Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Bundesnetzagentur: Unerlaubte Telefonwerbung führt zu Rekord-Bußgeldern

Das Telefon klingelt: Wer rangeht, soll einen Vertrag abschließen, den Stromanbieter wechseln oder etwas kaufen. Solche Telefonwerbung ist eigentlich verboten – die Realität sieht aber anders aus.
/ Ingo Pakalski , dpa
33 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Bundesnetzagentur verhängt Bußgelder in Höhe von 1,3 Millionen Euro. (Bild: Pixabay)
Bundesnetzagentur verhängt Bußgelder in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Bild: Pixabay / CC0 1.0

Der Ärger über unerwünschte Werbeanrufe hat im vergangenen Jahr in Deutschland etwas abgenommen – weiterhin hat es aber Zehntausende Beschwerden gegeben. Insgesamt seien 57.648 schriftliche Beschwerden eingegangen, meldete die Bundesnetzagentur in einem Bericht an ihren Beirat. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Damit lag die Zahl der Beschwerden etwas unter dem Vorjahresstand von 62.000, ist aber dem Bericht zufolge trotzdem der zweithöchste Stand jemals und "weiterhin ein massives Problem" . Die abgemahnten Unternehmen würden sich für ihre Telefonkampagnen auf "Einwilligungsdaten stützen, die unzutreffend, veraltet oder sogar gefälscht" seien.

Telefonwerbung unterliegt in Deutschland strengen Regeln. Niemand darf zu Werbezwecken angerufen werden, ohne dass er vorher ausdrücklich zugestimmt hat. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, muss mit harten Strafen rechnen. Insgesamt verhängte die Bundesnetzagentur im Jahr 2019 Bußgelder von 1,3 Millionen Euro – im Gegensatz zu den Beschwerden ist diese Zahl gestiegen, im Jahr 2018 lag die Menge der Bußgelder bei 1,1 Millionen Euro.

Hohe Bußgelder gegen Sky und Innogy

Eine besonders hohe Strafe verhängte die Netzagentur mit 250.000 Euro gegen Sky Deutschland . Der Pay-TV-Anbieter war bereits zuvor mehrmals von der Behörde abgestraft worden und hatte trotzdem weiterhin unerlaubt Verbraucher angerufen, ohne die nötigen Einwilligungen dafür zu haben. Sky hat gegen das Bußgeld mittlerweile Berufung eingelegt, wie eine Sprecherin mitteilte.

Die höchste Geldbuße richtete sich im vergangenen Jahr mit 275.000 Euro gegen den Energie-Anbieter Innogy, wie die Bundesnetzagentur einem Branchendienst bestätigte. Das Unternehmen soll ein undurchsichtiges Vertriebssystem aus verschiedenen Call-Centern beauftragt haben, um "in hartnäckiger und aggressiver Weise" Stromverträge zu verkaufen.

Das Unternehmen verwies darauf, dass die beanstandeten Fälle von 2015 bis Anfang 2018 stammten und man das Vertriebssystem längst umgestellt habe. Man prüfe ebenfalls, ob man Einspruch gegen das Bußgeld einlegen werde, sagte ein Sprecher auf Anfrage.


Relevante Themen