Abo
  • IT-Karriere:

Bundesnetzagentur: Vodafone erschrocken über 5G-Bedingungen

Vodafone fürchtet, dass regionales Spektrum bei 5G eine Hintertür für einen vierten Netzbetreiber werde, der kaum investieren müsse. Die Bundesnetzagentur hat am Montag den Entwurf zu den Vergabebedingungen und Auktionsregeln für die 5G-Frequenzauktion vorgelegt.

Artikel veröffentlicht am ,
Erste 5G-Werbung in Berlin
Erste 5G-Werbung in Berlin (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Vodafone fordert Änderungen bei den Bedingungen für die Versteigerung der 5G-Frequenzen. "Das Papier braucht eine Reparatur", sagte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter der Deutschen Presse-Agentur. "Einige Formulierungen, die man heute findet, erschrecken uns." Immerhin würden ein Viertel der zu vergebenen Frequenzen für lokale und regionale Anwendungen reserviert und nicht versteigert. Die Bedingungen dafür seien nicht ausreichend ausformuliert.

Stellenmarkt
  1. IHO Holding GmbH & Co. KG, Herzogenaurach
  2. Formware GmbH, Nußdorf am Inn

"Wenn das regionale Spektrum eine Hintertür wird für einen vierten Netzbetreiber, der kaum investieren muss, dann wäre das eine Fehlentwicklung, weil es die Investitionen der anderen komplett entwertet", sagte Ametsreiter. Ohne entsprechende Einschränkungen könne man sich eine Situation vorstellen, in der zum Beispiel Finanzinvestoren sich lokales Spektrum günstig sicherten und dann mehrere Regionen zusammenschalteten.

Ametsreiter sagte, Vodafone sei bereit, über Auflagen zu diskutieren. "Sie müssen sinnvoll und physikalisch machbar sein", schränkte er ein. "Aber eines ist auch klar: Auflagen sind nur dann zu akzeptieren, wenn man Investitionssicherheit hat. Wenn man die nicht hat, dann kann man nicht auch noch eine erhöhte Auflage akzeptieren."

Auflagen bei der Datenübertragungsrate verdoppelt

Die Bundesnetzagentur hatte am Montag einen Entwurf zu den Vergabebedingungen und Auktionsregeln für die 5G-Frequenzauktion dem Beirat der Bundesnetzagentur vorgelegt. Der Inhalt war schon vorher bekannt gewesen. Der Beirat berät am 24. September über den Entwurf. Die Entscheidung soll im November fallen. Das Papier umfasst auch Regelungen zu der Versorgungsauflage, den Diensteanbietern und zum nationalen Roaming.

Behördenchef Jochen Homann sagte: "Wir planen anspruchsvolle Auflagen für eine Verbesserung der Mobilfunkversorgung. Beispielsweise haben wir die geltenden Auflagen bei der Datenübertragungsrate verdoppelt." Mit 5G soll aber laut Standard für den Endkunden mindestens eine Datenübertragungsrate von 100 MBit/s überall im Netzwerk geboten werden. Der neue Mobilfunkstandard kommt bis zum Jahr 2020 und soll 10 GBit/s und mehr erreichen.

"Wir werden in den nächsten Jahren weitere Frequenzen vergeben, insbesondere auch solche, die für die Versorgung der Fläche besser geeignet sind", betonte Homann. "Der Ausbau der Netze bleibt eine dauerhafte Aufgabe."

Ein flächendeckender Ausbau mit der 5G-Technologie bereits jetzt sei unverhältnismäßig teuer. In Zukunft sänken die Kosten für den weiteren Ausbau, weil es mehr Glasfaserleitungen und auch für die Fläche geeignetere Frequenzen geben werde. "Die Frequenzen, die wir jetzt vergeben, sind Kapazitätsfrequenzen mit nur kurzen Reichweiten", sagte Homann.

3 x 500 Stationen sind 1.500!

"Bei der anstehenden Frequenzvergabe sollen Autobahnen und Bundesstraßen mit 100 Megabit pro Sekunde bis Ende 2022 versorgt werden." Über die Auflage für die Haushalte werde zusätzlich ein großer Teil aller Straßen versorgt. Dies sei ein erster Schritt. "In den nächsten Jahren werden weitere Frequenzen dazukommen, die einen weiteren Ausbau ermöglichen."

"Wir verpflichten jeden Anbieter bis Ende 2022 mindestens 500 Stationen zusätzlich zu den Auflagen für Straßen und Haushalte für 5G aufzubauen. Außerdem müssen die Anbieter jeweils weitere 500 Masten aufstellen, mit denen sie mindestens 100 Megabit pro Sekunde in ländlichen Regionen die Versorgung verbessern", sagte er.

Es sei rechtlich nicht möglich, die Unternehmen zu verpflichten, Dritte durch nationales Roaming aufs Netz zu lassen und die Preise zu diktieren. Die Auktion ist im ersten Quartal 2019 in Mainz geplant.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 234,90€
  2. 94,90€ + Versand mit Gutschein QVO20
  3. für 229,99€ vorbestellbar
  4. 99,90€

Bashguy 18. Sep 2018

Ist total witzig. Auf der einen Seite wird mehr Bandbreite beim Kunden gefordert und dann...

br403 18. Sep 2018

Teltarif schreibt was zu Bahnstrecken: https://www.teltarif.de/bundesnetzagentur-5g...

RipClaw 18. Sep 2018

Wenn jemand Angebote an Endkunden richtet geschieht das unter anderen Bedingungen als...

M.P. 18. Sep 2018

Wir haben Metall-Rolladen - dann dürfte ich die nicht mehr herunterlassen. Nach dem...


Folgen Sie uns
       


Sailfish OS auf dem Sony Xperia XA2 Plus ausprobiert

Sailfish OS gibt es als Sailfish X auch für einige Xperia-Smartphones von Sony. Wir haben uns die aktuelle Beta-Version auf dem Xperia XA2 Plus angeschaut.

Sailfish OS auf dem Sony Xperia XA2 Plus ausprobiert Video aufrufen
TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Online-Banking: In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit
Online-Banking
In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit

Zum 14. September 2019 wird ein wichtiger Teil der Zahlungsdiensterichtlinie 2 für die meisten Girokonto-Kunden mit Online-Zugang umgesetzt. Die meist als indizierte TAN-Liste ausgegebenen Transaktionsnummern können dann nicht mehr genutzt werden.
Von Andreas Sebayang

  1. Banking-App Comdirect empfiehlt, Sicherheitswarnung zu ignorieren

Urheberrechtsreform: Was das Internet nicht vergessen sollte
Urheberrechtsreform
Was das Internet nicht vergessen sollte

Die Reform des europäischen Urheberrechts ist eine Niederlage für viele Netzaktivisten. Zwar sind die Folgen der Richtlinie derzeit kaum absehbar. Doch es sollten die richtigen Lehren aus der jahrelangen Debatte mit den Internetgegnern gezogen werden.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media will Milliarden von Google
  2. Urheberrecht Uploadfilter und Leistungsschutzrecht endgültig beschlossen
  3. Urheberrecht Merkel bekräftigt Zustimmung zu Uploadfiltern

    •  /