Bundestags-Hack: Laut Lammert kein Hardware-Austausch erforderlich

Der Angriff auf die IT-Systeme des Bundestags hat offenbar nicht so große Folgen wie bislang befürchtet. Zwar sollen Teile des Systems neu aufgesetzt werden, jedoch ohne die Hardware auszutauschen. Über die Hacker gibt es erste Spekulationen.

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Der Cyberangriff auf den Bundestag soll laut Lammert doch keinen Hardware-Austausch erforderlich machen.
Der Cyberangriff auf den Bundestag soll laut Lammert doch keinen Hardware-Austausch erforderlich machen. (Bild: Andreas Solaro/AFP/Getty Images)

Der Cyberangriff auf den Bundestag hat offenbar keinen größeren Austausch der verwendeten Hardware zur Folge. In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten, der Golem.de vorliegt, schreibt Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am Donnerstag, die bisherigen Analyseergebnisse legten zwar nahe, "neben der laufenden Systembereinigung rasch auch mindestens in Teilen mit einer Neuaufsetzung des IT-Systems des Deutschen Bundestages zu beginnen". Nach derzeitigem Kenntnisstand sei das aber nicht mit einem Austausch von Hardware verbunden. Medien hatten zuvor von einem "Totalschaden" geschrieben, der einen kompletten Neuaufbau des Computernetzes erforderlich mache.

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Lammert bestätigte nach einer Sitzung des Ältestenrates am Donnerstag im Bundestag, dass in den vergangenen beiden Wochen keine Datenabflüsse mehr aus den Systemen des Bundestags festgestellt worden seien. Das hätten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundestagsverwaltung festgestellt. Das bedeute aber nicht, dass der Angriff endgültig abgewehrt und beendet sei. Daher müsse "mit dem Aufbau einer ertüchtigten Struktur begonnen werden". Zwar müsse nicht die gesamte Hardware ausgetauscht werden, aber es sei doch eine so nachhaltige Gefährdung eingetreten, "dass wir aus den sich daraus ergebenden Risiken übereinstimmend zu der Schlussfolgerung gekommen sind, das jetzt zügig in Angriff zu nehmen".

Nach Angaben Lammerts soll auch das Bundesamt für Verfassungsschutz die Untersuchungen begleiten. Dies bedeute jedoch nicht, dass der Inlandsgeheimdienst einen Zugriff auf Rechner von Abgeordnetenbüros, Fraktionen oder Verwaltungen dafür erhalten müsse. Der Bundestag sei zuversichtlich, diesen "beachtlichen und massiven Angriff" auf das IT-System mit Erfolg bewältigen zu können.

Lammert bestätigte zudem, dass der Generalbundesanwalt inzwischen prüfe, "ob in der vorliegenden Angelegenheit ein Anfangsverdacht für eine in die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft fallende Straftat gegeben ist". Ein entsprechender Fragenkatalog werde zeitnah von der Bundestagsverwaltung beantwortet. Es ist aber weiterhin unklar, wer hinter dem Cyberangriff stecken könnte. Hinweise, die auf Russland als Ursprungsland des Angriffes deuteten, hätten sich verstärkt, wollte die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Berlin aus mehreren Quellen erfahren haben.

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Unter anderem sei noch unklar, ob es sich um einen russischen Geheimdienst oder eine andere russische Organisation handele. Laut Spiegel Online liegen Experten Anhaltspunkte dafür vor, dass der russische Auslandsnachrichtendienst SWR hinter der Spähaktion steckt. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sagte am Rande einer Konferenz zur Cybersicherheit in Potsdam, er habe die Sorge, "dass es sich um einen Cyberangriff eines ausländischen Nachrichtendienstes handelt".

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