Bundesregierung: Entwicklung von Corona-App kostet 20 Millionen Euro

Die Entwicklung der deutschen Corona-App ist inzwischen abgeschlossen. Vor der Veröffentlichung in der kommenden Woche laufen noch ausführliche Tests.

Artikel veröffentlicht am ,
Die geplante Corona-Warn-App der Regierung
Die geplante Corona-Warn-App der Regierung (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Entwicklung der Corona-Warn-App durch die Deutsche Telekom und SAP hat netto 20 Millionen Euro gekostet. Das verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Für den Betrieb der App sowie die Bereithaltung mehrsprachiger Telefonhotlines werden monatlich etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Dabei hängen die Kosten den Angaben zufolge von der konkreten Inanspruchnahme der Hotlines ab. Die App für Android und iOS soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Stellenmarkt
  1. Agile Coach (all Genders)
    ALLPLAN GmbH, München
  2. Mitarbeiter für den IT-Support (m/w/d)
    Hans-Weinberger-Akademie der AWO e.V., München
Detailsuche

Die eigentliche Entwicklungsarbeit sei inzwischen abgeschlossen, hieß es weiter. Derzeit würden intensive Tests der Infrastruktur und der App durchgeführt. Das betreffe beispielsweise den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) führe dazu in einem 24-Stunden-Dienst Penetrationstests durch, um mögliche Schwachstellen aufzudecken. Auch werde der Code überprüft. Die Netzwerk- und Serverbelastung werde mit Nutzerzahlen in zweistelliger Millionenhöhe simuliert.

Verifikations-Hotline für TAN

Eine hundertprozentige Sicherheit sei zwar nicht möglich, jedoch sollten alle kritischen Bugs ausgemerzt werden, hieß es weiter. Die Tests sollen bis Freitagabend abgeschlossen werden. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sei ebenfalls in die Überprüfung der App einbezogen. Die Abnahme der App könnte den Angaben zufolge am kommenden Wochenende erfolgen. Entsprechende Abnahmekriterien seien bereits vereinbart worden, hieß es.

Die beiden Telefonhotlines sollen in Deutsch, Englisch und Türkisch angeboten werden und rund um die Uhr erreichbar sein. Dabei handelt es sich zum einen um eine Auskunft zu technischen Fragen der App, zum anderen um einen Dienst für eine Übermittlung von Transaktionsnummern (TAN). Diese Verifikations-Hotline ist erforderlich, weil Betroffene nach einer bestätigten Infektion ihre IDs nur mit einer solchen TAN hochladen dürfen. Jedoch ist es derzeit noch nicht möglich, dass alle Labore dafür direkt einen QR-Code zur Verfügung stellen.

Golem Karrierewelt
  1. IPv6 Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    04./05.10.2022, virtuell
  2. Advanced Python – Fortgeschrittene Programmierthemen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    23.-25.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Zudem solle die Hotline weiterhelfen, wenn Betroffene ihren QR-Code verloren hätten oder dieser unleserlich geworden sei, berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Mit Fragen wie "Wo haben Sie den Test gemacht?" und nach dem konkreten Ablauf wolle man beispielsweise ausschließen, dass übermütige Schüler das System austricksten, um sich und den Klassenkameraden ein paar Tage zusätzliches Homeschooling zu organisieren.

SAP und Telekom haben den Programmcode der Corona-App Ende Mai im Netz veröffentlicht. Der Code für die Android- und die iOS-Version steht auf der Plattform Github bereit. Die Warn-App ist dazu gedacht, die Ausbreitung des Sars-Cov-2-Virus einzudämmen. Sie nutzt das Prinzip der Kontaktverfolgung (Proximity Tracing), um bei einem Kontakt mit einer mit dem Virus infizierte Person zu warnen. Über den Standard Bluetooth Low Energy (BLE) tauschen Smartphones temporäre Identifikationsnummern (IDs) mit anderen Geräten aus. Die entsprechende Schnittstelle haben Google und Apple den Entwicklern zur Verfügung gestellt.

  • Die Hauptfunktion der Corona-Warn-App ist die "Risikoermittlung". (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Nicht nur die Texte haben Fehler, insgesamt ist die App alles andere als fertig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Risikoermittlung lässt sich ohne Zugriff auf die Bluetooth-Schnittstelle noch nicht starten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Risikoermittlung lässt sich manuell aktualisieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eine von vielen Fehlermeldungen in der App, die auf noch nicht implementierte Funktionen zurückgeht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Grundeinstellungen der App sind sehr überschaubar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die App lässt sich auf Wunsch komplett zurücksetzen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Die Hauptfunktion der Corona-Warn-App ist die "Risikoermittlung". (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die wichtigsten Details zur App hat Golem.de in einem ausführlichen FAQ zusammengefasst.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


goldesel 13. Jun 2020

Da die kein gutes Haar an der offiziellen Corona App lassen, vermute ich eher nicht, dass...

vinzf 12. Jun 2020

Die hat zwei Mille gekostet - damals noch ohne den Unterbau von Google und Apple.

neocron 12. Jun 2020

du willst 50 entwicklern 8000,- pro tag zahlen? Mit 20Mio haette man fuer 52 Tage...

neocron 12. Jun 2020

die veranschlagen 2,5 - 3,5 Mio MONATLICH fuer den Betrieb! dafuer bekommt man nur eine...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Smartwatch
Öffnen der Apple Watch Ultra trotz Schrauben riskant

Die Apple Watch Ultra verfügt über vier Schrauben auf der Unterseite. Nutzer sollten sie nicht lösen, um die Uhr nicht zu zerstören.

Smartwatch: Öffnen der Apple Watch Ultra trotz Schrauben riskant
Artikel
  1. Gegen Amazon und Co.: Frankreich führt Mindestgebühren für Buchbestellungen ein
    Gegen Amazon und Co.
    Frankreich führt Mindestgebühren für Buchbestellungen ein

    Mit einer Mindestliefergebühr will Frankreich kleinere Geschäfte vor großen Onlinehändlern wie Amazon schützen.

  2. Gen.Travel: Volkswagen zeigt autonomes Elektroauto mit Betten
    Gen.Travel
    Volkswagen zeigt autonomes Elektroauto mit Betten

    VW hat eine Autostudie vorgestellt, in der niemand mehr fahren muss. Stattdessen kann gearbeitet, geschlafen oder gefreizeitet werden.

  3. E-Commerce und Open Banking: Big-Tech-Konzerne drängen in den Finanzsektor
    E-Commerce und Open Banking
    Big-Tech-Konzerne drängen in den Finanzsektor

    Open Banking sollte Innovationen fördern. Stattdessen nutzen Amazon, Apple und Google es dazu, ihre Marktmacht auszubauen.
    Eine Analyse von Erik Bärwaldt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • CyberWeek: Gaming-Hardware uvm. • Crucial P2 1 TB 67,90€ • ViewSonic VX2719-PC FHD/240 Hz 179,90€ • MindStar (u. a. MSI MAG Z690 Tomahawk 219€ + $20 Steam) • Apple AirPods 2. Gen 105€ • Alternate (u. a. Chieftec GDP-750C-RGB 71,89€) • Logitech G Pro Gaming Keyboard 77,90€ [Werbung]
    •  /