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Bundesnetzagentur und Verivox: Funklöcher in Deutschland werden immer langsamer geschlossen

Laut aktueller Angaben der Bundesnetzagentur wird das Schließen von Funklöchern verschleppt. Besonders dramatisch ist die Lage in Hessen.
/ Achim Sawall
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Die Telekom ist beim Schließen vorn (Bild: Telekom)
Die Telekom ist beim Schließen vorn Bild: Telekom

Deutsche Mobilfunkbetreiber werden bei der Beseitigung von Funklöchern wieder langsamer. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Abbau der Lücken fast halbiert. Das hat eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox(öffnet im neuen Fenster) auf Basis des aktuellen Mobilfunk-Monitorings der Bundesnetzagentur ergeben, die am 30. Januar 2026 vorgelegt wurde. Für 85 Prozent der Netzlücken steht jetzt schon fest, dass sie mindestens ein Jahr nicht geschlossen werden.

"Gerade im ländlichen Raum werden viele Menschen noch lange auf eine zeitgemäße Mobilfunkversorgung warten müssen" , sagte Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Dabei geht es selten um einzelne abgelegene Gehöfte, sondern oft um ganze Landstriche: So ist etwa im Berchtesgadener Land auf fast einem Viertel der gesamten Fläche kein mobiles Surfen möglich – nicht nur für Bewohner, sondern auch für Urlauber in der beliebten Ferienregion ein anhaltendes Ärgernis."

2G als letzter Ausweg

Rund ein Siebtel der bundesdeutschen Fläche (13,3 Prozent) ist nicht ausreichend mit Mobilfunk versorgt. In diesen Regionen können maximal zwei Netzbetreiber eine mobile Datennutzung über 4G oder 5G anbieten. Wer woanders Kunde ist, kann nur auf das 2G-Netz aus den 1990er Jahren zurückgreifen. Vor einem Jahr waren 14,2 Prozent der bundesweiten Fläche unterversorgt, vor zwei Jahren 16 Prozent.

Überdurchschnittlich stark von Netzlücken betroffen sind Mobilfunknutzer in Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Thüringen. Besonders schlecht ist die Lage in Hessen, dort ist mit 19,7 Prozent fast ein Fünftel der Landesfläche unterversorgt.

Führend unter den Flächenländern ist Schleswig-Holstein mit nur 3,6 Prozent Netzlücken. Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen gelten seit Jahren als nahezu lückenlos versorgt.

85 Prozent der Funklöcher ohne zeitnahe Lösung

Für 5.804 Quadratkilometer in Deutschland ist gemäß der Daten des Bundesnetzagentur klar, dass die dortigen Funklöcher mindestens ein weiteres Jahr bestehen bleiben. Dort stellt die Regulierungsbehörde offiziell ein "Ausbaudefizit" fest: Es besteht weder aktuell eine "mobile Breitbandversorgung" noch ist sie innerhalb der nächsten zwölf Monate geplant. Die betroffenen Gebiete entsprechen etwa der doppelten Fläche des Saarlandes. Bei der Erhebung im Vorjahr hatte die Bundesnetzagentur noch 6.600 Quadratkilometer als defizitär eingestuft.

149 Gemeinden in Deutschland haben auf mindestens einem Fünftel ihrer Fläche überhaupt kein Datennetz; im Extremfall beträgt die Funklochdichte bis zu 98 Prozent. Es sind bei allen Netzbetreibern nur Telefonate und SMS möglich, wenn überhaupt. Notrufe können funktionieren, garantiert ist das jedoch nicht. Insgesamt finden sich solche weißen Flecken auf 1,9 Prozent der bundesdeutschen Fläche.

Verivox gehört zur italienischen Moltiply-Gruppe, betreibt Vergleichsportale und verdient Geld als Vermittler von Verträgen.


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