Bundesnetzagentur: Nur noch ein 2G-Netz: Warum eigentlich nicht...?
Die Bundesnetzagentur ist offen für Pläne der Betreiber, künftig nur noch ein 2G-Netz in Deutschland zu haben. Das sagte Behördensprecherin Judith Henke Golem.de auf Anfrage. "Aus Sicht der Bundesnetzagentur ist es zukünftig denkbar, dass die auf GSM angewiesenen Anwendungen über ein gemeinsames oder von einem Netzbetreiber zur Verfügung gestelltes GSM-Netz bedient werden könnten."
Damit könne das zur Verfügung stehende Spektrum mit "neuester Technologie effizienter genutzt werden und so zu einer besseren Versorgung beitragen" . Die Bundesnetzagentur werde Prozesse in Bezug auf 2G-Nutzungen regulatorisch begleiten, erklärte Henke.
Der Technikchef von O2 Telefónica, Mallik Rao, sagte am 14. Juni 2023, dass der deutsche Markt nicht mehr mehrere 2G-Netze brauche. "Ich will offen mit Ihnen sein: Wir diskutieren, ob wir wirklich drei 2G-Netze in diesem Markt brauchen. Wir könnten ein Netzwerk haben." Das sei eine Debatte, die man in der Telekommunikationsbranche gerade führe, legte Rao offen.
Die Frequenznutzungsrechte im Bereich 900 MHz, der bislang für 2G-Anwendungen genutzt wird, sind bis Ende 2033 zugeteilt, sagte Henke. Die Bundesnetzagentur stelle Frequenzen technologie- und diensteneutral bereit.
Dienste im M2M-Bereich basieren meist auf 2G
Henke betonte jedoch: "Die Bundesnetzagentur hat im Blick, dass eine Vielzahl von im Markt etablierten Diensten, insbesondere im M2M-Bereich, auf Grundlage von 2G erbracht werden. Bei der Umstellung auf neue Technologien und der Abschaltung älterer Technologien wird die Bundesnetzagentur darauf hinwirken, Auswirkungen für die Nutzer möglichst gering zu halten." Bereits bei der Abschaltung der 3G-Netze im Jahr 2021 habe die Bundesnetzagentur in engem Austausch mit den Netzbetreibern zu der Frage gestanden, welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Migrationsprozess entsprechend zu gestalten.
Dem GSM-Mobilfunkstandard sind in Deutschland die Frequenzbereiche von 890 bis 915 MHz und von 935 bis 960 MHz (GSM 900) sowie von 1.710 bis 1.785 und von 1.805 bis 1.880 MHz (GSM 1800) zugeordnet.
Der frühere Technikchef der Telekom, Walter Goldenits, sagte im Jahr 2021, dass 2G weiter ein wichtiger Dienst für die Basisversorgung sei. "Aber Frequenzen sind rar und die Telekom würde sie gerne für 4G und 5G verwenden."
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