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Bundesnetzagentur: Infos im Infrastrukturatlas lassen sich nicht digital nutzen

Der Infrastrukturatlas soll den Breitbandausbau voranbringen, doch Vodafone bringt er zur Verzweiflung.
/ Achim Sawall
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Netzausbau ist nicht immer leicht. (Bild: Deutsche Telekom)
Netzausbau ist nicht immer leicht. Bild: Deutsche Telekom

Vodafone hat den Infrastrukturatlas für den Breitbandausbau der Bundesnetzagentur kritisiert. Die Handhabung sei sehr kompliziert und wenig anwenderfreundlich. "So können die Informationen beispielsweise nicht digital verarbeitet werden" , sagte Unternehmenssprecher Volker Petendorf Golem.de auf Anfrage. Die Möglichkeiten der Einsichtnahme, der Detailgrad der verfügbaren Informationen und der Bestand verzeichneter kommunaler Infrastruktur seien zu eingeschränkt.

Der Infrastrukturatlas gibt laut Bundesnetzagentur Auskunft über die Lage und Verfügbarkeit von Glasfaserleitungen, Leerrohren, Funkmasten sowie weiterer Infrastrukturen, die für den Breitbandausbau genutzt werden können. Der Atlas enthält die Daten von knapp 1.500 Netzbetreibern in Deutschland.

Laut Petendorf ist der Infrastrukturatlas "grundsätzlich sinnvoll. Unsere Experten nutzen ihn fast täglich." Doch der Atlas müsse dringend weiterentwickelt werden, um den kostengünstigen und synergetischen Ausbau effektiv zu unterstützen – insbesondere bei der Realisierung von Glasfaserprojekten in ländlichen Bereichen, der Erschließung von Gewerbegebieten oder dem Aufbau neuer Mobilfunkstandorte unter Nutzung vorhandener Trägerinfrastrukturen.

Auch Telefónica Deutschland, die kein eigenes Festnetz besitzt, begrüßte die Maßnahme der Bundesnetzagentur, "allen involvierten Parteien – etwa Netzbetreibern, Behörden und Grundstückseigentümern – ein zentrales Informationstool anzubieten, das eventuell für den Breitbandausbau geeignete passive Infrastrukturen anzeigt" , sagte Firmensprecher Florian Streicher.

Beispielsweise könnten darüber potenzielle Grundstücke und Gebäude für neue Mobilfunkstandorte identifiziert werden. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es aus seiner Sicht jedoch auch entscheidend, "dass die Rahmenbedingungen und Prozesse für die Genehmigung und Errichtung von Standorten vereinfacht werden" , um den Netzausbau in Deutschland schneller vorantreiben zu können.


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