Bundesnetzagentur: Festnetzersatz bei 26/60 GHz von Betreibern nicht gewollt
In Deutschland verwendet keiner der drei etablierten Netzbetreiber FWA (Fixed Wireless Access), zumindest was den mmWave-Bereich bei 26 und 60 GHz anbelangt. Ein Grund dafür könnte sein, dass in Deutschland weder 26 GHz noch 60 GHz durch die Bundesnetzagentur für FWA verfügbar gemacht wurden. Doch laut Bundesnetzagentur gibt es dafür Möglichkeiten, die Netzbetreiber fragen dies aber nicht nach.
FWA gibt es, etwa für 5G im leistungsfähigen C-Band, eingebettet und parallel zur mobilen Nutzung. In anderen Ländern bieten Netzbetreiber FWA auch im mmWave-Bereich, doch nicht in Deutschland. Der Bereich 26 GHz wird genutzt: Die Bundesnetzagentur sieht für regionale und lokale Campusnetze zwei Funkbänder vor. Hierzu gehören Frequenzen im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz und 26 GHz.
Ulrike Platz, eine Sprecherin der Bundesnetzagentur, sagte Golem.de: "Es steht bundesweiten wie regionalen Netzbetreibern frei, FWA einzusetzen. Hierfür stehen ausreichend Frequenzen bereit. Derzeit besteht jedoch keine spürbare Nachfrage. Sofern begründete Bedarfe für FWA im Bereich 26 GHz oder 60 GHz bestehen, können diese an die Bundesnetzagentur, Referat 226, gerichtet werden."
Die Bundesnetzagentur werde dann prüfen, inwiefern eine Zuteilung für FWA möglich sei. "Für Frequenznutzungen des Bereiches 26 GHz sind Zuteilungsgebühren als auch Nutzungsbeiträge fällig, da es sich um eine Einzelzuteilung mit Schutzanspruch handelt."
Telekom setzt auf Hybrid bei FWA
Die Deutsche Telekom nannte auf Nachfrage zu einem FWA-Angebot ihren 5G-Hybrid-Router. Golem.de hat vor rund einem Jahr Magenta Zuhause Hybrid 5G getestet .
"Auf den konzentrieren wir uns, da die Technologie sowohl als reines Performanceprodukt – also mehr Speed – funktioniert, aber auch als Brückentechnologie, also zum Beispiel, bis der Glasfaserausbau kommt. Darüber hinaus funktioniert der Router auch als Ausfallabsicherung, denn Hybrid funktioniert auch ohne Festnetz, nur über Mobilfunk" , sagte Telekom-Sprecherin Anne Geelen. Bei dem Hybrid-Router kämen "normale 5G Frequenzen" zum Einsatz.
Antenne gehört zu Magenta Zuhause Hybrid 5G
In dem Paket der Telekom für das Produkt Magenta Zuhause Hybrid 5G befinden sich ein 5G-Empfänger und ein Netzteil, ein 10 Meter langes flaches Netzwerkkabel, das unter dem Fenster eingeklemmt werden kann. Dazu kommen eine Montageausrüstung für die Wand, das Fenster, ein Geländer, das Fensterbrett oder das Regenfallrohr.
Die 5G-Antenne wird mit dem Klebehalter am gereinigten Fenster außen angebracht und dann mit dem Speedport Smart 4 verbunden. Das Netzwerkkabel lässt sich von außen nach innen führen. Der Kleber ist so gut, dass er sich praktisch nicht mehr entfernen lässt.
FWA: Vodafone hat den Gigacube
Und wie sieht es bei Vodafone Deutschland derzeit mit FWA aus? "Mit unserem Gigacube verfügen wir über eine vergleichbare Lösung – dessen Nutzung ist für eine stationäre Adresse vorgesehen" , sagte Vodafone-Sprecher Helge Buchheister Golem.de. Vodafone hat einen Home-Router mit Datenflatrate im Angebot, der standardmäßig nicht über eine Außenantenne verfügt. Der Netzausrüster Ericsson zählt solche reinen Innenrouter mit SIM-Karte nicht zu FWA.
Der Gigacube sei mit internen Antennen ausgestattet, erklärte das Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) . Doch laut Vodafone kann es sein, dass Haushalte "sehr weit von der nächsten Mobilfunkstation entfernt" oder in einem Tal liegen, das nicht ausreichend mit den Signalen ausgeleuchtet wird.
Auch dicke, undurchlässige Wände beeinträchtigen laut Vodafone möglicherweise den Gigacube-Mobilfunkempfang. Die Gigacube-5G- und -4G-Variante und auch die älteren Modelle sind mit einem TS 9-Antennenanschluss ausgestattet. Auch in Vodafone-Filialen lassen sich Gigacube-Antennen finden. Eine leistungsstarke 5G-Antenne kostet im Internet rund 165 Euro.
Telefónica sagt einfach nichts zu FWA
Telefónica hat unsere Anfrage trotz mehrerer Versuche nicht beantwortet. Doch es gab mal ein FWA-Produkt des Anbieters: Telefónica biete "leistungsstarken Mobilfunk anstelle von Festnetzanschlüssen – Stichwort Fixed-Mobile-Substitution – an" , sagte Deutschland-Chef Markus Haas am 20. Mai 2020.
In Hamburg testete der Betreiber Fixed Wireless Access mit 5G , wobei Samsung-Technik aus dem Bereich der Millimeterwellen (26 GHz) über die letzte Meile zum Einsatz kam.
Doch der Test führte nicht zu einem Produkt. "Wir haben das jedoch weiterhin im Blick" , sagte ein Telefónica-Sprecher später.
Dies ist die vorerst letzte Folge unserer Miniserie zu FWA. Im Oktober 2022 lieferten wir hier zuletzt einen Marktüberblick.
Den Anfang machte eine Studie von Ericsson zum weltweiten Boom von FWA , darauf folgte eine Einschätzung für Deutschland des Mobilfunkausrüsters Ericsson .
Danach ließen wir die Konkurrenten Nokia und Huawei zu FWA zu Wort kommen . Auch für T-Mobile US ist FWA ein wichtiges Produkt, dss sogar zum Kauf eines FTTH-Netzbetreibers beitrug.
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