Bundesnetzagentur: Telekom zeigt kein Interesse an ländlichem Ausbau

Die großen Netzbetreiber wie die Telekom zeigen in ländlichen Regionen kein Interesse am Ausbau des Breitbandnetzes. Wenn ein Vorteil vor der Konkurrenz aber einen parallelen Breitbandausbau verlange, sei plötzlich Geld vorhanden, sagt der Chef der Bundesnetzagentur.

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Bundesnetzagentur: Telekom zeigt kein Interesse an ländlichem Ausbau
(Bild: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images)

Der Chef der Bundesnetzagentur Jochen Homann hat das Verhalten der großen Festnetzbetreiber beim Internetausbau auf dem Land kritisiert. Bei der Regulierungsbehörde sammelten sich Beschwerden über das Verhalten etablierter Telekommunikationsnetzbetreiber beim Ausbau des Breitbandnetzes. "Es ist verwunderlich, wenn Unternehmen einerseits die hohen Kosten des Breitbandausbaus im ländlichen Raum beklagen, andererseits aber offenbar genug Geld dafür vorhanden ist, punktuell gerade dort einen parallelen Breitbandausbau zu finanzieren", sagte Homann dem Handelsblatt.

Nach Angaben der Behörde gebe es Beschwerden über alle großen Festnetzbetreiber, namentlich genannt wurde nur die Telekom. Bundestagsabgeordnete und Landräte würden kritisieren, dass etablierte Anbieter wie die Telekom auf Nachfrage in ländlichen Regionen kein Interesse am Ausbau des Breitbandnetzes bekundeten. Investierten daraufhin regionale Initiativen, würden die Konzern plötzlich doch den Aufbau eines Netzes ankündigen. So forderte der Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing (CDU) in einem Brief an die Netzagentur, "Rosinenpickerei, die im Endeffekt zulasten des Steuerzahlers geht, zu vermeiden". Der Brief liegt dem Handelsblatt vor. Liebing kommt aus dem Wahlkreis Nordfriesland und Dithmarschen Nord.

"Dieses Rosinenpicken würde erschwert, wenn Unternehmen, die bei der Verteilung von Fördermitteln kein Interesse an einem bestimmten Ausbaugebiet zeigen, für eine gewisse Zeit an diese Aussage gebunden wären", sagte Homann. "Hier sind aber in erster Linie die Beihilfe gewährenden Stellen und Fördermittelgeber gefragt."

Telekom-Chef Tim Höttges hatte gefordert, die Regulierung zu ändern: In Städten müsste die Telekom ihre Preise frei gestalten dürfen, weil sie dort oft "nur noch Nummer zwei oder drei" sei. Auf dem Land könnten dagegen höhere Preise ein Modell sein, um Investitionen anzulocken. "Abseits der urbanen Räume wäre es prinzipiell wirtschaftlich sinnvoll, wenn wir unsere Großhandelspreise für die Wettbewerber und das Endkundenangebot nach den Kosten ausrichten könnten. Dann würden sich Investitionen abseits eng besiedelter Gebiete etwas mehr lohnen. Aber das ist Theorie, ich setze eher auf regionale Zuschüsse für den Netzausbau als auf Tarifzuschläge auf dem Land."

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