Auktion: Bundesnetzagentur erhöht Auflagen an 5G

In ihrem finalen Entscheidungsentwurf hat die Bundesnetzagentur nun Kooperationen der Netzbetreiber zu 5G erleichtert, darunter auch Roamingvereinbarungen.

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Auch LTE zur Versorgung erlaubt
Auch LTE zur Versorgung erlaubt (Bild: Vodafone Deutschland)

Die Bundesnetzagentur hat in einem finalen Entscheidungsentwurf die Vergabebedingungen für die 5G-Frequenzauktion dem Beirat bei der Bundesnetzagentur vorgelegt. Das gab die Behörde am 16. November 2018 bekannt. Insgesamt wurden die Auflagen an die Mobilfunkbetreiber nochmals erhöht, es gibt jedoch keine Pflicht, Mobilfunkprovider (MVNO - Mobile Virtual Network Operator) in die 5G-Netze zu lassen. Auch von einem flächendeckenden 5G-Ausbau auf dem Land ist keine Rede.

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"Wir haben unseren ursprünglichen Entwurf im Lichte der zahlreichen Stellungnahmen überarbeitet. Dabei hatten wir im Blick zu behalten, was technisch, wirtschaftlich und rechtlich möglich ist", erläuterte Behördenchef Jochen Homann. "Die Auflagen umfassen nun auch die Versorgung der Landstraßen, Wasserstraßen und Schienenwege. Im Gegenzug haben wir die Möglichkeiten zu Kooperationen zwischen den Netzbetreibern gestärkt und eine gegenseitige Anrechnung der Versorgung vorgesehen."

Versorgt werden sollen bis Ende 2022 mit mindestens 100 MBit/s mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland, alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen sowie die wichtigsten Schienenwege.

Schienenwege schlechter als Bundesstraßen versorgt

Bis Ende 2024 sollen alle übrigen Bundesstraßen mindestens mit 100 MBit/s, alle Landes- und Staatsstraßen, die Seehäfen und wichtigste Wasserstraßen sowie alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 Mbit/s versorgt sein. Für alle Bundesautobahnen und Bundesstraßen wird zudem eine Latenz von 10 Millisekunden vorgeschrieben. Laut Experten sind 10 Millisekunden beim vernetzten Auto völlig ausreichend.

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Zusätzlich sind je Betreiber 1.000 5G-Basisstationen und 500 Basisstationen in weißen Flecken bis Ende 2022 zu errichten. Das können offenbar auch LTE-Station sein.

Für einen Neueinsteiger sollen gesonderte Versorgungsauflagen gelten, die noch nicht weiter ausgeführt wurden.

Bei der Umsetzung können die Netzbetreibern in Gebieten zusammenarbeiten, in denen sich der Ausbau für den einzelnen Netzbetreiber wirtschaftlich nicht lohnt. Hier sind Infrastruktur-Sharing und Roaming möglich. Es wurde ein Verhandlungsgebot zu Kooperationen auferlegt.

Die Netzbetreiber müssen mit, "geeigneten Diensteanbietern", also Mobilfunkprovidern, "über die Mitnutzung von Funkkapazitäten verhandeln." Einen Zwang zur Öffnung gibt es jedoch nicht.

In einem weiteren Antragsverfahren sollen zusätzliche Frequenzen im Bereich von 3.700 MHz bis 3.800 MHz sowie 26 GHz für lokale Nutzungen nach der Auktion 2019 bereitgestellt werden. Dies ist besonders für die Fertigungsindustrie und für kommunale Glasfasernetzbetreiber wichtig. Der Bereich soll für regionale und lokale Anwendungen reserviert und im Anschluss an die Frequenzauktion gesondert vergeben werden.

Der Beirat berät am 26. November über den Entwurf. Anschließend soll die Entscheidung veröffentlicht werden.

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