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Bundesnetzagentur: Im November gab es erneut viele Post-Beschwerden

In diesem Jahr hat es bereits mehr als doppelt so viele Beschwerden über die Deutsche Post gegeben wie im vorherigen Jahr.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Die Deutsche Post hat bei der Zuverlässigkeit eingebüßt. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Die Deutsche Post hat bei der Zuverlässigkeit eingebüßt. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Um ihrem Ärger über verspätete oder verschwundene Briefe und Pakete Luft zu machen, wenden sich weiterhin viele Bürger an die Bundesnetzagentur. Im November 2022 seien rund 7.000 Post-Beschwerden eingegangen, teilte die Behörde auf dpa-Anfrage mit. Das waren weniger als im Oktober 2022, als rund 9.400 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur landeten , aber mehr als im September 2022 mit 5.000 Reklamationen sowie im Juli 2022 und August 2022, als es zusammengerechnet 6.500 Einwände waren .

Bei den Schreiben geht es vor allem um Mängel in der Briefzustellung des Marktführers Deutsche Post. Auch andere Brief- oder Paketfirmen sind betroffen, dies aber zu einem kleinen Teil. Den Angaben zufolge beziehen sich 91 Prozent der kritischen Schilderungen auf die Post, Beschwerden über die Konkurrenz machen 9 Prozent der Einwände aus.

Die Post begründete die "lokalen Probleme" in den vergangenen Monaten mit einem hohen Krankenstand und der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt, wo zu wenige Fachkräfte zu finden seien.

Post will die Situation verbessert haben

Vor einem Monat hatte das Post-Management von einer Besserung der Situation gesprochen – möglicherweise ist die Beschwerdezahl wegen besagter Besserung gesunken. Eine Firmensprecherin sagte: "Unsere Maßnahmen, dass wir seit Oktober rund 6.000 neue Mitarbeiter allein in der Zustellung eingestellt und seit Juli 2022 rund 10.000 Entfristungen vorgenommen haben, zeigen nun die erhoffte, positive Wirkung."

Allerdings bleibt die Beschwerdezahl auf einem hohen Niveau. Zum Vergleich: In den ersten elf Monaten dieses Jahres summieren sich die Beschwerden bereits auf circa 37.000, im ganzen Vorjahr waren es nur 15.000.

Post hält nichts von Sanktionen

Vor dem Hintergrund der hohen Beschwerdezahlen forderte Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller gesetzlich verankerte Sanktionsmöglichkeiten, um den Druck auf die Post erhöhen zu können. Bundespolitiker verschiedener Parteien signalisierten Zustimmung. Dies könnte in der anstehenden Reform des Postgesetzes geregelt werden.

Die Post hält so ein staatliches Druckmittel für wenig hilfreich, schließlich bekäme die Firma durch eine Gesetzesänderung keine zusätzlichen Arbeitskräfte. Bisher kann die Regulierungsbehörde wenig tun, um gegen das Problem vorzugehen: Sogenannte Anlassprüfungen sind letztlich nur schriftliche Ermahnungen.

58 Prozent der Beschwerden drehen sich um die Briefzustellung

Manche Beschwerden enthalten auch mehrere Gründe – etwa wenn sich ein Bürger im selben Schreiben über einen beim Nachbarn eingeworfenen Brief beschwert und über ein falsch abgestelltes Paket. 58 Prozent der Beschwerdegründe entfielen im bisherigen Jahresverlauf auf Briefe und 24 Prozent auf Pakete. Andere kritische Wortmeldungen beziehen sich zum Beispiel auf Filialöffnungszeiten.

Im Verhältnis zu den Milliarden an Briefen und Paketen ist der Anteil der Beschwerden verschwindend gering. Allerdings dürfte die Dunkelziffer von Bürgern hoch sein, die ebenfalls vergeblich auf eine für sie wichtige Sendung warten, sich aber nicht bei der Netzagentur melden. Zumal lange Postlaufzeiten vielfach vom Empfänger nicht bemerkt werden, wenn unklar ist, wann ein Brief im Briefkasten landete.


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