Bundesnetzagentur: Telefónica versucht, 30-Millionen-Euro-Strafe abzuwehren
Telefónica Deutschland bezeichnet die drohenden Sanktionen durch die Bundesnetzagentur als schlecht für den Netzausbau. Telefónica-Sprecher Florian Streicher sagte: "Aus unserer Sicht ist es grundsätzlich kontraproduktiv für die Netzversorgung in Deutschland, empfindliche Strafen gegen Unternehmen zu verhängen, wenn diese nachweislich im Sinne ihrer Kunden das Netz mit Hochdruck ausbauen – insbesondere angesichts unserer besonderen Ausgangslage nach dem Zusammenschluss mit E-Plus."
Es liege aber bei der Bundesnetzagentur, darüber zu entscheiden, wie sie die Zielerreichung bewertet und was sie daraus ableitet. Die Bundesnetzagentur hatte in der Zuteilung der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen die Auflage gemacht, ab Jahresbeginn 2020 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen. Die Hauptverkehrswege waren vollständig zu versorgen. Laut Bundesnetzagentur versorgte keiner der Netzbetreiber zum Jahresende 2019 die ICE-Strecken und Bundesautobahnen in vollem Umfang.
Zuvor hatte man versucht, die Auflagen inhaltlich infrage zu stellen. Der Konzern gehe davon aus, dass bis Ende des Jahres 2019 bundesweit 98 Prozent der Bevölkerung technologieneutral mit in der Regel 10 MBit/s versorgt sein sollten. Danach bemesse sich die Größe der Mobilfunkzellen. Die Bundesnetzagentur hingegen vertrete, dass eine Zelle nur so groß sei, dass sie an allen Stellen theoretisch 50 MBit/s anbieten könne.
Das Unternehmen sagte, in der Regel würden 10 MBit/s bei einem Pegel von -116 dBm erreicht. Die Bundesnetzagentur rechne aber mit einem größeren Pegel von -104 dBm.
Laut Streicher sei man mit der Bundesnetzagentur in der Diskussion über das weitere Vorgehen und treibe den LTE-Ausbau nochmals beschleunigt voran. "Die Bundesnetzagentur hat bei der Veröffentlichung der Ausbaudaten Mitte Januar betont, Sanktionen nur dann einzusetzen, 'wenn sie dem Ziel einer Verbesserung der Versorgung dienen'", sagte Streicher.
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