Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Bundesnetzagentur und BSI: Antennen werden ohne Begründung zur kritischen Infrastruktur

Ohne technische Begründung will die Bundesnetzagentur reine Mobilfunkantennen zur kritischen Infrastruktur erklären.
/ Achim Sawall
8 Kommentare undefined News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Mobilfunkantennen: Bundesnetzagentur macht sich ein neues Bild. (Bild: Deutsche Telekom)
Mobilfunkantennen: Bundesnetzagentur macht sich ein neues Bild. Bild: Deutsche Telekom

Die Bundesnetzagentur will die Sicherheitsanforderungen für Telekommunikationsnetzwerke verschärfen. Das gab die Regulierungsbehörde am 3. November 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Der Entwurf für neue Anforderungen wurde zur Konsultation gestellt. Fachlich steht nach Informationen von Golem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hinter dem erweiterten Sicherheitskatalog.

Wichtigste Änderung: Im Bereich des Radio Access Networks (RAN) war bislang lediglich das RAN-Management als kritische Funktion eingestuft. Nun ist der Vorschlag, dies auf die Basisstationen (gNodeB) auszuweiten. Ein technisches Argument, warum diese bislang keine kritische Funktion hatten, und sich dies nun verändert hat, lieferte die Bundesnetzagentur auf Anfrage von Golem bisher nicht. "Die Liste der kritischen Funktionen wurde in den Katalog von Sicherheitsanforderungen integriert" , hieß es lediglich in einer Pressemitteilung.

US-Cloud und das Kernnetz

Endpunkte sind in der Cybersicherheit nicht als systemkritisch eingestuft, weil sie Daten durchreichen, nicht aggregieren und nicht zentral koordinieren.

Bisher galten die Mobilfunkantennen nicht als kritische Funktion, weshalb die Antennen von Huawei in der Einigung beim Streit um chinesische Ausrüstung in deutschen Mobilfunknetzen unangetastet blieben. Telekom-Konzernchef Tim Höttges sagte, dass der Netzbetreiber jedoch die Steuerungssoftware für die Antennen künftig selbst entwickeln werde. Bis Ende 2029 soll in einer zweiten Phase dann chinesische Software aus dem Managementsystem des Zugangs- und Transportnetzes entfernt werden.

Im Kernnetz müssen bis zum Jahr 2026 Komponenten chinesischer Hersteller wie Huawei oder ZTE ausgebaut werden. Telekom und Vodafone haben das ohnehin schon lange erledigt, lediglich Telefónica hat noch einige Huawei-Core-Komponenten im Netz.


Relevante Themen