklar. Es ist nicht einmal bekannt, auf welche Art von Daten die Angreifer zugreifen konnten. Der Cyberangriff, so heißt es aber, lief professionell ab. So professionell, dass Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen danach die Sorge äußerte, ein ausländischer Nachrichtendienst könnte am Werk gewesen sein.

Ziel der Arbeiten sei gewesen, das Computersystem sicherer zu machen, sagte die Bundestagssprecherin. Die Abgeordneten konnten seit der Abschaltung am Donnerstagabend weder auf ihre Bundestags-E-Mails und Terminverwaltung noch auf das Intranet zugreifen.

Am Montag wurden die Rechner nach und nach wieder hochgefahren. Die Parlamentarier mussten zum Neustart des Systems ihr Passwort ändern, dabei habe es wohl keine großen Probleme gegeben. Allerdings befindet sich das Parlament derzeit noch in der Sommerpause. Aus Sicherheitsgründen nennt der Bundestag keine Details dazu, welche Änderungen in den vergangenen Tagen am Computersystem gemacht wurden.

Kritik am Vorgehen des Bundestages

Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz forderte mehr Transparenz: "Das ist die letzten Monate nicht optimal gelaufen", kritisierte er. Die Abgeordneten müssten wissen, was gemacht worden sei, um die Sicherheit des Systems beurteilen zu können. "Aber wie das so ist bei solchen Angriffen: Man kann nicht sehen, ob das jetzt alles in Ordnung ist", ergänzt von Notz.

Journalisten waren keine Fotoaufnahmen bei den Arbeiten an dem Computersystem erlaubt. Was in den Serverräumen des Bundestages gemacht wurde? "Wir wissen es nicht genau", sagt der Abgeordnete von Notz. "Wir haben Zweifel, ob das gründlich genug war."

Die Verunsicherung nach dem Cyberangriff sei bei vielen Abgeordneten groß gewesen, sagt von Notz. Nach Ansicht eines Experten kann sich das Parlament nie hundertprozentig schützen. Frank Rieger vom Chaos Computer Club äußerte vorab Zweifel, ob das überarbeitete System wirklich sicher sein kann.

Bundestag lässt sich nur schwer verteidigen

"Letzten Endes ist der Bundestag halt ein schwierig zu verteidigendes Ziel", sagte Rieger vergangene Woche zu Beginn der Arbeiten. "Da für eine vollständige Sicherheit zu sorgen, halte ich für illusorisch." Auch nach Ansicht der Parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Dagmar Ziegler, hat der Hackerangriff "allen in Erinnerung gerufen, dass absolute Sicherheit auch in der IT eine Illusion ist".

Nachdem der Angriff bemerkt worden sei, seien alle Kommunikationskanäle für die Eindringlinge unterbunden worden, teilt Ziegler auf Anfrage mit. Alle Rechner seien regelmäßig zusätzlich zum Virenschutz auf spezielle Schadsoftware und der Internetverkehr auf verdächtige Kommunikation hin analysiert worden. "Eigentlich konnte man sich da fast sicherer fühlen als vor dem Angriff!"

Der Grünen-Politiker von Notz ist Mitglied im Untersuchungsausschuss zum NSA-Spionageskandal und hat ein speziell gesichertes Handy. Viele seiner Nachrichten würden verschlüsselt, sagt er. Für ihn ist die Überarbeitung der Computersystems noch nicht erledigt. "Wir brauchen da mehr Transparenz", sagt er. "Wir wollen jetzt einfach wissen, was genau gemacht wurde."


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guenther62 28. Aug 2015

Da wohl fast 100% der Abgeordneten ein unsicheres Betriebssystem (laut BSI) installiert...

emuuu 26. Aug 2015

Sorry aber die Annahme ist doch etwas naiv gedacht. Ich unterstell jetzt den Politikern...

ratzeputz113 25. Aug 2015

Link? Oder sonstiger Beleg?

ratzeputz113 25. Aug 2015

Stimme ich vorbehaltlos zu. Wer sich tatsächlich die Mühe macht, sich mit den Inhalten...

Hotohori 25. Aug 2015

Ich hatte mich schon gewundert... hab den Artikel erst nach der Änderung gelesen.



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