Bundespost: Kunden zahlen weiter für Telefone aus den 80er Jahren
Wer vergessen hat, sein Telefon "Actron B" oder "Dallas" bei der Deutschen Bundespost abzumelden, hat dafür in den letzten 30 Jahren über 900 Euro gezahlt. Die Telekom kassiert dafür bis heute, die Kunden seien selbst schuld. Das berichtet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein(öffnet im neuen Fenster) am 11. September 2012. "Entweder haben die Verbraucher versäumt, den Vertrag mit der Post/Telekom zu kündigen oder die Telekom hat es bis heute nicht geschafft, den entsprechenden Rechnungsposten aus den Rechnungen zu löschen" , erklären die Verbraucherschützer.
So wird auf aktuellen Rechnungen etwa für das Gerät "Actron B" ein Betrag von 2,51 Euro monatlich in Rechnung gestellt. Für den Apparat "Dallas" sollen 3,74 Euro bezahlt werden.
Für ein altes analoges Festnetztelefon hatte ein Telekom-Kunde 30 Jahre lang die 2,51 Euro bezahlt, also insgesamt 903,60 Euro.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, sich einmal die Rechnung der Telekom, und die kryptisch anmutenden Formulierungen genau anzusehen.
Niels Hafenrichter, ein Sprecher der Telekom, hat Golem.de den Vorgang indirekt bestätigt. "Der Rat der Verbraucherzentrale ist vollkommen richtig und nicht auf Geräte beschränkt. Wer einen Vertrag hat, den er nicht mehr braucht, sollte ihn kündigen. Sonst laufen tatsächlich weiter Kosten auf. Wenn man seinen Vertrag ordnungsgemäß gekündigt hat, entstehen keine weiteren Kosten" . Die Telekom ging im Jahr 1995 aus der Privatisierung der staatlichen Deutschen Bundespost hervor.
Mehrere Leser von Golem.de haben selbst Erfahrungen mit den alten analogen Festnetztelefonen der Bundespost oder Telekom. Die Telekom rät betroffenen Kunden, das Unternehmen wegen einer Lösung anzusprechen.
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