Bundesnetzagentur: Mehr Beschwerden bei Briefen und Paketen eingegangen

Die Zahl der Beschwerden über Paket- und Postzusteller bei der Bundesnetzagentur(öffnet im neuen Fenster) ist 2019 um mehr als ein Drittel gestiegen. Es geht vor allem um verspätet oder falsch zugestellte Briefe, wie die Bundesnetzagentur am Montag mitteilte. Für Ärger sorgte auch, wenn der Paketbote nach Darstellung der Empfänger gar nicht klingelte, sondern nur den Abholschein in den Briefkasten warf.
Die aktuellen Zahlen berücksichtigen Beschwerden bis Mitte Dezember 2019. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen 17.200 Beschwerden eingegangen sein. Vor zwei Jahren gab es 6.100 Reklamationen und im zurückliegenden Jahr waren es 12.600. Das war eine Zunahme von 6.500 Beschwerden. Wiederholt geht das Reklamationsaufkommen weiter nach oben.
Die Reklamationen bei der Bundesnetzagentur beziehen sich auf die ganze Branche - also auch auf die Wettbewerber der Deutschen Post. Da der ehemalige Staatskonzern aber mit großem Abstand Marktführer ist, richtet sich die meiste Kritik gegen die Arbeit seiner Beschäftigten.
Ursache des Anstiegs ist unklar
Die Aussagekraft der Beschwerden ist aber begrenzt. Denn unklar ist, ob der Anstieg an einer schlechteren Arbeit der Zusteller liegt oder ob inzwischen mehr Kunden wissen, dass sie sich bei der Bundesnetzagentur beschweren können.
Auf diesen Punkt wies ein Post-Sprecher hin. Zudem betonte er, dass die Zahl der Beschwerden relativ gering sei. "Unser Sendungsvolumen summierte sich im Jahr 2018 auf mehr als 19 Milliarden Pakete und Briefe" , sagte er. "Im Vergleich dazu liegen die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur nicht mal im Promillebereich." Die Post-Beschäftigten leisteten eine "überwiegend hervorragende Arbeit" . Die direkt bei der Post eingegangenen Beschwerden seien in den vergangenen Monaten rückläufig gewesen.
Der Vizepräsident der Bundesnetzagentur Peter Franke sagte, seine Behörde nehme das steigende Beschwerdeaufkommen "sehr ernst" . Er betonte aber auch, dass die Post die gesetzlichen Vorgaben erfülle.
Politik fordert Bußgelder
Erst kürzlich hatte sich die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, für eine Bestrafung von Post- und Paketdiensten bei schlechter Leistung ausgesprochen . "Wenn immer mehr Pakete nicht ankommen oder Sendungen mit großen Verspätungen zugestellt werden, muss das Konsequenzen für die Paketdienste haben."
Die Bundesnetzagentur habe nicht die nötigen Mittel, Druck auf DHL, Hermes und andere Dienste auszuüben. Göring-Eckardt betonte: "Wir Grünen wollen, dass sie endlich auch spürbare Bußgelder gegen Konzerne verhängen kann, wenn die gegen das Postgesetz verstoßen."



