Bundesnetzagentur: Telefónica droht Millionenstrafe wegen schlechten Netzes
Telefónica Deutschland wird wegen Nichterfüllung der LTE-Auflagen aus dem Jahr 2015 wohl eine hohe Strafe von bis zu 30 Millionen Euro bezahlen müssen. Das berichtet das Manager Magazin(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld der Bundesnetzagentur. Die Telefónica Deutschland erklärte dem Magazin auf Anfrage, der Ausbau sei "nochmals beschleunigt" worden.
Sanktionen seien "grundsätzlich kontraproduktiv für die Netzversorgung in Deutschland". Der Betreiber habe wegen der Zusammenführung des O2-Netzes mit dem von E-Plus eine "besondere Ausgangslage" gehabt.
Die Bundesnetzagentur hatte in der Zuteilung der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen die Auflage gemacht, ab Jahresbeginn 2020 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen. Die Hauptverkehrswege waren vollständig zu versorgen. Laut Bundesnetzagentur versorgte keiner der Netzbetreiber zum Jahresende 2019 die ICE-Strecken und Bundesautobahnen in vollem Umfang.
Doch der Versorgungstand der Telefónica sei im Vergleich dramatischer, nur in den Städten Berlin und Bremen werde die Versorgungsauflage erfüllt, somit müsse praktisch überall mit Schallgeschwindigkeit ausgebaut werden. Das erklärten die Staatssekretäre Heike Raab (Rheinland-Pfalz) und Jürgen Barke (Saarland) am Rande der Sitzung des Beirats der Bundesnetzagentur am 27. Januar 2020.
Die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica haben zwar nach eigenen Angaben die Versorgung der Haushalte grundsätzlich erfüllt, jedoch zum Bedauern der Staatssekretäre nicht überall – es blieben erhebliche Lücken.
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