Abo
  • Services:

Bundesrechtsanwaltskammer: Anwälte sollen BeA sofort deinstallieren

Wer die Software für das Besondere elektronische Anwaltspostfach installiert hat, sollte diese so schnell wie möglich entfernen. Der BeA-Client ist von einer Java-Deserialisierungslücke betroffen, über die bösartige Webseiten Code ausführen und einen Rechner übernehmen können.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Die BeA-Software kommt nicht zur Ruhe - jetzt empfiehlt die Bundesrechtsanwaltskammer, die bisherige Version erstmal zu deinstallieren.
Die BeA-Software kommt nicht zur Ruhe - jetzt empfiehlt die Bundesrechtsanwaltskammer, die bisherige Version erstmal zu deinstallieren. (Bild: BRAK / Collage: Hanno Böck)

Die Software für das Besondere elektronische Anwaltspostfach (BeA) hat eine weitere gravierende Sicherheitslücke, die Bundesrechtsanwaltskammer empfielt daher nun allen Anwälten, die BeA-Software zu deaktivieren. Das wurde heute im Rahmen des sogenannten BeAthon bekannt, einer Veranstaltung, zu der die Bundesrechtsanwaltskammer externe Sicherheitsexperten und Vertreter von diversen Rechtsanwaltsorganisationen eingeladen hatte. Die Lücke ist völlig unabhängig von dem Problem, das kurz vor Weihnachten zur Abschaltung des Anwaltspostfachs geführt hat.

Stellenmarkt
  1. ProLeiT AG, Leverkusen
  2. MDK Baden-Württemberg Medizinischer Dienst der Krankenversicherung, Lahr

Markus Drenger vom Chaos Computer Club Darmstadt erläuterte auf dem BeAthon das Problem. Demnach ist die BeA-Software von einer sogenannten Java-Deserialisierungslücke betroffen. Die Software öffnet lokal auf dem Rechner einen HTTPS-Server, zu dem auch Webseiten über Websockets eine Verbindung aufbauen können.

Java-Deserialisierungslücke ermöglicht Codeausführung

Dieser lokale HTTPS-Server verarbeitet empfangene Objekte mit der Java-Bibliothek Jackson, die von dieser Sicherheitslücke betroffen ist. Durch eine trickreiche Konstruktion einer Anfrage ist es möglich, die Software dazu zu bringen, Code auszuführen. Damit kann ein Angreifer dann nach Belieben Software auf dem Rechner des Anwalts starten und beispielsweise vorhandene Daten kopieren oder verändern.

Die Bundesrechtsanwaltskammer empfiehlt nun selbst allen Rechtsanwälten, die Software schnellstmöglich zu deinstallieren oder aus der Autostart-Funktion von Windows zu entfernen. Markus Drenger hatte nach eigenen Angaben die Rechtsanwaltskammer bereits am 20. Dezember über die Sicherheitslücke informiert.

Rechtsanwaltskammer wusste bisher nicht, wie schwerwiegend diese Lücke ist

Ein Vertreter des Vorstandes der Bundesrechtsanwaltskammer war über Drengers Darstellung überrascht. Demnach hatte Atos die Kammer nicht darüber informiert, wie schwerwiegend diese Lücke ist.

Zunächst gab es Unklarheit darüber, ob die Lücke nach wie vor aktiv ist. Die Rechtsanwaltskammer hatte noch während des BeAthon den Hersteller Atos kontaktiert. Von Atos war kein Vertreter vor Ort, die Firma hatte kurzfristig ihre Teilnahme abgesagt.

Laut Atos startet der BeA-Client überhaupt nicht, da zur Zeit das BeA-Serversystem nicht aktiv ist. Damit wäre die genannte Lücke kein Problem. Markus Drenger konnte sich aber auf einem Testsystem nach wie vor mit dem lokalen Server verbinden. Die Rechtsanwaltskammer entschied sich, auf Nummer sicher zu gehen, und warnt nun ihre Mitglieder offiziell vor ihrer eigenen Software.

Einen ausführlichen Bericht über den BeAthon und über die anderen dort diskutierten Sicherheitsprobleme wird Golem.de am Montag veröffentlichen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Motorola Moto G5 für 99€ und Nokia 5 für 129€)
  2. 55,11€ (Bestpreis!)
  3. (aktuell u. a. Seagate Expansion+ Desktop 4 TB für 88€, Seagate Backup Plus Hub 6 TB für...
  4. 17,49€

Folgen Sie uns
       


Rimac Concept Two (C_Two) angesehen (Genf 2018)

Wir haben uns auf dem Genfer Autosalon 2018 den C_Two von Rimac angesehen.

Rimac Concept Two (C_Two) angesehen (Genf 2018) Video aufrufen
BeA: Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet
BeA
Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet

Das deutsche Rechtsanwaltsregister hat eine schwere Sicherheitslücke. Schuld daran ist eine veraltete Java-Komponente, die für einen Padding-Oracle-Angriff verwundbar ist. Das Rechtsanwaltsregister ist Teil des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs, war aber anders als dieses weiterhin online.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. BeA Secunet findet noch mehr Lücken im Anwaltspostfach
  2. EGVP Empfangsbestätigungen einer Klage sind verwertbar
  3. BeA Anwälte wollen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einklagen

Dell XPS 13 (9370) im Test: Sehr gut ist nicht besser
Dell XPS 13 (9370) im Test
Sehr gut ist nicht besser

Mit dem XPS 13 (9370) hat Dell sein bisher exzellentes Ultrabook in nahezu allen Bereichen überarbeitet - und es teilweise verschlechtert. Der Akku etwa ist kleiner, das spiegelnde Display nervt. Dafür überzeugen die USB-C-Ports, die Kühlung sowie die Tastatur, und die Webcam wurde sinnvoller.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Ultrabook Dell hat das XPS 13 ruiniert
  2. XPS 13 (9370) Dells Ultrabook wird dünner und läuft kürzer
  3. Ultrabook Dell aktualisiert XPS 13 mit Quadcore-Chip

Razer Nommo Chroma im Test: Blinkt viel, klingt weniger
Razer Nommo Chroma im Test
Blinkt viel, klingt weniger

Wenn die Razer Nommo Chroma eines sind, dann auffällig. Dafür sorgen die ungewöhnliche Form und die LED-Ringe, die sich beliebig konfigurieren lassen. Die Lautsprecher sind aber eher ein Hingucker als ein Hinhörer.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Razer Kiyo und Seiren X im Test Nicht professionell, aber schnell im Einsatz
  2. Stereolautsprecher Razer Nommo "Sind das Haartrockner?"
  3. Nextbit Cloud-Speicher für Robin-Smartphone wird abgeschaltet

    •  /