Bundesnetzagentur: Kabelnetzbetreiber ließen erst zweimal Endgeräte abschalten

Die Netzbetreiber erklären auf europäischer Ebene weiter, dass Routerfreiheit die Sicherheit bedroht. Doch es gibt dazu kaum Fallzahlen bei der zuständigen Bundesnetzagentur.

Artikel veröffentlicht am ,
Vodafone bekämpft die Endgerätefreiheit besonders vehement.
Vodafone bekämpft die Endgerätefreiheit besonders vehement. (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Kabelnetzbetreiber haben in den vergangenen Jahren zweimal bei der Bundesnetzagentur den Nichtanschluss von Endgeräten beantragt, die ihr Netz stören könnten. Das erklärte Behördensprecher Michael Reifenberg Golem.de auf Anfrage. "Betroffen waren im ersten Fall wenige hundert Endgeräte, deren Herstellerzertifikat kompromittiert war, und im zweiten Fall Endgeräte, die nicht dem für einen ordnungsgemäßen Betrieb mit dem gebuchten Produkt erforderlichen Standard entsprachen."

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler C# / .NET (m/w/d)
    IS Software GmbH, Regensburg
  2. Trainee People Analytics (m/w/d)
    AOK PLUS - Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen, Dresden, Leipzig, Erfurt
Detailsuche

Im ersten Fall stammten die Geräte noch aus der Zwangsrouterzeit und wurden offenbar vor sechs bis zehn Jahren an Provider geliefert. Ein Zertifikat musste erneuert werden, was eine Vorsichtsmaßnahme war, wie Golem.de aus informierten Kreisen erfahren hat. Eine Störung der Netze ist jedoch nicht aufgetreten. Produkte, die für den Handel bereitgestellt wurden, waren zudem nicht betroffen.

Störungen durch einzelne Geräte würden von den Netzbetreibern "vorrangig durch den eigenen Kundendienst beseitigt", sagte Reifenberg. Hierzu lägen der Bundesnetzagentur keine Informationen vor. Doch Störungen im Festnetz sind alltäglich: Wie Golem.de von Servicebeschäftigten der Routerhersteller erfahren hat, vergeht in Deutschland kein Tag ohne mindestens eine lokale Netzstörung durch Probleme bei den Betreibern.

Berec legt Leitlinie fest

Nach der EECC (European Electronic Communications Code Directive) muss das Telekommunikationsrecht für die Endgerätefreiheit novelliert werden. Damit werden europaweit die Regulierungsbehörden zuständig, den Netzanschlusspunkt festzulegen. EECC beinhaltet nicht nur Endgeräte, sondern viele andere Themen wie Frequenzpolitik, Marktregulierung oder Schutz der Endnutzer. Dazu hat der Berec (Body of European Regulators for Electronic Communications), ein Gremium Europäischer Regulierungsstellen, Leitlinien entwickelt (PDF), wie man den Netzanschlusspunkt bestimmt, TAE-Dose, Modem oder Router. Die Netzbetreiber versuchen hier vehement, die Übernahme des deutschen Gesetzes zur Endgeräteneutralität auf die gesamte Europäische Union zu verhindern. Die Konsultation dazu läuft bereits.

Golem Akademie
  1. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    21.–25. März 2022, Virtuell
  2. Terraform mit AWS: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14.–15. Dezember 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Besonders bei Glasfaserzugängen wird die Endgeräteneutralität in Deutschland trotz eindeutiger Rechtslage von einigen namhaften Betreibern bisher nicht gewährt. In Spanien und der Schweiz kann man dagegen Glasfasermodems kaufen, die in FTTH-Netzen eingesetzt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Resident Evil (1996)
Grauenhaft gut

Resident Evil zeigte vor 25 Jahren, wie Horror im Videospiel auszusehen hat. Wir schauen uns den Klassiker im Golem retro_ an.

Resident Evil (1996): Grauenhaft gut
Artikel
  1. Amazon: Alexa wacht über Waschmaschinen und laufenden Wasserhahn
    Amazon
    Alexa wacht über Waschmaschinen und laufenden Wasserhahn

    Alexa kann hierzulande eine Waschmaschine oder einen Wasserhahn belauschen und Bescheid geben, wenn etwa die Wäsche fertig ist.

  2. Kanadische Polizei: Diebe nutzen Apples Airtags zum Tracking von Luxuswagen
    Kanadische Polizei
    Diebe nutzen Apples Airtags zum Tracking von Luxuswagen

    Autodiebe in Kanada nutzen offenbar Apples Airtags, um Fahrzeuge heimlich zu orten.

  3. Studie: Kinder erhalten Smartphone meist zwischen 6 und 11 Jahren
    Studie
    Kinder erhalten Smartphone meist zwischen 6 und 11 Jahren

    Nur eine sehr geringe Minderheit der Eltern will ihrem Kind erst mit 15 Jahren ein Smartphone zur Verfügung stellen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Advent: Samsung Portable SSD T5 1 TB 84€ • ViewSonic VX2718-2KPC-MHD (WQHD, 165 Hz) 229€ • EPOS Sennheiser GSP 670 199€ • EK Water Blocks Elite Aurum 360 D-RGB All in One 205,89€ • KFA2 Geforce RTX 3070 OC 8 GB 1.019€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 269,98€) [Werbung]
    •  /