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Nur zehn Prozent sind gegen Cookies

Dort wird lediglich auf Seite 144 aus einer Umfrage (Eurobarometer) vom Juli 2016 zitiert (PDF), in der Nutzer gefragt wurden, ob sie der Aussage zustimmen: "Die Standardeinstellung des Browsers soll verhindern, dass Ihre Informationen geteilt werden." Darauf antworteten 89 Prozent der Befragten mit Ja, während die restlichen elf Prozent dies ablehnten oder dazu keine Meinung hatten.

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Daraus nun zu folgern, dass tatsächlich nur elf Prozent der Nutzer Cookies akzeptieren würden, ist hochgradig unseriös und irreführend. Das zeigen auch die Antworten auf die nächste Frage im Eurobarometer: "Wann sollte Ihrer Meinung nach eine Website um die Erlaubnis bitten, auf Ihre Informationen zuzugreifen oder Tools abzuspeichern, um Ihre Online-Aktivitäten auf Ihren Geräten überwachen zu können?" Demnach wollen 48 Prozent beim ersten Besuch der Website gefragt werden und später die Möglichkeit haben, die Entscheidung zu widerrufen. 39 Prozent wollen sogar bei jedem Besuch der Seite gefragt werden. Jetzt kommt die entscheidende Zahl: Nur zehn Prozent der Nutzer wollen gar nicht gefragt werden, weil sie ihre Informationen nicht teilen wollen.

Werbewirtschaft ist skeptisch

Anders gesagt: Die übergroße Mehrheit der Nutzer lehnt Cookies nicht prinzipiell ab, will aber vor deren Installation gefragt werden. Die EU-Verordnung setzt daher nur das um, was die Nutzer wollen. In korrekter Weise hätte das Bundeswirtschaftsministerium daher fragen müssen: "Was würde die ePrivacy-Verordnung konkret für einzelne Geschäftsmodelle bedeuten, wenn eine Umfrage der EU-Kommission stimmt, dass rund 87 Prozent der Nutzer vor Setzen und Auslesen von Cookies gefragt werden wollen?"

Die ehrliche Antwort müsste lauten: Keine Ahnung, das hängt vermutlich davon ab, wie exzessiv solche Tracking-Techniken eingesetzt werden sollen. Auf Basis der tatsächlichen Frage verwundert die Antwort der Werbewirtschaft jedoch nicht. Diese geht laut WIK-Bericht davon aus, dass die Nutzer die künftig erforderliche Einwilligung nicht erteilen und ein Tracking durch Drittanbieter wie Online-Vermarkter oder andere Analyse-Dienste nicht mehr im gewohnten Umfang möglich sein wird.

Zielgerichtete Werbung besonders betroffen

Zudem ist es nicht so, dass der Datenschutz in irgendeiner Form die Darstellung von Werbeanzeigen einschränken würde. Es geht lediglich darum, dass die Anbieter nicht wie bisher ohne spezifische Einwilligung der Nutzer deren Internetverhalten analysieren dürfen, um ihnen maßgeschneiderte Werbung (Targeted Advertising) zukommen zu lassen. Doch genau diese Werbeformen sind für Werbekunden besonders interessant und werden beispielsweise beim Programmatic Advertising genutzt, um zielgruppenspezifische Werbung auf bestimmten Anzeigeplätzen zu versteigern.

In dem WIK-Bericht heißt es daher unter der Annahme, dass nur elf Prozent der Nutzer Cookies erlauben werden: "In Deutschland ist in der kurzen Frist von einer Reduktion des gesamten digitalen Werbebudgets von etwa einem Drittel auszugehen. In erster Linie werden Display- und Affiliate-Werbeformate betroffen sein." Bei Affiliate-Marketing erhalten die Webseiten-Betreiber eine Provision, wenn Nutzer bei einem Werbekunden Umsatz generieren. Suchmaschinenwerbung werde davon hingegen kaum berührt. Mittelfristig sei zu erwarten, dass "die Werbebudgets in geschlossene Log-In-Systeme wandern, die mit Inkrafttreten der ePrivacy-Verordnung immer noch eine weitgehend unveränderte Bedienbarkeit aufweisen und voraussichtlich einen noch größeren Teil der Zeit, die Nutzer täglich im Internet verbringen, für sich gewinnen können".

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JoBaer 13. Dez 2017

Im Falle des Chrome-Browsers kann das Problem in Malware liegen https://soft2secure.com...

My1 12. Dez 2017

stimme zu. vor allem chip.de hat ja jz auch ne blockersperre und wirbt mit "nicht...

amministratore 11. Dez 2017

Nicht unbedingt. So wie ich die Richtlinie verstehe, müssen auch Facebook und Co. eine...

berritorre 11. Dez 2017

Dann bin ich ja beruhigt. ;-)

berritorre 11. Dez 2017

Sehe das ähnlich wie du. Werbung? Brauche ich persönlich nicht. Ich behaupte sogar, dass...


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