Bundesregierung: 5G-Frequenzen nur bei flächendeckendem Ausbau
Die Bundesregierung will, dass die Mobilfunkbetreiber schon bald die Frequenzen für das Supernetz 5G ersteigern und sich dabei verpflichten, das Netz flächendeckend auszubauen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung(öffnet im neuen Fenster) auf Überlegungen zum Vergabeverfahren, die an diesem Montag auf Ebene von Bund und Ländern gemeinsam beraten werden. Der neue Unionsfraktionsvize Ulrich Lange (CSU) will laut Handelsblatt keine Erlösmaximierung bei Versteigerungen, sondern strenge Auflagen, um zum Netzausbau in der Fläche zu verpflichten.
Die Unionsfraktion tritt demnach dafür ein, dass schnell ein flächendeckendes 5G-Netz aufgebaut wird, auch wenn der Standard noch nicht abschließend feststeht. Das ist technisch möglich, da die Spezifikationen für die Hardware weitgehend festgeschrieben sind und Anpassungen durch die Standardisierung durch Softwareupdates erfolgen können. So spricht man bei den Frequenzen von unter 6 GHz, im sogenannten 5G Pionierband, bei 3,4 bis 3,8 GHz von Trägerbandbreiten bis zu 100 MHz pro Träger und bei den Frequenzen oberhalb 6 GHz, also beispielsweise bei 26 GHz, von Trägerbandbreiten bis zu 1 GHz und darüber. Diese erweiterten Frequenzbereiche sind eine wesentliche Grundlage dafür, die in der ITU-5G-Definition angestrebten Leistungen zu erreichen, also beispielsweise die Datengeschwindigkeit von 10 GBit/s unter idealen Bedingungen im Downlink.
Bundesnetzagentur vertritt Netzbetreiberinteressen
Die Bundesnetzagentur mahnt dagegen "Angemessenheit und wirtschaftliche Zumutbarkeit" für die Netzbetreiber an. Eine Universaldienstverpflichtung sei unangemessen. Der Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges erwartet für den 5G-Aufbau hohe Ausgaben. "Die Bereitstellung von 5G wird sehr teuer. In ganz Europa kostet der Ausbau 300 bis 500 Milliarden Euro", sagte Höttges im Februar.
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Der Geschäftsführer beim Branchenverband VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten), Jürgen Grützner, warnte laut Handelsblatt, es gebe keinen Zusammenhang, dass Anbieter weniger böten, nur weil die Auflagen höher seien. "Die Unternehmen benötigen die Frequenzen aus strategischen Gründen", sagte er. Wäre ein flächendeckender Ausbau vorgeschrieben, müssten sie massiv investieren, weil das 5G-Netz mehr Antennen benötigt.
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