Bundesnetzagentur: Netzbetreiber wollen bei Glasfaser zusammenarbeiten

Bei Glasfasernetzen wächst die Offenheit für eine Zusammenarbeit. Die Netzbetreiber zeigen "bei nicht öffentlichen Gesprächen eine erfreuliche Bereitschaft, sich über Kooperation Gedanken zu machen" . Das sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am 6. September 2017 auf dem Symposium Breitbandpolitik in Berlin(öffnet im neuen Fenster) . "Das ist anders als bei öffentlichen Gesprächen, wo Balkonreden gehalten werden." Es gehe um Kooperationen im Sinne von Open Access.
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, erklärte, seine Behörde sei "offen bei der Beurteilung von Kooperationen für den Glasfaserausbau" , wenn auch nicht bundesweit. Wettbewerb sei der einzige Innovationstreiber. Die Kosten in Höhe von 70 bis 80 Milliarden Euro müssten auf alle Schultern verteilt werden. "Natürlich müssen wir das schnelle Internet überall ausbauen, in Städten und auf dem Land. Wir brauchen den flächendeckenden Ausbau möglichst schnell" , sagte Mundt.
Remonopolisierung und Zukunftssicht
Das Symposium wurde vom Anga (Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber), Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation), Buglas (Bundesverband Glasfaseranschluss), VATM (Verband der Anbieter von Telekommunitations- und Mehrwertdiensten) und vom FTTH Council Europe veranstaltet.
"In Deutschland gibt es im internationalen Vergleich einen enormen Aufholbedarf bei Gigabit-Datenraten" , betonte VATM-Präsident Martin Witt, Chef der 1&1 Telecommunication. Die Bundesregierung habe hier "bisher keine Lösung gesucht oder gefunden." Im schlecht ausgebauten ländlichen Raum seien 70 Prozent aller Industriearbeitsplätze angesiedelt. Er forderte mit Blick auf die Vectoring-Entscheidungen der Bundesnetzagentur, "den Wettbewerb nicht noch einmal den Monopolinteressen eines Unternehmens zu opfern."
Homann erwiderte, statt über Remonopolisierung zu reden, müsse man den Blick nach vorne richten. Das Glasfaserziel hätten alle auf der Agenda.